Vor dem Anbandeln noch ein schneller Online-Check

8. Jänner 2008, 10:22
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Virtuelle soziale Netzwerke haben Millionen Menschen einander nähergebrachte, aber es geht doch nichts über richtige Beziehungen

Millionen Menschen haben in sozialen Netzwerken online "Freunde" gefunden, neue Musik entdeckt oder widmen sich gemeinsamen Hobbies. Aber wenn es darum geht, einen "richtigen" Menschen für den Abend, das Wochenende oder den nächsten Lebensabschnitt zu finden sind virtuelle Netze selten eine große Hilfe.

Anbandeln

Wie wäre es darum, spekuliert das Berliner Start-up Aka-Aki, wenn man reale mit virtuellen Netzen verbinden könnte, wenn man den jungen Mann, die junge Frau in einem Cafe oder einer Bar vor dem Anbandeln ein wenig auf seine oder ihre Interessen abchecken könnte, was er oder sie beruflich tut?

Informationen sind bereits im Netz

Solche Information finden sich bereits auf Plattformen wie Xing, studivz, Facebook oder MySpace. Jetzt will Aka-Aki die wirklichen Menschen, denen man begegnet, mit ihren Online-Profilen zusammenbringen. Technisch wird dies durch Bluetooth-Handys ermöglicht: Wer an dieser Form eines real-virtuellen sozialen Netzwerks mitknüpfen will, lädt eine Java-Software auf sein Handy, die über die drahtlose Funktechnik Bluetooth zu anderen Teilnehmern des Netzwerks Kontakt herstellen kann. Voraussetzung: Eine Distanz bis zu rund zwanzig Meter, die Reichweite von Bluetooth.

Infos zu den Leuten in der Nähe

"Aka-Aki zeigt dir auf deinem Handy Infos zu den Leuten, die in der Nähe sind: Ein Foto, gemeinsame Freunde, aktuelle Themen, die sie bewegen", beschreibt Gabriel Yoran, einer der Gründer die aus einer Diplomarbeit an der Universität der Künste Berlin hervorgegangenen Idee

Selbstporträt

Nachdem das Handy die Handys andere Aka-Aki-Teilnehmer registriert haben, holt es Information zu dieser Person aus der Online-Plattform von Aka-Aki, wo sich die Betreffenden selbst porträtieren. Vor allem auf Reisen kann dies eine nützliche Kontakthilfe sein, glaubt Aka-Aki: Dann schreibt man in sein Profil "Wer zeigt mir Berlin?" bevor man sich auf Beisl-Tour in der deutschen Hauptstadt begibt, in der Hoffnung auf einen kontaktfreudigen andern Netzwerkteilnehmer.

Die Kosten

Aka-Aki selbst ist kostenlos, allerdings fallen Datenkosten an, wenn das Handy Information über einen gefundenen Netzwerker vom Server herunterlädt. Derzeit läuft das Netzwerk im Beta-Modus, Mitmachen ist nur auf Einladung möglich und setzt ein taugliches Handy voraus (über die Website kann man checken, welche Handys geeignet sind).

Werbung

Sein Geld will Aka-Aki - wie praktisch alle sozialen Netzwerke - mit Werbung verdienen. Dabei bringt es durch seine "Real Life"-Technologie eine neue Perspektive: Denn nicht nur reale Personen, auch Lokale oder Unternehmen könnten "Mitglied" werden und ihr "Profil" auf das Handy gerade vorbeigehender Netzwerker senden. Eine erste Finanzierungsrunde hat kurz vor Weihnachten dem Start-up Geld für die weitere Entwicklung beschert. (spu/DER STANDARD/Printausgabe vom 27.12.2007)

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Aka-Aki

  • Wer ist der coole Typ im Kaffeehaus drei Tische weiter? Das Bluetooth-Handy entdeckt andere Aka-Aki-Netzwerker und liefert vor einer Kontaktnahme ihr Onlineporträt.
    foto: mobilkom

    Wer ist der coole Typ im Kaffeehaus drei Tische weiter? Das Bluetooth-Handy entdeckt andere Aka-Aki-Netzwerker und liefert vor einer Kontaktnahme ihr Onlineporträt.

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