Peres entschuldigt sich für Massaker

2008 will Israel 740 Wohnungen im Westjordanland errichten

Tel Aviv - Der israelische Präsident Shimon Peres hat sich für ein Massaker in einem arabischen Dorf nahe Tel Aviv vor mehr als 50 Jahren entschuldigt. Wie israelische Medien am Wochenende berichteten, besuchte das Staatsoberhaupt das Dorf Kafar Kassem, in dem Sicherheitskräfte am 29. Oktober 1956 insgesamt 48 israelische Araber getötet hatten.

Nach israelischer Darstellung hatten Grenzpolizisten zu Beginn des Sinai-Krieges damals auf die Arbeiter geschossen, weil sie sich nicht an eine Ausgangssperre gehalten hatten. Die Opfer, darunter Frauen und Kinder, kamen gerade von der Arbeit und wussten von der Ausgangssperre offenbar nichts. "Etwas Schreckliches geschah hier, und wir entschuldigen uns dafür", sagte Peres bei dem Besuch anlässlich des muslimischen Opferfestes Eid al-Adah. Vor Peres hatten bereits vor Jahren vereinzelt Regierungsmitglieder für das Massaker um Verzeihung gebeten.

Die israelische Regierung gab unterdessen am Sonntag bekannt, dass sie in dem kommenden Jahr im Westjordanland 740 neue Eigenheime errichten. Wie das Bauministerium am Sonntag mitteilte, sind 500 Wohneinheiten in der Siedlung Har Homa und 240 weitere in Maale Adumim geplant.

Das Gebiet, auf dem gebaut wird, wird von den Palästinensern beansprucht. Israels bereits bekannte Pläne für den Bau von 300 Wohnungen in Har Homa hatten bereits zu heftigen palästinensischen Protesten geführt. Am Montag wollten Israelis und Palästinenser ihre Friedensverhandlungen fortsetzen. (dpa, DER STANDARD, Printausgabe, 24.12.2007)

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