Bowling vorm Monitor ist besser als rumsitzen, aber kein Sportersatz

29. April 2008, 13:06
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Hochgerechnet auf eine Lebenswoche bringe das aktive Computerspiel im Vergleich zum passiven eine Aktivitätszunahme um weniger als zwei Prozent

Bowling an einer modernen Spielekonsole verbraucht zwar fast ebenso viel Energie wie der echte Wurf der Kugel, ist aber kein hinreichender Ersatz für realen Sport. Das berichtet eine Gruppe um Gareth Stratton von der Liverpool John Moore's University in der Weihnachtsausgabe des "British Medical Journal".

Schweißtreibende Auseinandersetzungen

Die Forscher hatten sechs Burschen und fünf Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren an zwei verschiedenen Videokonsolen spielen lassen. Auf der "XBOX 360" (von Microsoft) lief ein Autorennspiel, bei dem die Kinder ruhig vor dem Bildschirm saßen. Die "Wii" (von Nintendo) hingegen verlangt von den Spielern, mit einem kleinen Steuergerät in der Hand die Bewegung beim echten Sport nachzubilden. Etwa beim Boxen kommt es dabei zu schweißtreibenden Auseinandersetzungen.

Das ruhige Spiel vor der "XBOX 360" machte der Analyse zufolge 450 Kilojoule (kJ) in der Stunde nötig, etwas mehr als beim herkömmlichen Brettspiel (400 kJ). Bowling an der "Wii" kam auf 700 kJ, im Vergleich zu 800 kJ im Bowlingcenter. Boxen mit dem Steuerknüppel in der Hand kommt auf 730 kJ, im Ring sind es 2410 kJ. Zum Vergleich: Der ruhende Körper benötigt 300 kJ.

Reicht nicht aus

Zusammenfassend schreiben die Forscher: Die neue Generation der sportlichen Computerspiele erhöht im Vergleich zum bloßen Sitzen vor dem Monitor zwar den Energieverbrauch. Dies reiche aber nicht aus, um die für Kinder täglich empfohlene Bewegung zu erreichen.

Dafür solle der Nachwuchs täglich eine Stunde lang dreimal mehr Energie verbrauchen als bei körperlicher Ruhe - also 900 kJ. Das ist aber mehr als bei jedem der analysierten Computerspiele. Hochgerechnet auf eine Lebenswoche bringe das aktive Computerspiel im Vergleich zum passiven eine Aktivitätszunahme um weniger als zwei Prozent, heißt es in dem Journal. (APA)

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