Der Fall des Eisernen Vorhangs brachte den Ex-Ostblock-Staaten eine relativ saubere Autoflotte
Vor dem Fall des Eisernen Vorhangs war die Luftqualität in den östlichen Ländern Europas katastrophal schlecht. Einen wesentlichen Beitrag dafür leisteten die Autos.
Dabei waren von Land zu Land noch deutliche Unterschiede zu erkennen. So hatte die damalige Tschechoslowakei eine relativ moderne und saubere Autoflotte. Die dort hergestellten und überwiegend verkauften Skodas waren ausschließlich Viertakter, während die Ungarn keine eigene Pkw-Industrie hatten und mit Vorliebe Trabant und Wartburg aus der DDR importierten. Deren Zweitaktmotoren überzogen das ganze Land mit einer Abgaswolke.
Schluss mit fahrendem Schrott
Mit Ende des Kommunismus wurde die Situation schnell besser. Zwar waren die westlichen Gebrauchtwagen auch nicht gerade auf dem letzten Stand der Technik, aber allemal besser als der fahrende Schrott aus "Volkseigenen Betrieben".
Allerdings fühlten sich die Länder bald als Müllkippe der westlichen Nachbarn und führten Importbeschränkungen für Altautos ein, was einerseits die Umweltsituation weiter verbesserte, andererseits auch dem Verkauf von im jeweiligen Land hergestellten Neuwagen förderlich war. Denn mittlerweile hatten auch in Ungarn einige Autohersteller-Montagewerke errichtet, etwa Suzuki.
Gefinkelte Tricks
Mit dem Beitritt zur EU konnten die neuen Mitglieder ihre Importbeschränkungen nicht mehr im vollen Ausmaß aufrechterhalten. Mit gefinkelten Rechtstricks und in permanentem Rechtsstreit mit den Binnenmarktwächtern versuchen die Staaten die Importbeschränkungen wenigstens teilweise zu retten.
Für die Umweltsituation ist das letztendlich nicht sehr wesentlich, die Folgen sind eher kaufmännischer Art: So ist etwa in Ungarn der Neuwagenverkauf dramatisch zurückgegangen. (rs, AUTOMOBIL, 20.12.2007)