Fast eine Stunde lang wurde der Sonderzug mit den ihn begleitenden drei Landeshauptleuten, Klubobmännern und zahlreichen Journalisten auf der Grenzstation Hegyeshalom aufgehalten. (Am nächsten Tag erfuhren wir übrigens, dass der Pass in die Innentasche eines nicht benützten Sakkos gesteckt worden war ...)
Wer hätte damals gedacht, dass mehr als 34 Jahre später, ab diesem Freitag alle Ausländer und Ungarn das Land ohne Kontrolle verlassen bzw. nach Österreich kommen dürfen, wenn auch das Mitführen eines Personalausweises natürlich ratsam bleibt, falls man sich bei allfälligen Kontrollen ausweisen muss. Natürlich war der Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks vor 18 Jahren der historische Durchbruch, der Millionen Menschen die so lange ersehnte Reisefreiheit brachte.
Trotzdem bleibt der Abbau aller Grenz- und Zollkontrollen in 24 EU-Staaten ein zutiefst symbolischer, psychologisch enorm wichtiger und europapolitisch bedeutsamer Schritt. Der slowenische Innenminister Dragutin Mate sprach vielen Mittel- und Osteuropäern aus dem Herzen, als er sagte: „Mit der freien Bewegung in der EU werden wir tatsächlich spüren, dass wir ein Teil von Europa und gleichwertige EU-Bürger sind.“
Berührend auch die Sonderbeilagen österreichischer Zeitungen mit Tipps für Abstecher zum Nachbarn und mit Beiträgen namhafter Intellektueller zur totalen Bewegungsfreiheit innerhalb des EU-Raums. Innenminister Günther Platter beteuert Tag und Nacht, dass die Sicherheit auch nach der totalen Öffnung durch 2650 Grenzpolizisten und 1500 Soldaten im beobachtenden „Assistenzeinsatz“ gewährleistet werde.
Sprechen wir es trotzdem offen aus: Die meisten Österreicher, jene, die nicht Exporteure oder Händler, Spediteure oder Manager von Fremdenverkehrseinrichtungen sind, empfinden eher Ängste als Freude. Laut einer OGM-Umfrage lehnen fast 60 Prozent die Schengen-Erweiterung ab, und 75 Prozent befürchten, dass es durch das Wegfallen der Kontrollen zu einem Anstieg der Kriminalität kommt. Jedenfalls spürt man auch im Bekanntenkreis eher Ängste als Freude vor der totalen „Abrüstung“ entlang der Grenzen mit der Slowakei, Tschechien, Ungarn und Slowenien.
Ob und wie weit die Ängste gerechtfertigt sind, werden wir erst in den nächsten Monaten beurteilen können. Der Amateurpsychologe Alfred Gusenbauer stellte kürzlich in einem Interview mit der Presse frei nach Erwin Ringel fest: „Die österreichische Seele ist sehr komplex ... Bei uns gibt es immer irgendwelche Ängste vor etwas. Was natürlich auch das unterbewusste Gefühl zum Ausdruck bringt, dass die Leute zufrieden damit sind, wie es ist ... Die Österreicher sind auch diejenigen, die sich am allermeisten vor der Erweiterung gefürchtet haben und am meisten davon profitieren.“
Außer Deutschland hat in der Tat unterm Strich kein EU-Mitgliedsstaat so viel von der historischen Wende im Osten und von der EU-Erweiterung profitiert wie Österreich. Ein Mitteleuropa ohne Schranken ist ein – trotz aller Schattenseiten – wahr gewordener Traum. (Paul Lendvai, DER STANDARD, Printausgabe, 20.12.2007)
Dass Präsident Obama bereits jetzt die Teilnahme am für Ende Mai geplanten Madrider EU/US-Gipfeltreffen abgesagt hat, ist mehr als eine Ohrfeige für die spanische Präsidentschaft der EU
Die Grenzen sind zwar offen, aber von dem wachsenden Strom von Migranten aus Afrika sind in erster Linie heute Spanien, Italien und Frankreich betroffen
Mit der viel zu schnellen Erweiterung importiert man Netzwerke der Vetternwirtschaft und der Korruption
Die Zukunft Kroatiens hängt von der Zusammenarbeit des sozialdemokratischen Präsidenten und der HDZ-Chefin und Ministerpräsidentin Kosor ab
Bei der grundsätzlichen Kritik an Obama handelt es sich in erster Linie um den Vorwurf, der Präsident versuche viel zu viel zu tun
"Kurz vor dem Wegfall der Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien in der Nacht haben Vertreter der Polizeibehörden vor einem Anstieg der Kriminalität sowie der illegalen Einwanderung gewarnt. Mit der Erweiterung des so genannten Schengen-Raums habe die EU bewusst die Wahl getroffen, der Freizügigkeit den Vorrang vor Sicherheitsfragen zu geben, sagte der Leiter der europäischen Grenzschutz-Agentur Frontex, Ilkka Laitinen. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnte vor einem "Sicherheitsverlust"
http://tinyurl.com/22nmza
Ich wohne im Grenzgebiet zu Tschechien und ich freu mich wenn ich endlich einmal einfach so über einen Feldweg mit dem Rad nach Tschechien fahren kann. Da gibt es ein paar doch große Hügel, die habens mir schon seit Jahren angetan. Nur den Umweg über die offiziellen Wege nehmen war mir immer zu mühsam.
Richtung Ukraine über Bratislava, Hegyeshalom .....
das wird a Fest !!!! Jo utat kivanok - wie die Ungarn sagen - Europa - schezko jedno - ollas ans....
Eigentlich hab ich Tränen in den Augen....aber vor lauter Freud - und die armen Xenophobis - de tun mir leid, einfach nur leid.....Ich werd nie vergessen wie ich damals sehnsüchtig von Schlosshof nach Devinska Nova Ves rübergeblickt hab - wissend das man ein Visum braucht - und das war nicht lustig mit der CSSR....Ja es wächst zusammen, was zusammen gehört.....
Nachdem in den 90-ern die Grenzbaeume zwischen Holland und Deutschland fielen, meinten alle, dass nun der grosse Drogenimport stattfindet - Panil allerorten.
Das hat nicht stattgefunden. Und genausowenig wird es den grossen Kriminalitaetsimport nach Oesterreich geben.
1997 - ein gewisser bayrischer Innenminister Beckstein warnt in Zeitungen vor dem Wegfall der Grenzen mit Österreich. Österreich könne die EU-Außengrenzen nicht mit der selben Qualität überwachen wie Deutschland, meinte er damals sinngemäß.
Jetzt machen wir das selbe mit den Ungarn und in ein paar Jahren wird der ungarische Innenminister genau das selbe über Bulgarien sagen...
dass sie 1973 Kreisky ohne Papiere ausreisen liesen lag wahrscheinlich daran, dass sie nicht von seinen Tiraden und seiner Rethorik aufgeweckt werden wollen.
dass sie 1989 (im Einklang mit Österreich) Grenzzäune und Stacheldraht weggerissen haben, um den DDR-Flüchlingen ohne grossartige Papierkontrollen ein Weiterkommen zu ermöglichen spricht von menschlicher Qualität.
dass heute 60% der Österreicher Angst vor einer offenen Grenze haben spricht einfach nur von Dummheit.
.....solchen Kalibers .........Boshe Moj/istenem/mein Gott
- da wär ma nicht Europameister in Peinlich und Xenophobisch sein ....Ja der "Alte" war ein Citoen - grossbürgerlicher Hintergrund - nicht Kleinbürgerlicher Spiesser aus Ybbs....
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