"Cropster" bringt Kaffeebauern bessere Vermarktungschance

Redaktion, 01. Jänner 2008 11:13

Internet kann Kaffeebauern in Kolumbien zu besseren Produkten und Chancen am Markt helfen

Wie häufig beim Rohstoffhandel sind auch Kaffeebauern meist am schwächeren Ende der Verwertungskette. "Sie haben keine Information über den Markt und sind exklusiv an einen Zwischenhändler gebunden", beschreibt Martin Wiesinger, einer der drei Gründer von Cropster.

Benachteiligung beseitigen

Die von Wiesinger, Norbert Niederhauser und Andreas Idl entwickelte Online-Plattform Cropster will diese Benachteiligung beseitigen: Als Drehscheibe zwischen Kaffeebauern einerseits, Zwischenhändlern und Röstern andererseits soll sie den Markt für die Bauern transparent machen. Das gibt ihnen Gelegenheit, zu planen und bessere Preise zu erzielen.

Dreijähriges Projekt

Entstanden ist Cropster.org aus einem dreijährigen Kaffeeprojekt in Kolumbien. Dabei wurde evaluiert, welche Kriterien für die Kaffeeproduktion wichtig sind, "es ist viel mehr als nur Höhe und Lage, es kommt auf die Art des Anbaus oder die verwendeten Schattenpflanzen an", sagt Wiesbauer, der im Zuge eines Praktikums seiner Ausbildung als Informationstechniker an der FH Vorarlberg an dem Projekt teilnahm.

Erfahrungsaustausch

Die Anwendungsberatung der Bauern zeigte reale Effekte und eröffnete ihnen Chancen, ihre Produktion zu verbessern und mehr zu verdienen. Nachdem das Projekt vor zwei Monaten beendet wurde, soll die Erfahrung jetzt über die Online-Plattform weitergegeben werden. Mithilfe kleiner Genossenschaften, die Zugang und Know-how haben, können die Bauern ihre Daten angeben - geografische Lage, Felder, Anbau, Sorten, Erntedaten. Andererseits können Röster und Zwischenhändler Verkostungsmuster anfordern, und die Absatzgebiete für die Bauern bzw. ihre Genossenschaften werden größer. Denn während "normaler Kaffee" an der Börse gehandelt wird, wird Qualitätskaffee über die Röster verkauft - Voraussetzung sind allerdings entsprechende Mengen und ein transparenter Markt, erklärt Wiesbauer.

Handy und SMS statt Computer und PDA

"Das Problem ist der Umgang mit Technologie": Computer oder PDA zur Dateneingabe seien für die meisten Bauern zu komplex, Handy und SMS hingegen inzwischen weit verbreitet, "es gibt Gegenden, die kein Wasser und keinen Strom, aber Mobilfunk haben", beschreibt Wiesbauer. Die Online-Eingaben erfolgen dann bei den Genossenschaften, die sowohl über Internet als auch qualifizierte Leute verfügen.( Helmut Spudich/DER STANDARD, Printausgabe vom 19.12.2007)

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