Zwei Modellversuche in Klagenfurt

22. Jänner 2008, 09:14
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Eine Privatschule und ein BORG testen die "Gemeinsame Mittelschule" - Aufgrund der großen Nachfrage im BORG entscheidet das Los, wer in die Modellklasse darf

Klagenfurt - An zwei Standorten in Klagenfurt wird im kommenden Schuljahr der Modellversuch "Gemeinsame Mittelschule" eingeführt. Betroffen sind einerseits die Praxishauptschule und das BORG Klagenfurt sowie die katholische Bildungseinrichtung St. Ursula, in der neben einem Kindergarten derzeit ein Oberstufenrealgymnasium sowie eine Hauptschule untergebracht sind. "Es laufen auch Verhandlungen mit weiteren Schulen", sagte Landehauptmann Jörg Haider (BZÖ) am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz.

Sichere Ressourcen

Die Finanzierung sowie die benötigten Lehrerressourcen seien sichergestellt, meinte Landesschulratspräsidentin Claudia Egger (BZÖ). Bis 18. Jänner werde der entsprechende Antrag beim Bundesministerium gestellt. Laut Haider sollen die zusätzlichen Kosten für das Land Kärnten "maximal 400.000 Euro" jährlich betragen.

AHS und HS treffen aufeinander

In der Praxishauptschule und im BORG Klagenfurt wird eine Klasse mit 25 Schülern eingerichtet. "Dort werden AHS-Lehrer mit HS-Lehrern zusammenarbeiten und Kinder mit AHS-Reife mit lernschwachen Kindern zusammentreffen", sagte Elisabeth Herzele, Direktorin der Praxishauptschule. Unter dem Schlagwort "Teamteaching" werden einzelne Gegenstände von zwei Lehrern unterrichtet. Gegenstände wie Geografie und Geschichte würden zu "Lernfeldern" zusammengefasst. "Wir wollen Kinder gleichzeitig fördern und fordern", erklärte die Direktorin.

Schulnoten bleiben

Schulnoten wird es weiterhin geben. Der Ministeriumsbeschluss habe die geplante schriftliche Beurteilung unmöglich gemacht. An zwei Tagen der Woche wird es ganztägigen Unterricht geben, an den drei weiteren Tagen eine wahlweise Nachmittagsbetreuung. Der Andrang für die Modell-Klasse ist enorm. Bisher gäbe es 56 Anfragen für die 25 freien Plätze, sagte Herzele. Letztendlich werde das Los entscheiden müssen.

Bei den Ursulinen werden drei Klassen für insgesamt 75 Schüler eingerichtet. In der Privatschule wird ein Schulgeld von etwa 80 Euro im Monat zu entrichten sein. Trotzdem rechnet Direktor Kurt Haber mit einem großen Andrang, Losentscheid werde es bei den Ursulinen jedoch keinen geben sondern individuell entschieden.

Laut Landesschulratspräsidentin Egger haben für das Schuljahr 2009/2010 schon weitere Schulen ihr Interesse angemeldet. Sie nannte die HAK Feldkirchen, die HS Klagenfurt/Annabichl und die HS Bleiburg.(APA/red)

  • Landeshauptmann Jörg Haider präsentierte die beiden Standorte für die Modellversuche in Kärnten.
    fotohinweis: lpd/gruze

    Landeshauptmann Jörg Haider präsentierte die beiden Standorte für die Modellversuche in Kärnten.

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