Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Ehepaar Heinrich und Gertrude Paul (vorne), Tochter Elisabeth und Betreuerin Gitti: kein Euro aus der Pflegeförderung.
Heute sitzt Paul in den vier Wänden, die er vor 35 Jahren eigenhändig hochgezogen hat, und raucht sich eine Zigarette an. Dass der 80-Jährige drei Monate nach einem Zusammenbruch „fast wieder der Alte“ ist, hat viel mit der zierlichen, rothaarigen Frau zu tun, die unermüdlich durchs Haus wieselt. Betreuerin Gitti aus der Slowakei passt rund um die Uhr auf, putzt, wäscht und nimmt Herrn Paul am Arm, wenn er trotz gelegentlicher Schwindelanfälle einkaufen geht. Im Ort werde schon getuschelt, erzählt Paul genüsslich: „Schau dir den Alten an, was der für ein Pupperl hat!“
„Pflegenotstand“ gibt es in dem Haus im niederösterreichischen Atzelsdorf keinen. So zufrieden wirken Heinrich Paul und seine Frau, dass sie gut auf Wahlplakate mit Politikern passen würden – wenn die denn etwas dafür könnten. Doch von der Pflegeförderung der Regierung sieht das Ehepaar keinen Euro.
Kein untypischer Fall: Vor eineinhalb Jahren begann Gertrude Pauls Gedächtnis rapide abzubauen, Diagnose Alzheimer. Als die 77-Jährige das Kochen verlernte, war an ein Leben allein nicht mehr zu denken, denn der Gatte hat in der Küche, wie er selbst zugibt, „zwei linke Händ‘“. Wie viele demente Menschen, bekam Paul aber nur Pflegegeld der Stufe zwei genehmigt. Ihr Mann, der vor zweieinhalb Jahren einen Schlaganfall erlitten hat, holte sich überhaupt einen Korb, wogegen die Tochter Einspruch erhob. Mit dem Erfolg, dass eine Ärztin im Pelzmantel anstöckelte, nach ein paar Standardfragen („Können Sie sich selbst anziehen?“) das Nein bestätigte und 409 Euro in Rechnung stellte.
2100 Euro im Monat kosten die angemeldeten Pflegerinnen Gitti und Marika, die sich alle zwei Wochen abwechseln – für Slowakinnen das Dreifache von dem, was sie daheim im Spital verdienen könnten. Dazu kommen noch einmal 900 Euro für weitere Ausgaben. Pflegegeld und Pension decken die Summe nicht annähernd ab, die fehlenden 1300 Euro kommen vom Sparbuch. „Wenn die Reserven aufgebraucht sind, kann ich mir nicht einmal ein Packerl Tschick kaufen“, sagt Heinrich Paul.
Die Pauls hoffen aufs neue Jahr. Ab Jänner will Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll legale, selbständige Betreuer mit 500 Euro monatlich nicht nur viel großzügiger als die Bundesregierung (225 Euro) fördern. Im Gegensatz zum Bund, der ab Pflegestufe 3 zahlt, verspricht er auch, das Geld schon für Demenzkranke ab Kategorie 1 auszuschütten – was Caritas-Mitarbeiter Hans Thoma sehr begrüßt. Der Experte stellt der rot-schwarzen Pflegerefom kein schmeichelhaftes Zeugnis aus. Die verheißenen 225 Euro würden im Schnitt nicht viel mehr als zehn Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Und die höheren Förderungen für unselbständige Betreuer nehme niemand in Anspruch, weil man sich dafür die Kosten der Sozialversicherung aufhalse. Ergo: Beim eigens von der Caritas gegründeten Serviceverein „Rundum Zuhause betreut“ hat sich noch niemand gemeldet, um eine illegale Hilfskraft zu legalisieren.
Um Rat bitten nur Leute, die bisher überhaupt keine Unterstützung hatten – wie Elisabeth Lambacher. Die Tochter des Hauses wollte für ihre Eltern verlässliche Obhut daheim, die Caritas vermittelte die Betreuerinnen. Wobei der Familie durchaus entgegen kommt, dass kein Österreicher mehr so einen Job übernimmt. Heinrich Paul freut sich, auf seine alten Tag‘ noch ein paar Brocken Slowakisch zu lernen, Gemahlin Gertrude packt trotz Alzheimer ihre Tschechischkenntnisse aus. „Wir haben Wurzeln jenseits der Grenze“, sagt Lambacher, „und damit den gleichen Humor.“ (Gerald John/DER STANDARD, Printausgabe, 15.12.2007)
Warum wird ein Pflegeheim mit Sterben gleich gestellt?
Sie sollten mal ein modernes Pfegeheim beichtigen bevor solch Blödsinn geschrieben wird.
Welchen Österreicher/in würde man zumuten 24 Std. und das 3 Monate am Tag zu arbeiten? Aber das sind halt ausländische Betreuer, da macht das nichts.
Die brauchen ja das Geld und machen es freiwillig.
Vielleicht sollten wir uns einige aus Afrika holen? Sie bräuchten nicht zu verhungern und uns wäre auch gedient.
Also nutzen wir die Ausländer ruhig ein bisschen aus, denen macht das ja nichts.
Unsere großteils gut geführten Pflegeheime sind ja soooooo schlecht.
Die 24 Stunden rund um die Uhr Betreuung klingt wesentlich schlimmer und aufwendiger, als es ist. Meine Tante braucht so eine Betreuung, und sie WILL nicht in ein Heim gehen, ganz egal, wie gut oder wie schlecht es geführt wird, und deshalb versuchen wir eben, ihr das zu ersparen.
Die Pflegerin muß natürlich die ganze (meiste) Zeit anwesend sein, an einem Tag in der Woche übernehmen Familienmitglieder die Aufgabe, da hat sie frei. Aber wenn sie da ist, ist den größten Teil der Zeit nur ihre Anwesenheit gefragt, weil eine alte Frau naturgemäß oft müde ist und auch tagsüber viel schläft, nachts mit einem Schlafmittel meist ebenfalls, manchmal braucht sie einmal in der Nacht Hilfe.
ich kenn ihre ach so guten Pflegeheime von innen aus eigener früherer Tätigkeit. Aber SIE reden wohl von Seniorenresidenzen so ab 7000 Netsch pro Monat.... schön, wenn sie so viel Kohle haben. Die meisten habens nicht.
Und ich kenn auch aus langer persönlicher Erfahrung die Situation der Ausländerinnen, die hier arbeiten. Und die sind tatsächlich froh, hier zu arbeiten. Denn da verdienen sie in zwei Wochen so viel wie zu Hause in drei Monaten. Aber das geht Leuten wie Ihnen einfach nicht ein.
Ein Leben voller Arbeit im Alter mit Verwesermentalität zu entwürdigen sollte zum Straftatbestand der Vernachlässigung gemacht werden.
Die angeblich "fehlenden" Mittel sacken Abzocker ein und keiner geht dagegen vor. So ist nicht zu regieren. Unsere Eltern sind mehr wert als der fette Bauch von Politkern Lokal oder Bundesweit mit nie einbezahlten, überhöhten Pensionen und Gratispflege im Alter.
ein derart unqualifiziertes Hick/Hack liefert, ist nicht verstädnlich,
in 5 bis maximal 8 Jahren gibt es das ganze ohnehin nicht mehr.
Also muß da wohl unseriöse Rechthaberei von sozialistischen Apparatschiks und beamtete Zwangsmaßnahmen im Verein wirksam sein.
Das getue für einige Jahre, bis die Einkommenssteigerung in den Heimatländern der Haushaltshilfen einen Auslandsaufenthalt obsolet werden lassen.
Wien, kleine Gemeidewohnung.Mindestrentnerin+ Pflegeged.Sie war mal Magd beim Gnädigen, Dann Küchengehilfe.Ihr einziges Tochter noch als 2 Jahrige Verstorben.Ihr Mann war Kriegsinvaliede, aber arbeitete in eine Behinderten Job beim Post (Büro).Dan er hat eine Schlaganfall bekommen sie Pflegte ihn bis sein Tod.Jetz sie bekommt eine magere Pension (Ihr "Fehlen Beitragsjahren"!)+ Pflegegeld.Sie hat Alzheimer.Ihr Geld reicht nicht für eine Pflegeheim.
Sie wird von eine Sozialdienst betreut.1x 2 Stunde Pflegehelfer.2 x2 Stunde Heimhilfe am Tag .Für Einkaufe uzw. 1 X in der Woche kommt das Besuchdienst auch.Ihr Wohnung wurde nach Sicherheit, Krankengerecht umgeräumt (Entrümpelt, Zimmerklo,Gas gespert,Microwelle für Essen warmen,Haltegriffe,uzw)
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.