Linzer Vivatis fischt nach Nordsee

18. Jänner 2008, 12:26
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Die Gespräche über eine Partnerschaft sind bereits im Gange, bis Februar 2008 könnte der Deal über die Bühne gehen

Linz - Der Lebensmittelkonzern Vivatis mit der Zentrale in Linz, der zur Unternehmensgruppe der Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich gehört, verhandelt über eine Partnerschaft mit der Großhandelssparte von Nordsee. Vorstand Marisa Sailer bestätigte am Freitag auf einen entsprechenden "WirtschaftsBlatt"-Bericht: "Die Gespräche über eine Partnerschaft sind sehr intensiv".

Laut Zeitung will der Lebensmittelkonzern Vivatis seine Geschäfte in der Sparte Fisch massiv ausbauen. Demnach haben die Linzer die Großhandelssparte von Nordsee Österreich im Visier, besser bekannt als Cerny Nordsee. "Wir stehen mit Nordsee Österreich seit Jahren in einer Geschäftsbeziehung, sind Kunden der Nordsee und haben die Gespräche über eine potenzielle strategische Partnerschaft intensiviert ", wird Vivatis-Vorstand Christian Mayr zitiert. "Es geht nicht um die Nordsee-Filialen, sondern es geht um die Feinkost und den Großhandel, wo wir kooperieren könnten. Dass wir Cerny Nordsee zur Gänze übernehmen, ist eine Variante von vielen." So stehe bei den Gesprächen weniger der Kauf einer Firma im Mittelpunkt, sondern die Entwicklung eines künftigen gemeinsamen Geschäftsmodells.

Dem Vernehmen nach will Nordsee-Eigentümer Heiner Kamps sein deutsches Geschäftsmodell auch auf Österreich umlegen. In Deutschland werden die etwa 360 Fisch-Läden vom Logistikpartner Deutsche See beliefert. "Die Frage ist, inwieweit man als Logistikpartner von Nordsee Österreich, als Vivatis einen Beitrag leisten kann", sagt Mayr in dem Artikel. Übernehmen die Linzer die Logistik- und Vertriebsdienstleistungen für die 41 österreichischen Nordsee-Stores, übernehmen sie hierzulande auch den Großhandel.

Noch nichts unterschrieben

Zugleich wird daran getüftelt, wie und ob sich der Nahrungsmittelproduzent Vivatis stärker als Produktionspartner von Nordsee engagieren könnte. Laut Brancheninsidern soll der Kamps-Vivatis-Deal bereits im Februar 2008 über die Bühne gehen. "Es gibt noch keinen Abschluss, wir haben noch nichts unterschrieben", sagt Mayr.

Im Sommer 2005 hat die Kamps Food Retail Investment SA um Heiner Kamps die deutsche Nordsee samt Auslandstöchtern (370 Mio. Euro Umsatz, 6.000 Mitarbeiter) übernommen.

Nordsee Österreich hat laut "WirtschaftsBlatt" schwierige Zeiten hinter sich. Im Geschäftsjahr 2005/06 (Stichtag: September) wurden mit 730 Mitarbeitern 63,44 Mio. Euro umgesetzt, 24,64 Mio. Euro entfielen auf den Großhandel. Das EGT betrug den Angaben zufolge minus 4,02 Mio. Euro. In den letzten drei Monaten 2006 kamen 18,79 Mio. Euro Umsatz und 1,87 Mio. Euro Verlust dazu. Die Verbindlichkeiten lagen demnach bei 38,42 Mio. Euro. (APA)

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    foto: nordsee
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