Klima-Schattenboxen

Redaktion, 13. Dezember 2007, 21:07

Das CO2-Bonus-Malus-System ist vor allem kompliziert

Ab Juli 2008 wird über das System der Normverbrauchsabgabe (NoVA; zwischen drei und 16 Prozent plus Mehrwertsteuer) noch ein Bonus-Malus-System in Abhängigkeit vom CO2-Ausstoß gestülpt. Dazu kommt noch das bestehende Bonus-Malus-System für Partikelfilter. Daraus ergibt sich, dass es ziemlich schwierig wird, einen verbindlichen Neuwagenpreis zu errechnen.

Dabei wäre es viel einfacher gegangen: Die NoVA ist nämlich bereits eine CO2-Steuer, weil der CO2-Ausstoß direkt mit dem Verbrauch zusammenhängt. Man hätte also nur ein Schräubchen bei deren Prozentsätzen drehen müssen, um CO2-intensive Kraftstoffschlucker zu benachteiligen. Mit dem neuen Gesetz ist es ausschließlich gelungen, die Bürokratiespirale weiterzudrehen.

Fußdackerl-Problematik

Vom Malus ab 180 g/km CO2 sind Durchschnittsautofahrer überhaupt nicht betroffen. Abgesehen von Exoten wie Ferrari und Co liegt in Europa der Flottenverbrauch aller verkauften Autos aller Autohersteller ohnehin bereits unter 180 g/km, außer BMW und Mercedes, die aber auch nur knapp darüber liegen.

Und was kümmert es einen Autokäufer, wenn er bei einem Auto, das 80.000 € kostet, 2000 € CO2-Malus drauflegen muss? Diesen Betrag versteckt doch der Verkäufer beim Zusammenzählen der Aufpreisextras unter einem Fußdackerl.

Auch auf der Bonus-Seite wird sich wenig bewegen (300 € Bonus unter 120 g/km). Bis hinauf in die moderat motorisierte Kompaktklasse (z. B. Golf TDI 105 PS) ist es ohne weiteres möglich, Modelle anzubieten, die darunter fallen.

In der Regel genügen etwas längere Übersetzung und schmalere breiten Reifen, um das im Testzyklus zu schaffen. Im alltäglichen Verbrauch, also im realen CO2-Ausstoß, ändert sich genau nichts, bloß fährt sich das Auto etwas ungewohnt. (rs, AUTOMOBIL, 14.12.2007)

Leserfragen an:

Rudolf Skarics

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    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

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  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

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    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

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  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

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    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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