Das CO2-Bonus-Malus-System ist vor allem kompliziert
Ab Juli 2008 wird über das System der Normverbrauchsabgabe (NoVA; zwischen drei und 16 Prozent plus Mehrwertsteuer) noch ein Bonus-Malus-System in Abhängigkeit vom CO2-Ausstoß gestülpt. Dazu kommt noch das bestehende Bonus-Malus-System für Partikelfilter. Daraus ergibt sich, dass es ziemlich schwierig wird, einen verbindlichen Neuwagenpreis zu errechnen.
Dabei wäre es viel einfacher gegangen: Die NoVA ist nämlich bereits eine CO2-Steuer, weil der CO2-Ausstoß direkt mit dem Verbrauch zusammenhängt. Man hätte also nur ein Schräubchen bei deren Prozentsätzen drehen müssen, um CO2-intensive Kraftstoffschlucker zu benachteiligen. Mit dem neuen Gesetz ist es ausschließlich gelungen, die Bürokratiespirale weiterzudrehen.
Fußdackerl-Problematik
Vom Malus ab 180 g/km CO2 sind Durchschnittsautofahrer überhaupt nicht betroffen. Abgesehen von Exoten wie Ferrari und Co liegt in Europa der Flottenverbrauch aller verkauften Autos aller Autohersteller ohnehin bereits unter 180 g/km, außer BMW und Mercedes, die aber auch nur knapp darüber liegen.
Und was kümmert es einen Autokäufer, wenn er bei einem Auto, das 80.000 € kostet, 2000 € CO2-Malus drauflegen muss? Diesen Betrag versteckt doch der Verkäufer beim Zusammenzählen der Aufpreisextras unter einem Fußdackerl.
Auch auf der Bonus-Seite wird sich wenig bewegen (300 € Bonus unter 120 g/km). Bis hinauf in die moderat motorisierte Kompaktklasse (z. B. Golf TDI 105 PS) ist es ohne weiteres möglich, Modelle anzubieten, die darunter fallen.
In der Regel genügen etwas längere Übersetzung und schmalere breiten Reifen, um das im Testzyklus zu schaffen. Im alltäglichen Verbrauch, also im realen CO2-Ausstoß, ändert sich genau nichts, bloß fährt sich das Auto etwas ungewohnt. (rs, AUTOMOBIL, 14.12.2007)