Deutsche Konsumentenschützer - Gravierende Mängel bei eBay-Shops

29. Jänner 2008, 16:10
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80 Unternehmen unter die Lupe genommen - Offenbar Konsumentenrechte verschwiegen und falsche Angaben gemacht

Bei einer Überprüfung von 80 deutschen Unternehmen, die über das Internauktionshaus eBay Waren verkaufen, sind teilweise gravierende Mängel beim Verbraucherschutz entdeckt worden. Wie der deutsche Bundesverband der Verbraucherzentralen am Donnerstag in Berlin berichtete, habe man in jedem untersuchten Fall mindestens einen Verstoß gegen bestehende Vorschriften gefunden. So seien rund 20 Unternehmer als private Verkäufer aufgetreten, die in der Praxis nur schwer haftbar zu machen seien. Außerdem würden Angaben zum Widerrufs- oder Gewährleistungsrecht vorenthalten.

71 Abmahnungen

Insgesamt sprach der Verband 71 Abmahnungen aus und leitete 7 Klagen ein. Die Verbraucherschützer forderten das Auktionshaus auf, für ein effektives Qualitätsmanagement zu sorgen, die Verbraucherrechte zu überwachen und einen Missbrauch unverzüglich zu ahnden. "eBay muss einen gewerblichen Online-Shop, der sich als Privatverkäufer tarnt, unverzüglich ausschließen", forderte Verbandschef Gerd Billen. Das Unternehmen selbst war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Allein bei Informationspflichten vor Abschluss eines Vertrags zählten die Verbraucherschützer nach eigenen Angaben insgesamt 426 Verstöße, durchschnittlich also 5,3 pro Anbieter. Die vom vzbv eingeleiteten Maßnahmen zeigten sogar schon Erfolge: Rund 60 Unterlassungserklärungen seien beim Verband eingetroffen, eine sogar aus Hongkong, hieß es. Gegen sieben Anbieter, die sich trotz eines Erinnerungsschreibens nicht geäußert oder eine Unterlassungserklärung verweigert hätten, sei Klage erhoben worden. In bisher vier Urteilen seien die Ansprüche des Verbands im vollen Umfang bestätigt worden.

Profis

Welche Probleme als Privatpersonen getarnte Profihändler machen können, bekamen die Verbraucherschützer selbst zu spüren: Zwar seien in 11 von 20 Fällen Abmahnungen möglich gewesen. Bei den übrigen konnte aber keine verwertbare Adresse ermittelt werden. "Leicht auszumalen, dass auch Reklamationen oder ein Widerruf hier ins Leere laufen", sagte Billen.

Für die Untersuchung nahm der vzbv die 80 Händler, zumeist "PowerSeller" oder Betreiber von "Premium"- oder "Top"-Shops, von September 2006 an ein Jahr lang unter die Lupe.(APA/AP)

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