Die "Kreuzzügler" von Inter Mailand

13. Jänner 2008, 22:57
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Türkischer Rechtsanwalt startet Feldzug gegen Inter-Trikot: Italiener wollten "Überlegenheit einer Religion manifestieren"

Rom - Inter Mailand bekommt wegen seines angeblich Islam feindlichen Trikots Schwierigkeiten in der Türkei. Ein Rechtsanwalt hat bei Gericht einen Antrag gegen die Italiener eingereicht, die das Champions League-Match gegen Fenerbahce Istanbul am 27. November im Mailänder San-Siro-Stadion 3:0 gewonnen hatten. Der Anwalt verlangt, dass die UEFA Inter drei Punkte abzieht und den Türken den Sieg zuspricht.

Der Grund für die Forderung: Die Mailänder hatten das Match mit ihrem Jubiläums-Trikot zum hundertjährigen Bestehen bestritten, auf dem auf weißem Hintergrund ein rotes Kreuz prangt. Das Trikot erinnere an das rote Kreuz auf den Rüstungen der Tempelritter bei ihren Kreuzzügen in der Türkei. "Dieses Kreuz erinnert mich an blutige Tage unserer Vergangenheit. Während ich das Match verfolgte, spürte ich einen tiefen Schmerz in der Seele. Inter wollte mit diesem Trikot auf explizite Weise die Überlegenheit einer Religion manifestieren", sagte der Rechtsanwalt nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica".

Das Gericht in Smirne nahm den Antrag des Rechtsanwalts an und reichte ihn FIFA und UEFA zur Prüfung weiter. Gefordert wird nicht nur der Punkteabzug, sondern auch eine Strafe für Inter. Das rote Kreuz auf weißen Hintergrund ist Teil des Wappens der Stadt Mailand, wie auch vieler anderer Gemeinden in Italien. Es ist auf den Trikots mehrerer Klubs zu sehen. (APA/red)

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    Zlatan Ibrahimovic im inkriminierten Textil im Spiel gegen Fenerbahce.

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