Agrarkonzern empört über Gewaltvorwürfe

16. Jänner 2008, 13:53
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Schweizer Chemiefabrikant "Syngenta": Tödlicher Zwischenfall bei Besetzungsaktion wird polizeilich untersucht

Wien - Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta hat Vorwürfe der Grünen zurückgewiesen, er würde seine Profitinteressen "derart brutal durchsetzt, dass sogar Menschenleben auf dem Spiel stehen." In einer derStandard.at vorliegenden Stellungnahme heißt es: "Wir legen Wert auf die Feststellung, dass Syngenta keine 'bewaffneten Milizen' unterhält."

Der Grüne Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber hatte zuvor berichtet, im brasilianischen Bundesstaat Parana sei Ende Oktober ein Kleinbauer von "bewaffneten Milizen" des Schweizer Konzerns getötet worden. Er und weitere Landlose ("sem-terra") hätten ein Versuchsfeld von Syngenta besetzt, auf dem mit gentechnisch modifiziertem Mais und Soja experimentiert wurde.

Untersuchung läuft

Syngenta wies in der Stellungnahme darauf hin, mit einem externen Sicherheitsunternehmen sei vertraglich vereinbart gewesen, auf das Tragen von Waffen und Gewaltanwendung zu verzichten. "Wir billigen die Vorgehensweise des Wachunternehmens nicht", heißt es in der Stellungnahme. Es müsse auch erwähnt werden, dass ebenfalls eine Person des Wachpersonals ums Leben kam. Die Umstände, die zu dem Konflikt führten, seien noch unklar würden im Augenblick polizeilich untersucht.

Syngenta samt aller Mitarbeiter sei jedenfalls von den tragischen Ereignissen am 21. Oktober 2007 in seiner Forschungsstation in Santa Tereza do Oeste, nahe Cascavel im Bundesstaat Parana, "schockiert". Das Unternehmen sei tief betroffen über die beiden Todesfälle und die Umstände, die dazu führten.

Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern des MST und Mitarbeitern des Wachunternehmens. seien ein Wächter und ein Mitglied des MST getötet worden. Drei weitere Wächter und vier Mitglieder des MST hätten Verletzungen erlitten. (APA)

  • Kundgebung vor der Wiener Niederlassung des Chemiekonzerns
    foto: öbv/attac

    Kundgebung vor der Wiener Niederlassung des Chemiekonzerns

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