Mann beißt Hund

Redaktion, 5. Februar 2008, 17:00
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    Auf und davon: Am 7. Februar ist heuer chinesisches Neujahr.

Ein Sackerl für dein Dackerl zum Olympiajahr in Peking und zum Neujahrstag der Chinesen: Harald Fidler kam eher räudig auf den besten Freund des Menschen

Die Herzen der Posterinnen und Poster werden mir bei dieser Geschichte in bisher ungeahntem Ausmaß zufliegen, vermute ich, und ganz besonders jenes meines online noch jungen Blogkollegen Hans Dichand, der ja lieber seine Retriever streichelt als Macht auszuüben, ganz zu schweigen davon, sie zu verspeisen.

 

Aber im steten, wenn auch meist fruchtlosen Bemühen um aktuelle Aufhänger für unsere kleine, dreckige Kolumne stieß mir Peking 2008 auf und dann auch gleich noch der Neujahrstag des Milliardenvolkes und mit all dem der Umstand, dass man den Chinesen nachsagt, sie verputzten praktisch alles, was vier Beine hat und kein Tisch ist. Falls Sie es nicht ohnehin schon bei der Lektüre dieses Essblogs ahnten: Ich auch.

Nach China hat es mich bisher leider noch nicht verschlagen auf meinen Fresstouren, sehr wohl aber nach Vietnam. Und dort sind ja auch nicht gerade die Hundeverächter zuhause. In Hanoi ist ein ganzes Restaurantviertel auf diese Spezies spezialisiert. Aber da war ich gerade gelandet und wollte Magen und Gaumen erst einmal in herkömmlichen Garküchen akklimatisieren. Zuviele (fischig und fleischlich mutmaßlich) herkömmlichere Herrlichkeiten in dunklen, rauchigen Löchern in der Wand oder irgendwo gleich am Gehsteig, als dass ich auf den Hund gekommen wäre.

Punkt 1: Schlange

Bis Saigon war die Überlegung vergessen, und bis Siobhan, einer eher forschen und kulinarisch mir ähnlich unternehmungslustigen Australierin. Erster Programmpunkt: Schlange. Dafür haben sie hier auch ein spezialisiertes, richtiges Restaurant, das ich mir nicht notiert hab, weil ich ohnehin nicht mehr hinwollte.

Kobra, versicherte mir der Kellner. Kein wirklicher Höhepunkt, das Tier, serviert in Sauce und mit Haut, mutmaßlich aus Gründen der Authentizität, nicht unbedingt des Gaumens.

Punkt 2: Hund

Fehlte uns noch der Flocki. Wir fühlten beim Personal eines Ausflugstouranbieters vor, der uns schon in die Cuci-Tunnel verfrachtet hatte, die unterirdischen Kampfanlagen der Vietcong gegen die US-Amerikaner, und ans Mekongdelta. Der junge Mann telefoniert ein bisschen herum, nickt, will uns auch den Fahrer organisieren und bestellt uns abends wieder in sein Büro.

Eher abenteuerlich schon unser Transport zum Hundewirten: Der Fahrer, Siobhan und ich 20 Minuten auf einem der abermillionen Scooter durchs nächtliche Saigon - in eine ziemlich dunkle, ziemlich dreckige Seitengasse. Das Lokal ein räudiges Loch in der Wand, die schon gewohnten kleinen Plastikhocker, niedrige Tischchen und viele, viele durchwegs männliche Vietnamesen in schon etwas gelösterer Stimmung.

Kein Wow beim Wau

Drei Gänge umfasst das Fixmenü vom Hund, ambientegemäß, aber für Vietnam ungewohnt lieblos wie pur auf den Teller geschlenzt. Welche Stücke wir da genau vorgesetzt bekommen, ließ sich vage erahnen, aber definitiv nicht erfragen, nur beim wie der Rest eher rüde gebratenen Hinterlauf ist die Sache ziemlich klar. Geschmack? Von Wow keine Rede beim Wau. Zähes Schwein, würde ich sagen. Muss ich definitiv nicht in meinen Speiseplan aufnehmen. Liegt aber wohl auch daran, dass diese kulinarische Tradition eher im Norden Vietnams zuhause ist. Vielleicht sind ja auch die Chinesen raffinierter in der Zubereitung dieser Tiere.

Zurecht riet uns der vergnügte Keller zu einer ordentlichen Portion Mekongwhisky zum Digestiv. Der trübt die Erinnerung recht rasch. Zum Verklären reichte die Menge nicht.

PS: Der chinesische Freund eines Freundes behauptet ja (ob allen Ernstes, kann ich nicht beurteilen), dass praktisch alle seine Landsleute zum chinesischen Neujahrsfest danach trachten, Hund zu essen, weil das Glück bringe. Wer das glaubt, lasse seinen Dackel bitte heuer vor allem um den 7. Februar besser nicht aus den Augen.

PPS: Wer völkerverbindend chinesisch-deutsche Weihnachten feiern will, für den oder die hat Loriot hier ein Rezept.

PPPS: Hund, ganz harmlos: Dem gewaltigen Opus "Genussland Österreich" entnehme ich gerade, dass einbrennte Erdäpfel mit Augsburger im Altwienerischen auch als "einbrennte Hund'" bekannt sind.

PPPPS: Das neue, mir jetzt auf den ersten, vorurteilsbeladenen Blick nicht rasend sympathische "Little Buddha" serviert zu gegrilltem Thunfisch in Mochiko-Kruste "hausgemachte japanisched Bulldog-Sauce". Aber seien Sie ganz unbesorgt!

Schmecks ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.

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INDUSTRIE NEU
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na und?

ich hab in afrika mal ein stück mensch probiert (1953) - mir ist alles egal. ich will nur fressen, fressen, fressen. und ja, in wien können sie zeitweise recht gutes fressen zubereiten.

Patrick Fichtinger
 
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29.3.2008, 15:19
Schmecks

sie Kleingeist: Denken und erst dann essen, ist das zu viel verlangt? Dann wären ihre Berichte auch besser und würden mir nicht so schnell das zuvor gegessene hochtreiben.

Bulkhead
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1A Herr Fiedler

Vielleicht sollten sie sich einmal ansehen wie die Hunde dort gehalten und getötet werden. Aufgrund der Zensur werde ich mir weitere Kommentare sparen aber sie können sich einiges in diese Lücke [] denken.

Lilith Boessse
 
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29.10.2009, 12:56
vielleicht sollten SIE sich mal ansehen,

wie rinder, schweine, hühner bei uns gehalten werden......

painless
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Das obere Ende der Ernährungspyramide...

...ist nun mal der Mensch. ergo dessen besteht kein Unterschied zwischen Hund, Katze und Rind, Schwein usf. Bleibt doch jedem selbst überlassen, was er essen möchte - im bevölkerungsreicheren Asien sind das eben auch Hunde. In Italien werden Singvögel gegessen, wo ist das Problem. Wer keinen Hund essen möchte, solls halt bleiben lassen.

Schnabeltierfresser
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Singvögel wurden bei uns

bis vor ein paar Jahrzehnten auch noch gegessen, im alten Mayer-Bruck'schen Sacher-Kochbuch sind noch Rezepte für Krammetsvögel.

Außerdem, warum sollte eine Drossel mehr wert sein als ein Wachtelhuhn?

mistaG
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in der schweiz wird auch heute noch hund gegessen, und auch in österreich ists noch nicht so lang her dass hund am speiseplan stand!

Barbara Wielander
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Na ja, an einer Wachtel ist halt etwas mehr dran (auch nicht viel, aber doch mehr als so eine Winz-Drossel)

Das entzückende Stinktier
 
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Schon für eine Wachtel zahlt sich eigentlich nur das Mundaufmachen aus,

wenn sie mit einem Löfferl foie gras gefüllt ist oder einem Trüffel...

;-)))

schmecks
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da tun Sie der wachtel aber unrecht, bitteschön!
besten gruß,
harald fidler
ps: trüffel sind ohnehin (allermeist) schwer überschätzt, wenn Sie mich fragen.

Das entzückende Stinktier
 
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Nanaa, der Geschmack von Wachtelfleisch ist schon gut (vorausgesetzt, sie wurde

mit gutem Getreide gefüttert etc.).
Aber sooo wenig...

Trüffel: jein - ein wirklich guter weißer Trüffel ist, puristisch mit Kartoffelpüree oder Nudeln, schon toll, aber auch verdammt viel Geld.

Bei schwarzen stimmt Ihr Einwand sicherlich, da geben ordentliche Steinpilze (frisch oder getrocknet) mehr her.

schmecks
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Wenn schon, dann am besten Spiegelei (für weißen Trüffel)! Eventuell Tajarin.
Besten Gruß,
Harald Fidler

lanadra dorr
512
Meiner Meinung

nach finde ich es gelinde gesagt äusserst 'abgehoben' in ein Land zu fahren um dort Hunde bzw. Schlangefleisch zu verspeisen. Kommt mir so vor wie ein Mensch der mit seiner Zeit nichts besseres zu tun weiss als irgendwelche abartigen Sachen zu kosten. Grenzenloeses Essverhalten ist für mich kein Nobelcharakterzug, eher eine Abstumpfung des Lebensgefühls.

Das entzückende Stinktier
 
01
Alsom in mägereren Zeiten wurde auch bei uns sowas gegessen.

Kann mich noch an Erzählungen vom "Muziwau" erinnern, der in Marchtrenk bei Wels sich an diesen Viechern vergriffen haben soll. Und die als Hase verkaufte Katze ist sogar in der alten Wortschöpfung "Dachhas'" verewigt.

ubu roi
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oder in der redewendung "die katze im sack kaufen"

Das entzückende Stinktier
 
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yep!

schmecks
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Danke für Ihr Feedback. Allerdings bin ich nicht nach Vietnam geflogen, um Schlange und Hund zu essen, sondern vielmehr, um mir das Land anzuschauen. Da es sich bei dieser Rubrik aber um einen Essblog und kein Reisetagebuch, hab ich weder von der Halong Bay noch vom Mekong Delta, weder von Hue noch von sonst einer Sehenswürdigkeit berichtet.
Besten Gruß,
Harald Fidler

hamstertier
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an schmeck`s

hunde werden in asien mit stöcken malträtiert, sie sollen möglichst schmerzhaft sterben- (gilt auch für katzen), damit sie besser schmecken. wenn man schon fleisch essen will, dann nur aus artgerechter tierhaltung und stressfreier schlachtung. tierquälereien sind immer abzulehnen, egal, um welches tier es sich handelt.
bei ihnen bin ich ehrlich gesagt nicht sicher, ob sie 1) ein möchtegern-lustiger-provokateur sind, oder wirklich nur
2) ein gefühlloses nixerl.
zu 1: wann kommen dann die lebendig gehäuteten "negerkinder"?
zu 2: glauben sie, daß ihnen auf dauer die streßhormone der gequälten tiere, die sie mitessen guttun?

schmecks
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a) artgerechte haltung - ganz bei Ihnen, nach möglichkeit.

b) mache ich, mit verlaub, unterschiede zwischen mensch und tier. wie Sie auf die idee mit "lebendig gehäuteteten" menschen kommen, ist mir schleierhaft, ebenso gilt das für den gedanken an, ich zitiere, "negerkinder" (den machen auch Ihre anführungszeichen nicht besser).

wer auf solche formulierungen kommt, macht wiederum mich ein bisschen nachdenklich, welch hamsters tier er ist.

besten gruß und danke für das feedback,
harald fidler

hamstertier
21
an schmeck`s

zu a) artgerechte haltung u.stressfreie schlachtung ist IMMER möglich - wenn nicht, ißt der mensch von welt kein fleisch.
zu b) wenn`s um folterung geht, dann gibt`s keinen unterschied. tiere leiden genauso wie menschen.
zu meinen formulierungen: sie werden mir doch nicht einreden wollen, daß sie diesen part meines posts nicht verstanden haben? ich bin vom rassisten genauso weit entfernt, wie sie vom veganen lebensstil. es geht doch wohl klar hervor, was damit gemeint ist: wenn sich jemand gut dabei vorkommt, zu tode malträtierte tiere zu essen, dann ist der schritt zum menschen nur mehr ein gradueller, kein prinzipieller mehr, klar? da ich aber annehme, daß sie das sowieso gewußt haben, wollten sie wahrscheinlich nur ablenken. billig.

trifasciata
01
Verstehe die Logik hinter dem Satz:

"wenn sich jemand gut dabei vorkommt, zu tode malträtierte tiere zu essen, dann ist der schritt zum menschen nur mehr ein gradueller, kein prinzipieller"
nicht.
Selbst wenn es stimmt dass sie in Asien (?) Tiere zu Tode quälen um sie schmackhafter zu machen, die Tatsache dass selbst dort keine Menschen (junge, alte, helle , dunkle....) gegessen werden beweist eindeutig dass hier ein prinzipieller und kein gradueller Unterschied vorhanden ist.
Abgesehen davon bin ich mit ihnen einer Meinung, Fleisch ja, aber ohne Quälereien

hamstertier
10
an trifasciata

es stimmt, man quält in Asien hund u. katze zu tode, damit das fleisch zarter schmeckt. auch bei uns werden tiere in tierfabriken u. bei tiertransporten gequält, aber hier gibt es bereits öeute, die dagegen ankämpfen. in Asien ist das bewußtsein noch nicht geweckt, deshalb wiegt es bei einem hiesigen "feinschmecker" stärker, finden sie nicht? ich hoffe, daß sich das verhalten der menschen dem tier gegenüber mit der zeit wandeln wird, erst dann wird auch mensch mit mensch anders umgehen. (ich esse übrigens kein fleisch, verwende auch kein leder).

trifasciata
01
Verstehe die Logik hinter

"wenn sich jemand gut dabei vorkommt, zu tode malträtierte tiere zu essen, dann ist der schritt zum menschen nur mehr ein gradueller, kein prinzipieller"
nicht.
Selbst wenn es stimmt dass sie in Asien (?) Tiere zu Tode quälen um sie schmackhafter zu machen, die Tatsache dass selbst dort keine Menschen (junge, alte, helle , dunkle....) gegessen werden beweist eindeutig dass hier ein prinzipieller und kein gradueller Unterschied vorhanden ist.
Abgesehen davon bin ich mit ihnen einer Meinung, Fleisch ja, aber ohne Quälereien.

Schnabeltierfresser
01
Und tiefgefrorene

Pythons und Klapperschlangen gibt's übrigens beim Eurofisch-Supermarkt.

Schnabeltierfresser
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Na wirklich,

zum Hundeessen hätten Sie doch auch ins Rheintal oder ins Appenzell reisen können, Fidler, Sie dekadenter Klimaschädling! ;)

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