Studie: Rassismus gegen Araber weiter auf dem Vormarsch

30. Jänner 2008, 18:19
77 Postings

Anstieg der Gewalttaten gegen israelische Araber

Jerusalem - Israelische Bürgerrechtler haben vor einem Anstieg des Rassismus gegen die im Land lebenden Araber gewarnt. Die Ablehnung arabischer Bürger sei in Israel "in allen Bereichen" auf dem Vormarsch, erklärte die israelische Vereinigung für Bürgerrechte in ihrem am Samstag veröffentlichten Jahresbericht.

Nach einer in dem Bericht zitierten Umfrage vom September sprachen sich 55 Prozent der israelischen Juden sich dafür aus, die Araber zum Auswandern zu bewegen. Im Jahr 2006 wollten demnach drei Viertel der Befragten keine Araber als Hausmitbewohner haben - ein Anstieg von 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der anti-arabischen Gewalttaten sei 2006 um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Vorurteile

Der Studie zufolge sprachen sich zudem 55,5 Prozent der Befragten für eine Trennung von Juden und Arabern an Veranstaltungsorten und Freizeiteinrichtungen aus. Der Jahresbericht erwähnte auch eine Studie der Universität Haifa aus dem Jahr 2004, derzufolge 69 Prozent der jüdischen Studenten Araber für "nicht intelligent" befanden. 75 Prozent bezeichneten sie als gewalttätig, ein Drittel gab an, Angst vor Arabern zu haben.

In Israel leben rund 1,2 Millionen arabischstämmige Bürger, sie sind die Nachfahren der Palästinenser, die nach der Gründung Israels 1948 im Land blieben. Sie sind auch offiziellen Berichten zufolge häufig Opfer wirtschaftlicher und sozialer Diskriminierungen. (APA)

Share if you care.