Wir Viertler

4. Jänner 2008, 11:27
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Am 8. Dezember eröffnete das "Museum Lebenswelt Weinviertel" mit einem Blick auf die Weinviertler - ähnlich dem Porträt-Buch "Wir Waldviertler"

Maria Sojka aus Laa an der Thaya war jahrzehntelang Hebamme. Jetzt ist sie – genau genommen Bilder von ihr - Teil eines Kunstwerks namens "Hausaltar". Das Fotogebilde gehört zur Ausstellung Das WEIN/4 - "Landsleute", mit der am 8. Dezember ein neuer Teil des Museumszentrums Mistelbach eröffnet.

Neben den weniger bekannten "Helden des Alltags" aus der Region finden sich in der unkonventionell gestalteten Schau im "Museum Lebenswelt Weinviertel" auch berühmtere Namen: Da ist etwa Ignaz Josef Pleyel aus Ruppersthal, Komponist und Klavierbauer, der zur Zeit der Französischen Revolution bekannter gewesen sein soll als Mozart. Oder der Gänserndorfer Sohn einer Eisenbahnerfamilie, Wilhelm Franz Exner, der 1908 das Technische Museum in Wien gegründet hat. Oder Johann Petzmayer. Der in Zistersdorf geborene Zithervirtuose trat im frühen 19. Jahrhundert sogar in den Privatgemächern des Kaisers Franz von Österreich auf. Ob bekannt oder unbekannt - die Ausstellung macht deutlich, dass die Weinviertler vor allem eines sind: vielfältig.

920 Porträts

Dass das auch auf die Waldviertler zutrifft, zeigt der kürzlich erschienene Bildband "Wir Waldviertler" mit 920 bunten Porträts. Da lächelt dem Leser etwa Peter Wibmer, Uhrmachermeister aus Bärnkopf oder Maria Fuchs, die älteste Gemeindebürgerin von Grafenschlag, entgegen. Die vielen Fotos schoss Fotograf Georg Walter bei zwei Kunstaktionen. "Einen Gegenstand mitzubringen, der einem etwas bedeutet, war Bedingung für ein Foto. Da waren wir relativ streng", erzählt Dieter Juster, Obmann der Kulturinitiative Weinsbergerwald und Herausgeber des Buches. Die Frage "Wie schauen sie aus, die Waldviertler?" war der Antrieb für die Enstehung des Werks.

Eine Art "Viertel-Patriotismus" habe Juster nicht bemerkt: "Die Reaktionen auf das Buch waren viel mehr, dass Leute auf mich zugekommen sind, die auch aus dem Waldviertel waren und ihren Teil der Region zu wenig vertreten sahen." Dass es weitere Porträtbände geben könnte, schließt Juster nicht aus. (Gudrun Springer/derStandard.at, 7.12.2007)

Museumszentrum Mistelbach
Waldstraße 44-46, 2130 Mistelbach
Öffnungszeiten: ganzjährig von Dienstag bis Sonntag,
10 bis 18 Uhr
Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro
(Kinder bis 6 Jahre frei)

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  • Am 8. Dezember wird der neue Teil des Museumszentrums Mistelbach eröffnet.
    fotos: mzm museumszentrum mistelbach

    Am 8. Dezember wird der neue Teil des Museumszentrums Mistelbach eröffnet.

  • Der neue Museumsteil von außen.
    fotos: mzm museumszentrum mistelbach

    Der neue Museumsteil von außen.

  • Maria Sojka aus Laa an der Thaya war jahrzehntelang Hebamme. Jetzt ist sie – genau genommen Bilder von ihr - Teil eines Kunstwerks namens "Hausaltar".
    fotos: mzm museumszentrum mistelbach

    Maria Sojka aus Laa an der Thaya war jahrzehntelang Hebamme. Jetzt ist sie – genau genommen Bilder von ihr - Teil eines Kunstwerks namens "Hausaltar".

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