Die Werksangaben sind ein Anhaltspunkt. Nicht mehr
Als Ende der 80er-Jahre die Abgasgrenzwerte nach US-Vorbild so verschärft wurden, dass sie für ein Benzinauto ohne Katalysator nicht mehr zu schaffen waren, wurde es auch möglich, aus dem Abgas-Messzyklus den Verbrauch herauszurechnen. 1992 wurde dann ein eigener europäischer Fahrzyklus eingeführt.
Damit konnten auch drei Werte für den Verbrauch angegeben werden, für Stadtverkehr, Überlandfahrt und insgesamt. Dabei wird auf dem Prüfstand ein Fahrzyklus gefahren und das Abgas gemessen. Die Prozedur dauert ca. 20 Minuten.
Guter Anhaltspunkt
Im Jahr 2000 wurde sie geringfügig verändert, sodass sich etwas höhere Werte ergaben. Das hatte schon damals Zusatzeinnahmen für das Finanzamt durch die Normverbrauchsabgabe zur Folge, war also auch eine versteckte Steuererhöhung.
Die Ergebnisse aus dem heutigen Fahrzyklus sind zwar ein guter Anhaltspunkt für das Verbrauchsverhalten der Fahrzeuge relativ zueinander, mit dem absoluten Verbrauch haben sie tatsächlich wenig zu tun. Erstens dauert die Phase, in der mit Höchstgeschwindigkeit 120 km/h gefahren wird, nur wenige Sekunden. Wer also ein paar hundert Kilometer mit Tempo 130 über die Autobahn schnürt, verbraucht einiges mehr.
Klimaanlage bleibt aus
Zweitens werden wichtige Energieverbraucher (Sitzheizung, Klimaanlage) nicht eingeschaltet. Alleine die Klimaanlage kann bis zu 30 Prozent Mehrverbrauch hervorrufen. Außerdem nützen die Autohersteller die Intelligenz elektronischer Steuerungen durchaus, um Motoren auf besonders verbrauchsfreundliches Verhalten zu optimieren.
Eine Konsequenz wäre, Testbedingungen schärfer an die Realität heranzuführen - wenn es geht, ohne dahinter eine Steuererhöhung zu verstecken. Außerdem: Die neuen EU-Länder werden da nicht ohne weiteres einwilligen. (rs, AUTOMOBIL, 7.12.2007)