Henkel CEE-Chef: Österreich behandelt Forscher wie Hilfsarbeiter

11. Jänner 2008, 14:33
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Thumser: "In Österreich haben Konsumenten schon jetzt weniger Wahlmöglichkeit als etwa im 60 Kilometer entfernten Bratislava"

Wien - Henkel Südosteuropa-Chef Günter Thumser stellt Österreich ein schlechtes Zeugnis am Forscher-Arbeitsmarkt aus. "Forscher werden hier behandelt wie Hilfsarbeiter, während ihnen in Amerika der rote Teppich ausgerollt wird. Die Bürokratie macht den Familienangehörigen zudem das Leben unnötig schwer. In diesem Bereich könnte ohne großen finanziellen Aufwand viel verbessert werden. Kein Wunder, dass sich Forscher gut überlegen, hierher zu kommen", so Thumser zum Kurier (Freitag-Ausgabe).

Demnach habe Henkel CEE 10.000 Mitarbeiter in 31 Ländern Zentral- und Osteuropas und wegen den Kontingentsregelungen schon Probleme, Mitarbeiter aus Nicht-EU-Staaten zu Schulungen nach Österreich zu holen.

Kritik gibt es auch an der Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. "In Österreich haben Konsumenten schon jetzt weniger Wahlmöglichkeit als etwa im 60 Kilometer entfernten Bratislava, wo es größere Einkaufszentren als bei uns gibt. Das gibt mir schon zu denken", so Thumser. Zum möglichen Verkauf von Zielpunkt/Plus meinte er: "Das ist sehr schade für den Markt, hier werden Werte zerstört."

Aber auch erfreuliches gab es zu berichten. So habe das Henkel-Geschäft in Österreich dank des Wirtschaftsaufschwungs angezogen. "Wir haben seit zwei Jahren wieder Wachstumsraten von bis zu fünf Prozent. In den Jahren zuvor haben die Umsätze stagniert oder waren leicht rückläufig", rechnte Thumser vor. (APA)

  • Günter Thumser
    foto: standard/rauchenberger

    Günter Thumser

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