Banküberfälle nur ein Wiener Problem - Österreichweit Rückgang

Redaktion, 06. Dezember 2007 18:40

Nur 26 der 74 Banküberfälle wurden in diesem Jahr wurden geklärt

Wien - Die hohe Anzahl der Überfälle auf Banken, Postämter und Spielsalons ist ein Wiener Problem. Die Anzahl der Banküberfälle in ganz Österreich ist nach den Daten des Bundeskriminalamts jedenfalls rückläufig. Gab es im vergangenen Jahr bis 1. Dezember 131 Raube bei Banken und Postfilialen, waren es heuer im selben Zeitraum 114 derartiger Delikte. In Wien gab es im Vorjahr im ganzen Jahr 68 Banküberfälle, heuer waren es bis 1. Dezember 71, bis 5. Dezember 74.

In Wien wurde heute am Mittwoch der 74. Bankraub des Jahres verübt. Polizei-Experten erklären das Problem durch Personalmangel im Wiener Kriminaldienst. Verantwortliche im Landespolizeikommando weisen das zurück.

"Wir können nicht mehr Beamte auf die Straße bringen als wir haben", heißt es hinter vorgehaltener Hand bei der Kriminalpolizei. Laut Oberst Christian Stella, Sprecher des Wiener Landespolizeikommandos, sind derzeit 900 Beamte im Einsatz. Das sei deutlich weniger als früher. "Aber der Kriminaldienst hat nur mehr die Mittel- und Schwerkriminalität zu bekämpfen. Kleinkriminalität wird jetzt in den Polizeiinspektionen mitgemacht", erklärte der Sprecher.

München sei von der Größe her mit Wien vergleichbar und gern als Vorbild dargestellt, erklärt ein Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums: "1.200 Beamte sind in München bei der Kripo tätig. Aber es gibt auch ein anderes System."

Geopolitische Lage

Für den amtsführenden Landespolizeikommandanten Generalmajor Karl Mahrer ist die geopolitische Lage Wiens einer der Hauptgründe. Die Zahl der Kriminalbeamten könne man nicht mit München vergleichen. "Bei uns arbeiten wesentlich mehr Leute in der Fläche, also Uniformierte, als an der Aufklärung von Kriminalität", erklärte er.

Aufkläungsrate

Laut dem interimistischen Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung, Hannes Scherz, wurden heuer bisher 26 der 74 Banküberfälle geklärt. Weitere neun Klärungen betreffen Fälle aus dem Vorjahr. Rund 50 Prozent beträgt normalerweise die Aufklärungsquote, wenn auch manche Fälle erst Monate oder Jahre später geklärt werden. (APA)

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