Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
.jpg)
LIF-Abgeordneter Alexander Zach will "raus aus der Kammer". Dafür hat er eine gleichnamige Initiative gegründet.
Sensibles auf der Überholspur
81 teilweise riesige Materien sollen in drei Tagen abgehandelt werden, darunter extrem sensible Themen, die an die Grundfesten des Rechtsstaates rühren. Vor allem die Einführung des Asylgerichtshofes und die verfassungsrechtliche Verankerung der Kammer-Pflichtmitgliedschaft sorgen für Diskussionen.
Die Bundesverfassung werde "mit Füßen getreten", so etwa die Dritte Nationalratspräsidentin Eva Glawischnig und sinngemäß auch Verfassungsjurist Mayer. Nicht nur inhaltlich sei die Richtung falsch, auch die Entstehung der Gesetze sei fragwürdig. Entwürfe würden teilweise erst eine Stunde vor Beginn des Verfassungsausschusses ohne Begutachtung überfallsartig eingebracht, kritisiert Glawischnig. Wasser auf die Mühlen der Kritiker war unter anderem die Aussage der Justizministerin, sie habe den Entwurf zum Asylgerichtshof nicht genau lesen können, weil der Zeitdruck so groß war.
Versteckte "Schmankerl"
Eigentlich sollte ja nur die Verfassung bereinigt werden - von veralteten, nutzlosen Bestimmungen befreit, wie es der Verfassungskonvent geplant hatte. Im Bundesverfassungsrechtsbereinigungsgesetz sind darüber hinaus aber auch diverse, rechtsstaatlich bedeutsame "Schmankerl" enthalten - etwa die Neurregelung der Kammern. In Paragraph 120a versteckt sich die Bestimmung, die künftig die "Zwangsmitgliedschaft" in einigen Kammern verfassungsrechtlich festlegen soll – Änderungen daran wären dann nur mehr mit Zwei-Drittel Mehrheit möglich. Schon der Entwurf provozierte eine Vielzahl von negativen Stellungnahmen – nicht nur von oppositioneller Seite.
Selbst pragmatisiert
Die Reaktionen auf diese Absicht nahmen drei Formen an:
Erstens: Die Kammern, die natürlich von der Änderung profitieren, zeigten sich vorsichtig optimistisch bis gleichgültig. De facto ändere sich ja nichts, so etwa Wirtschaftskammer-Präsident Leitl zur "Presse".
Zweitens: Experten und Juristen sowie die Opposition kritisierten den Kammer-Zwang, vor allem auch weil aktuell die Bundesverfassung ja eigentlich entrümpelt und nicht erweitert werden sollte. "Die Große Koalition pragmatisiert sich selbst in der Verfassung", so etwa BZÖ-Chef Westenthaler. Auch die Industriellenvereinigung sieht "keine Notwendigkeit für eine verfassungsgemäße Verankerung". "Das Hauptproblem sehe ich in der Einschränkung der persönlichen Freiheit", so der liberale Abgeordnete Alexander Zach zu derStandard.at. "Die Zwangsmitgliedschaft in den Kammern widerspricht der UN-Charta". In der SPÖ findet Zach keine Unterstützung, er beruft sich aber auf namhafte Wirtschaftstreibende, die auf seiner Seite seien.
Ein Stück vom Kuchen
Schließlich gibt es auch noch Kritiker, die gerne ihr Stück vom Kuchen haben wollen: Diejenigen Interessensvertretungen nämlich, die nicht vom Paragraf 120a erfasst werden. So würden "zwei Klassen von Interessensvertretungen mit Zwangsmitgliedschaft geschaffen, nämlich verfassungsgesetzlich abgesicherte und andere Einrichtungen, ohne überzeugende sachliche Gründe dafür angeben zu können", beklagt etwa das Land Niederösterreich in seiner Stellungnahme. Diese Vorgangsweise sollte daher überdacht werden. Es liege etwa bereits "ein derartiges Ersuchen der NÖ Landarbeiterkammer" vor.
In Stein gemeißelt
Der künftige Verfassungsartikel 120a sieht nämlich eine verfassungsgesetzliche Garantie nur für die klassischen großen drei Bereiche der beruflichen Interessenvertretung vorgesehen, so der Gesetzesentwurf: "Zur Sicherung der Vertretung der Interessen der gewerblichen Wirtschaft, der Arbeitnehmer und der Land- und Forstwirtschaft sind durch Gesetz Selbstverwaltungskörper einzurichten." In der Praxis bedeutet das, dass "obligatorische Mitgliedschaft als Strukturelement" der 14 betroffenen Kammern festgeschrieben wird, wie es in den Erläuterungen zum Gesetzesentwurf heißt.
Die Pflichtmitgliedschaft ist damit, an österreichischen Verhältnissen gemessen, in Stein gemeißelt. Haben doch ÖVP und SPÖ - die zwei Parteien, die die Interessensvertretungen maßgeblich personell bestücken - eine unantastbar stabile Zweidrittelmehrheit. Eine Abschaffung ist damit mehr als unwahrscheinlich. (Anita Zielina, Birgit Wittstock, derStandard.at, 5.12.2007)
Die Koalition streitet über Entwicklungshilfe, der Kanzler antwortet zu Steuerflucht und Demokratie
FPÖ thematisierte in Aktueller Stunde "Verdrängungsprozesse durch Zuwanderer"
Koalition einigt sich mit FPÖ auf Initiativantrag
Alle Fraktionen dafür, Beschluss voraussichtlich im Juni - Opposition erfreut
Längere Verjährungsfrist bei sexueller Belästigung - Parlament feiert Wiener Austria
Opposition hatte Streichung bzw. Kürzung der parlamentarischen Sommerpause gefordert - Rot-Schwarz lehnen ab
Scharfe SPÖ-Kritik an Spindelegger wegen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit
Gemeinsame Planung und Steuerung von Arztpraxen und Spitälern im Mittelpunkt - Töchterle in Fragestunde
Bei der Wahl der Volksanwälte kam es zu Auseinandersetzungen zwischen FPÖ und Grünen
Katharina Cortolezis-Schlager und Ridi Steibl kandidieren nicht mehr
Sondersitzung zur Vergabepraxis im Innenressort: Die Opposition reagierte sich an Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) stellvertretend für ihre Vorgänger ab - und sogar die SPÖ übte etwas Kritik
Auch Fachkräftestipendium kommt - Rot-Weiß-Rot-Karte wird verbessert
Mikl-Leitner beantwortet Vorwürfe gegen Fekter
Das Spekulationsverbot schaffte es zwar nicht auf die Tagesordnung, aber doch in die Parlamentsdebatte. Der neue Verteidigungsminister nahm zum ersten Mal auf der Regierungsbank Platz
SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ für Reform - Uneinig bei Details
Gegen Opposition - Auch Stiftungen betroffen
Parlamentsumbau: Im Mai werden zehn Architekturbüros mit Entwurf beauftragt
Landeshauptmann Wallner gegen Nachverhandeln, man sei schon an den "Rand des Möglichen" gegangen
Neuregelung des Uni-Zugangs beschlossen - Team Stronach stellte Dringliche Anfrage zu Finanzen in Niederösterreich
Gesamtpaket für Wehrdienst-Reform bis Ende Juni - Lage am Golan wird genau beobachtet
Faymann und Spindelegger wollen umstrittenen FPÖ-Politiker weder als Nationalratspräsidenten noch als Volksanwalt
Offenlegungsregeln bringen weniger statt mehr Transparenz: Vorstände, Geschäftsführer und Bürgermeister "vergessen"
Gerade noch selbst im Clinch um das neue EU-Budget, verteidigt die Regierung den Kompromiss von Brüssel im Nationalrat gegen die Opposition
Strutz ist Gemeinderat in Maria Wörth, wo Schloss verkauft wurde - Auch BZÖ-Huber ausgeliefert
Verkommt das Parlament zur Marionette? Barbara Prammer, Präsidentin des Nationalrats, über ohnmächtige Mandatare und den Segen von Parteien
über diese Angleichung der Formalverfassung an die Realverfassung alterieren, sollten einmal ihr Demokratieverständnis überprüfen. Denn alle Kammern haben in den 90er Jahren Urabstimmungen über die Pflichtmitgliedschaft durchgeführt und dabei Zustimmungsraten zwischen 70 und 90% erzielt! Selbst wenn in den letzten 10 Jahren diese Zustimmung gefallen sein mag (das ist sogar ziemlich sicher so), auf eine 2/3-Mehrheit pro Pflichtmitgliedschaft kommen alle Kammern immer noch locker!
Fakten ? Quellen ? Irgendeinen Beweis fuer diese (Ihre) fuer mich sehr seltsam anmutende Aussage ?
Ich kenne sehr viele Freiberufler/Selbstaendige. Kein Einziger war und ist je fuer diese laut Ihnen ja so begehrte ZWANGSmitgliedschaft.
Oder koennen Sie mir verraten, was mir und meinen Kollegen die Kammer nuetzt ? Genau gar nichts.
Ich bekomme monatlich sauteure Hochglanzbroschueren und Einladungen zu diversen Selbstbeweihrauecherungsveranstaltungen.
Habe aber noch keinen einzigen Auftrag mit Hilfe der Kammer aquiriert. Das funktioniert ausschliesslich ueber Netzwerke.
That's it !
Wozu also diesen Affenverein ? Mitsamt seinenTintenburgen und unnoetigen Sesselfurzern zum Teufel jagen.
Weg mit dem Speck !
Eine Kammer ist nur dann eine Kammer, wenn es eine Pflichtmitgliedschaft gibt! Damit haben diese Abstimmungen automatisch auch die Pflichtmitgliedschaft befürwortet. Und was die Wahlbeteiligung betrifft, so gilt der alte Spruch: wer schweigt stimmt zu!
... mit einer 10%-igen Beteilung war keine Abstimmung, sondern eine Farce.
Weg mit ALLEN Kammern. Ist nur ein Pfuhl fuer Pfruendner und Berufsnichtstuer sowie ausgediente Politfunktionaere, Exgewerkschafter und Vitamin-B-Nutzern.
Teuer, ineffizient, wirkungslos.
Unnoetig wie ein Kropf !
... aber es ist ein Unterschied zwischen Freiwilligkeit und Zwang. Prinzipiell. Es geht auch anders, oder hat Putin nicht seine Wahl gewonnen? :-))))
Möglicherweise denken die Wähler diesmal mit und kehren der schwarz/roten Zwei/3-Mehrheit den Rücken. Wir könnten dann erkennen, ob andere Parteien der Quasi-Diktatur stützen oder nicht.
Die Einstimmigkeit bezüglich der 5-Jahreslegislatur, die Herabsetzung des Wahlalters auf Pubertätsebene
zeigen eine Verfassung, welche beinahe schon die Blödheit selbst in den Verfassungsrang hebt ...
Die Kammerbonzen sitzen im Parlament und machen sich ihre eigenen Gesetze !
Damit wird es defakto unmöglich, den unerträglichen Zustand, daß die Kammern ihren (Zwangs)Mitgliedern die Beiträge per Zwang eintreiben, abzuschaffen.
Worin unterscheiden sich nun unsere Kammern von der italienischen Mafia ?
Die Antwort:
Gegen letztere ist zumindest ein staatliches Rechtsmittel zulässig.
lieber Standard. Wie wäre es gewesen, wenn man VOR diesem Beschluss auf dieses skandalöse Vorhaben aufmerksam gemacht hätte? Stattdessen haben die ö. Medien allen voran der ORF das Thema "net amol ignoriert" Jetzt hintennach darüber zu berichten was da abgelaufen ist, ist reichlich matt. Die konservative Konkurrenz war da jedenfalls aufgeweckter (http://tinyurl.com/2g8rxx vom 12.10!!). Als einsamer Rufer in der Medienwüste bringts nur leider auch nicht viel.
Parteien wurden am Wahltag gewählt und sie hat sich für eine Legislaturperiode konstitutioniert.
Im übrigen ist Österreich mit seinem Kammersystem bisher gut gefahren. Daher ist es auch in Ordnung, wenn die Pflichtmitgliedschaft in Stein gemeißelt wird.
Im Sinne des oftmals bemühten Staatsganzen und so.
Dass das einigen Outsider-Partien nicht passt ist zwar für jene traurig aber jedenfalls vernachlässigbar.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.