Späte Gerechtigkeit für Elisabeth Gehrer

25. Jänner 2008, 15:06
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Und wer testet die PISA-Entwickler? Von Alois Mock

Gestern wurde die neue Pisa-Studie der Öffentlichkeit präsentiert. Neben dieser gibt es auch noch eine Reihe anderer internationaler Vergleichsstudien von Schülerleistungen, an denen Österreich regelmäßig teilnimmt. Unter den Schüler-Bildungsstudien ist Pisa aber die Bekannteste.

Wie die neuesten Ergebnisse zeigen, liegt Österreich bei dem Test über die naturwissenschaftlichen Kenntnisse der Jugendlichen über dem Durchschnitt der OECD-Länder. Wer hätte das erwartet, nachdem von verschiedenen Seiten vor nicht allzu langer Zeit bereits der „Bildungsnotstand“ ausgerufen worden war.

So schlecht kann unsere Schule doch nicht sein, wenn die österreichischen Schüler in den naturwissenschaftlichen Fächern überdurchschnittlich gut im Vergleich mit Ihren Kollegen aus den anderen führenden Industrieländern der Welt abschneiden. Bildungsministerin im Vergleichszeitraum war die viel geschmähte Elisabeth Gehrer, die nun endlich Gerechtigkeit erfährt.

Überdies wird nur selten erwähnt, dass die Pisa-Resultate unserer Gymnasiasten in den Jahren 2000 und 2003 durchaus erfreulich waren.

Fragwürdige Tests

Anstatt über Platzierungen zu diskutieren, liegt mir vielmehr daran, die tatsächliche Aussagekraft solcher Tests zu hinterfragen. Insbesondere dann, wenn ein Land wie Finnland zwar im internationalen Pisa-Vergleich erneut überlegen siegt, aber mit einer Jugendarbeitslosigkeit von rund 20 Prozent zu kämpfen hat. Die Art der Fragestellung ist entscheidend für das Ergebnis einer Studie.

Wer testet übrigens die Pisa-Test Entwickler? Ich habe einige von einer österreichischen Tageszeitung veröffentlichte Fragen durchgelesen und muss gestehen, bei manchen Fragestellungen war mir nicht klar, was genau verlangt war.

Aber vielleicht liegt das an meinem Alter oder an der deutschen Übersetzung. Ich würde anregen, dass die Prüfungstexte jeweils von Lehrern aus einem anderen Land zusammengestellt werden. Dann wird man ja sehen, ob die guten Resultate auch wandern oder nicht. (DER STANDARD Printausgabe, 5. Dezember 2007)

Alois Mock, VP-Abgeordneter zum Nationalrat, war von 1990-95 Außenminister der Republik und von 1969-1070 in der Regierung Klaus Österreichs jüngster Unterrichtsminister.
  • Alois Mock kommentiert die Ergebnisse der Pisa-Studie
    foto: standard/corn

    Alois Mock kommentiert die Ergebnisse der Pisa-Studie

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