Wächter des Vereins

Redaktion, 5. Februar 2008, 11:10
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    foto: raimundo huraki

    Thomas Lang und Oliver Parfi. Die Brigata Graz haben nicht nur im Kampf gegen Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig einen langen Atem bewiesen.

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    Inhalt der neuen Ausgabe (Nr.31, Dez. 07/Jän. 08)

    Schwerpunkt: Wem gehört der Fußball?

    Das Spiel um die Macht: Fans zwischen Mitbestimmung, Autonomie und Selbstverwirklichung
    Im Interview: Ultras von Rapid, Sturm Graz und SV Salzburg
    Sportklub: Rettungsschwimmer, unbedankt
    Schweiz: Die Rettung des FC Winterthur
    Spanien: Das Diktat der Socios
    Schweden: Basisnähe durch eine gläserne Liga
    Deutschland: Die Rolle der Fans beim Image-Wandel des Hamburger SV

    Weiters im neuen ballesterer fm:

    Unterm Hakenkreuz: Der Hakoah-Platz – Raub in der Krieau
    Der Schiedsrichter-Report: Ein Wochenende mit zwei Unparteiischen
    Vereinsnamen: Die Austrias – von Wien bis Lustenau
    Wer wird Europameister? - 16 gute Gründe für 16 verschiedene Titelträger
    Irischer Fußball: Die Fremdgeher von der Grünen Insel
    Gils Geiseln: Spekulationsobjekt Atletico Madrid
    Arsenal Ladies: Das Erfolgsrezept des englischen Frauen-Champions
    "Red or dead": Die linken Ultras von Hapoel Tel Aviv
    Argentinien: Ausnahmezustand beim Rosario-Derby zwischen Newell’s und Central
    Kunstrasen: US-Politologe Andrei S. Markovits über Beckham, Hooligans und seine Jugend in Wien
    Groundhopping: Dubliner Platzsturm, Stockholmer Gehörsturz, Belgrader Drama

    Exklusiv: Uschi Stenzels Pläne für die EM-Fanmeile!

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Wie kann die organisier­te Fanszene Einfluss auf ihren Verein nehmen? Vertreter der Brigata Graz geben im Interview Auskunft

ballestererfm: Wie sieht momentan die Mitbestimmung bei Sturm aus Sicht der Brigata aus?

Thomas Lang: Das Verhältnis ist gut. Generell hört sich überall dort, wo Geld im Spiel ist, die Bewegungsfreiheit auf. Aber jetzt haben wir das Gefühl, dass der Verein daran interessiert ist, was wir denken. Man geht auf uns zu und unsere Meinung ist wichtig. Diese Position haben wir uns im Laufe der Zeit erarbeitet. Gerade durch die Aktionen, in denen wir unserer Linie treu geblieben sind.

Oliver Parfi: Die Leute im Verein haben erkannt, welches Potenzial in uns steckt. Es ist heutzutage eben entscheidend, dass sich die Verantwortlichen unsere Meinung nicht nur anhören, sondern auch sehen, dass sie davon profitieren können. Die wollen nicht nur Frieden mit den Fans. Das ist der Unterschied zu früher. Da wollte man uns mundtot machen. Der Kartnig hätte genauso von uns profitieren können. Diese Erfahrung hat noch jeder gemacht, wenn er sich mit uns getroffen hat.

Auf welchen Gebieten findet eine Einbindung statt?

Parfi: Wir haben bei vielen Themen eine Stimme. Angefangen vom Merchandising über Fanservice bis hin zu Vereinsveranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür. Ein anderes Beispiel war etwa, dass Walter Hörmann (Sportdirektor, Anm.) das Bedürfnis gehabt hat, sich mit seinem Konzept an uns zu wenden, damit wir im Bilde sind.

Lang: Ein Boulevardjournalist würde schreiben: »Sturmfans bestimmen die Transfers«. Das ist aber überhaupt nicht so. Walter Hörmann setzt sich nur mit uns hin und präsentiert sein Konzept und fragt uns generell, was wir davon halten und ob wir diesen Weg mitgehen können.

Mit Alexander Stangl sitzt ein Vertreter der Kurve im Vorstand. Kann er auf Augenhöhe mit den anderen reden? Hat er was zu sagen?

Lang: Er war vor allem in der Vorbereitung auf den Zwangsausgleich und die neue Saison tätig, beispielsweise als es um die Dressengestaltung gegangen ist. Er ist definitv auf Augenhöhe mit den anderen.

Parfi: Er hat sicher mehr Dinge gemacht, als er offiziell hätte machen müssen, und er sitzt sicher nicht nur als Fanvertreter da drinnen, sondern hat auch Aufgabenbereiche, die er selbständig erledigt. Er ist sowohl von uns nominiert worden als auch da hineingewachsen. Er ist einer der ersten Stunde und verkörpert unsere Interessen. Wir arbeiten mit der neuen Klubführung nicht erst zusammen, seit sie den Verein übernommen hat. Die Kontakte sind schon vor Jahren im Hintergrund entstanden.

Wie schaut eure Kurzbeschreibung der Entwicklung von der Totalopposition in der Ära Kartnig zur jetzigen Lage aus?

Parfi: Wer uns kennt, weiß, dass wir die Letzten sind, die reine Frontalopposition betreiben. Wir haben am Anfang versucht, mit dem Kartnig zu reden, auf gewisse Dinge aufmerksam zu machen und Lösungsvorschläge zu bringen. Wir haben ein mehrseitiges Konzept zur Erweiterung der Fansektoren präsentiert. Das ist aber auf taube Ohren gestoßen, weil Kartnig uns immer als jemanden gesehen hat, der ihn angreift. Und das war ja im Endeffekt auch so, weil Sturm unter seiner Führung immer näher dem Abgrund entgegen geschlittert ist. Wir haben versucht, den Verein weiter zu bringen. Die Totalopposition ist nur daraus resultiert, dass beim Verein alle dicht gemacht haben und man uns massiv angegriffen hat.

Wenn nichts mehr geht, wird der Fan wichtig. Haben Fanvereine wie die Salzburger oder Wimbledon eine Zukunft?

Lang: Offensichtlich nicht. Zumindest nicht im großen Fußballgeschäft. Man muss zur Kenntnis nehmen, dass ein reiner Fanverein Ideale vertritt, die mit Geldgebern einfach nicht vereinbar sind. Fanvereine können im Fußballbusiness nicht bestehen. Das ist der radikale Blick. Aber, und da sind wir wieder bei uns angelangt oder bei Rapid, wenn man bei der Aufbauarbeit Kompromisse eingeht und das Endziel nicht aus den Augen verliert, ist es möglich, dass man Mitgliederinteressen in einem Verein unterbringt, obwohl er von einem Geldgeber abhängig ist. Mitgliedervereine dürften es aufgrund ihrer Extremposition schwer haben. Das zeigt die Erfahrung. Ohne dass ich deren Bilanzen kenne.

Man könnte sagen: Eine gute Fankurve wirkt wie ein Sicherheitsgurt, weil man nur mit diesem Multiplikator einen größeren Aufschrei produzieren kann. Sehr ihr das auch so?

Parfi: Ich muss da immer an einen Spruch des ehemaligen Chefs der Ultras Marseille denken, der seine Gruppe als die »Wächter des Vereins« definiert hat. Auf alle Fälle ist es wichtig, dass eine Fankurve darauf schaut, dass die Dinge nicht komplett aus dem Ruder laufen. Aber ich finde es ist auch wichtig, nicht nur zu kontrollieren, sondern den Verein auch in gewissen Punkten weiterzubringen und mitzuarbeiten. Wir sollten uns nicht ins Tagesgeschäft einmischen oder in sportliche Belange, aber es gibt viele Bereiche, wo wir unser Knowhow einbringen können.

Werdet ihr, wenn ihr euch eine gewisse Machtposition im Verein erobert habt, eure Kritik ein bisschen zurücknehmen?

Lang: Es gibt bei uns Leute, die sind bereits zufrieden. Dann gibt es Leute wie mich, die sind nie zufrieden. Ich finde immer ein Haar in der Suppe. Ich sehe immer wieder Baustellen, und wir sind noch lange nicht dort angekommen, wo wir hinwollen.

Das Gespräch führte Martin Schreiner

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1 2 3
AustriaSalzburg
 
13
5.12.2007, 13:33
Haha

nicht böse gemeint aber ich hoffe nicht das irgend jemand hier wirklich davon ausgeht das die Fans irgend etwas mitzubestimmen haben?

Ist ja auch kaum möglich oder wieviele Fans fahren nach Brasilien um Spieler zu beobachten oder kennt die Finanziellen möglichkeiten?

Ihnen wird alles nur vorgelegt und eingeredet so werden wenns mal nicht lauft Aufstände vermieden da der Verein ja sagen kann "Ihr seid genau so mitschuld"

Jeder der die Ansprache von Uli Höneß gesehen hat weis wie es wirklich läuft. Die Gelder kommen nicht von 10.000 Fans die im Stadion Ihr Team begleiten sondern von Sponsoren, Präsidenten oder den 50 Zusehern auf den Ehrenlogen.

Nur können die 10.000 Fans viel mehr Probleme machen und daher diese "zusammenarbeit"!

Babylon Circus
 
31
5.12.2007, 20:14

Wow, danke, wahre Worte. Du bringst es auf den Punkt. Ich find´s ja bedenklich genug, dass wir noch immer ein Land der Vereine geblieben sind und im Fußball rennt´s eben auch nicht viel anders als in der Politik und dass viele Politiker ziemlich viel zu sagen haben im ö. Fußball kommt ja auch nicht von ungefähr. Es ist genauso wie du es schreibst und eben mit der Politik absolut vergleichbar. Regierungen wurden dazu eingeführt, um das Volk zu knechten, damit die Reichen ihre Vermögen verwalten können und um dem Volk mehr Arbeit aufzuhalsen und das Ganze eben unter dem Deckmantel, dass sie ja alle frei wählen dürfen. Funktioniert bei Rapid ebenfalls pänomenal...

MfG

usual suspect
00
14.12.2007, 23:12

kann ja nicht überall so toll sein wie bei magna.

Babylon Circus
 
10
5.12.2007, 20:20

Wirklich p"h"änomenal diese weitläufigen Mitspracherechte österreich- und weltweit...

Waish 242
00
5.12.2007, 12:45
tom lang, medienstar!

grüße von an roten.

p.s. nein, ich werde nie zu den schwarzen wechseln

Babylon Circus
 
30
5.12.2007, 12:00

Mist, hab ich schon wieder "Jehova" gesagt...

duke box
00
5.12.2007, 21:44

dann hole ich mir schon mal ein säckchen kies.

baby schimmerlos
32
5.12.2007, 11:40

So sehen also diese gemeingefährlichen Ultras aus ;-)

mfg,
baby (münchen/schwabing)

Flaumsen
00

ultras und hooligans sind zwei verschiedene paar schuhe (trotz geringfügiger überschneidungen) - nächste mal besser vor ab infos googlen

Ahnungs Loser
31
5.12.2007, 13:06
inzwischen

darf es auch mal nicht um salzburg gehen um sinnfrei seinen frust loszuwerden

Babylon Circus
 
104
4.12.2007, 22:42

Seid´s mir nicht bös aber Sturm und Rapid kriegen ebenfalls, so wie alle, ihre Kohle nicht durch Mitglieder rein, die Mitglieder sind eben Zuschauer und zahlende Kunden, aber mehr auch schon wieder nicht. Haben die RapidMitglieder einen Bejbl vor dem Kauf gesehen?-Das glaub ich eher nicht, wenn ich den Damen und Herrn RapidMitgliedern jetzt mal Fußballfachkenntnis unterstellen darf.

Wenn die Viecherln zumindest glauben sie sind in der Brunft, dann sind sie als zahlende Kunden sehr potent...
Und läuft alles schief wird man zum Tier(siehe UR)
Die Vereine verzeihen den rabiaten, aber eben zahlenden "total emanzipierten", Sparschweinchen offensichtlich gern...$$$

Mitgliedervereine?

MfG

Das Einkaufszentrum ist meine Religion
23
5.12.2007, 10:22
Und wieder eine verbale Entgleisung unseres Freundes Babylon, der auf dem violetten Auge leider

blind ist. Oder hast du vergessen, dass es auch bei euch Violetten (und bei anderen Vereinen auch, mein Freund !) gewalttätige Fans gibt ? Ist dein Gedächtnis so lückenhaft, dass du das ausblendest ? Hast du noch nie Violette gesehen, die zum Tier - deine Wortwahl - mutierten ? Ich schon, sowohl live als auch im TV. Ich erspare es diesmal den werten postern, die einschlägigen, violetten Vorfälle aufzuzählen, da ich diese als hinlänglich bekannt voraussetze.

Spricht aus dir vielleicht der Neid, weil dein Verein zum Konzernanhängsel eines Autoteilezulieferers verkommen ist ? Oder ist das der vorweggenommene violette Donnerstagsfrust ?

Babylon, ich glaube mit deinem post ist dir ein - hoffentlich einmaliger -Ausrutscher passiert.

Babylon Circus
 
21
5.12.2007, 11:47
Hallo Mr.Einkaufszentrum,

geh, wieso kommst mir denn immer damit? Wie oft muss ich noch schreiben, dass ich die Gewalttäter unter den Austrianern genauso verbannt sehen will, aber die UR sind eben direkt verlinkt und da muss man sich eben leider an den Platzsturm der Abobesitzer der Westtribüne zu Hütteldorf erinnern. Das ging gegen den Verein und wie der Verein reagiert hat wissen wir ja allesamt- ein Liebesbrief.
Mein Gedächtnis ist nicht lückenhaft, ich könnt dir die unschönen Szenen beider Klubs auflisten, aber das würd mich jetzt wirklich zu viel Zeit kosten, wie du ja selbst weisst.
Du, keinen Plan wie die Austriaführung(Wer ist das?) auf so eine Agression gg. sie(die Führung) reagieren würde, kam bis dato nicht vor...

Charles Duchemin
04
5.12.2007, 11:39
Ich glaub Herr Babylon sehnt sich Bullenhafte zustände herbei,

was die Fandisziplin angeht.

Rush
20
5.12.2007, 16:45

in salzburg kann ich wenigstens mit meinem kind in ruhe ins stadion gehen. was in wien zB nicht möglich ist.

Charles Duchemin
02
5.12.2007, 23:56
Das ist Blödsinn und das wissen Sie auch!

Es gibt zum Glück genug Kinder die ins Stadion gehen, und nie passiert denen was.

Mit a bissl Hausverstand wird man Risikospiele (Slovan z.B.) meiden, bzw. sich nicht Auswärts nicht bei jedem Spiel in den Fansektor setzen.

Aber was red ich, Leute wie Sie sind ohnehin nur glücklich wenns raunzen können ohne irgendeine Ahnung zu haben.

Rush
00
6.12.2007, 01:08
Risikospiel?

Also hats bei euch nur vereinzelt Eskalationen gegeben? Nie bei einem Derby? Nie bei einem normalen Sonntagsspiel gegen einen Club der österreichischen Sissi-Liga?

duke box
00
5.12.2007, 21:46

aber nur zu den sonntagnachmittagspielen.
weil abends haben kinder in der disco nichts verloren.

Babylon Circus
 
00
5.12.2007, 11:50

Moment..., nicht fies werden:)

rapidfans.at
01
5.12.2007, 09:06
keine ahnung oder einfach nur irgendwas schreiben wollen?

transfers werden in einem mitgliederverein logischerweise auch nicht demokratisch abgewogen. aber die handelnden personen müssen sich in periodischen abständen den mitgliedern stellen und diese entscheiden über den verbleib des präsidiums im verein. nicht irgend ein onkel aus kanada oder sonstwer.

keine ahnung aber wieder irgend einen schmarrn schreiben.

Babylon Circus
 
11
5.12.2007, 11:12

Anhand dieses Beispiels wollt ich doch nur die Allmacht eines Mitgliedervereins demonstrieren. Du wirst doch nicht ernsthaft denken, dass ich meine, dass jeder Neuzugang vor 1000en von Mitgliedern eine Kür vorführen muss...
Das nächste mal schreib ich lieber "Scherzmodus off" hinten dran.

Gegen den Kommerz und die Repression im eigenen Verein konnten die Mitglieder des SK Rapid trotz Stimmrecht ja bis dato nicht gerade viel ausrichten.
Da sitzt sattelfest das Sparschwein Rudi und blockt erfolgreich all die bösen bösen Sponsoren ab. Hauptsache man hantiert mit mehreren Mille, hat das dritthöchste Budget und ist somit laut eigenen Angaben bettelarm.
Es gibt eben nicht nur Strohsäcke auf diesem Planeten und nicht nur Sparschweine.
MfG

Mr. Hankey
00
5.12.2007, 00:41
zu bejbl

mitglieder führen auch nicht das operative tagesgeschäft mein lieber, ein scheinargument also.

und nein, mitglieder sind mehr als kunden..., die sponsoren sind kunden, aber nicht die mitglieder

Babylon Circus
 
11
5.12.2007, 00:54

Scheinargument, sag ich doch:) Ich weiss nicht was du mir jetzt mitteilen wolltest?
Die Mitglieder können eben nicht mitentscheiden für was die Kohle ausgegeben wird, niemand konnte z.B. Bejbl verhindern.
Wenn ihr wollt könnt ihr euch ja als Minisponsoren betrachten, die Mille von EADS war ja auch keine sonderbare Nennung wert

cHL
01
5.12.2007, 09:28

sie haben schwere defizite im verständnis des begriffs verein...

Babylon Circus
 
10
5.12.2007, 10:34

Hab ich das? Ich kenn den Unterschied zw. einem Verein und einer Institution wie beispielsweise der Kirche. Auch schon was...

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