Der Studienabschluss ist nicht das Ende

25. Februar 2008, 12:35
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Das Prinzip des lebenslangen Lernens manifestieren manche Fachhochschulen in speziellen Weiterbildungsprogrammen

Die Absolventen sollen immer wieder den Weg zurück an ihre Hochschule finden, mitunter steht das Angebot auch "Institutsfremden" offen.

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Als "Studium neben dem Studium" sei das Michelangelo-Programm der FH Kufstein konzipiert worden. 2003, so Geschäftsführer Norbert Witting, habe man auf diese Weise begonnen, "die Wettbewerbsfähigkeit der Studierenden am Markt zu erhöhen". Mittlerweile haben mehr als 350 Personen das Angebot in Anspruch genommen, das neben angehenden und aktiven Studenten auch den Mitgliedern des Alumnivereins zugängig ist.

Diesen bietet sich eine umfangreiche Sprachpalette: Arabisch, Chinesisch und Japanisch, aber auch romanische Sprachen sowie Ungarisch und Russisch. Den inhaltlichen Schwerpunkt habe man zwar auf geschäftliche Verhandlungen gelegt, generell sollen die Kurse aber "einen Einblick in die jeweilige Sprache geben und das Interesse nach mehr fördern", erklärt Claudia Wurnig, Leiterin des Michelangelo-Projekts.

Darüber hinaus steht z. B. ein Assessment-Workshop auf dem Programm, der den Fachhochschul-Studierenden helfen soll, die Härten und Stolpersteine eines Bewerbungsverfahrens zu überwinden.

Ganz besonders streicht Witting die Zusatzprüfungen in Deutsch, Englisch und Mathematik heraus. "Es gibt ja die Möglichkeit, auch ohne Matura an einer FH zu studieren. Dafür ist es jedoch notwendig, in diesen Fächern Prüfungen abzulegen, und zwar bis zum Ende des ersten Studienjahrs."

Speziell für Studierende der Technik wurde die Life Long Learning (LLL) Academy der FH Technikum Wien entwickelt. "Neben der klassischen Fachhochschulausbildung, die ja über mehrere Jahre geht, wollten wir ein Weiterbildungsangebot mit ein- bis dreitägigen Seminaren einführen", erinnert sich Fachhochschul-Geschäftsführerin Gabriele Büktas-Költringer.

Update notwendig?

2005 wurde die LLL-Academy gestartet, die auch tatsächlich weit über den Studienabschluss hinaus die Absolventen zurück ans Technikum bringen soll. Denn schließlich machen die ständigen Innovationen gerade am technischen Sektor immer wieder "Updates zu bestimmten Themen" notwendig.

Das Studienprogramm bietet neben technischen Problemstellungen wie Usability und IT-Security Bildungsmaßnahmen in zwei weiteren Bereichen: Wirtschaft und Persönlichkeit. Gerade in den so genannten Soft Skills - Präsentation, Sprechtechnik oder auch Konfliktlösung - "ist der Bedarf sehr groß". Neben Einzeltrainings biete die LLL Academy im Übrigen auch maßgeschneiderte Seminare für Unternehmen an.

Unter der Marke "Knowledge Factory" sammelt die steirische FH Joanneum eine Reihe von Kurzseminaren und Workshops "für alle Weiterbildungsinteressierten", so der Leiter des Industriewirtschaft-Studiums, Martin Tschandl.

Seminare zur "Innovationsfindung in KMUs" oder der "Optimierung des betrieblichen Berichtswesens", die Eruierung von Kaufmotiven bei Firmenkunden, aber auch Einführungen ins "Qualitätsmanagement im Einkauf" finden Platz in der "Knowledge Factory". Das Programm für das bereits dritte Betriebsjahr 2008 wird derzeit entwickelt. (Bernhard Madlener/DER STANDARD Printausgabe, 24./25. November 2007)

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    Fachhochschulen entdecken zunehmend die bunte Welt des lebenslangen Lernens.

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