Nachlese: Wirbel um Jörg Haider bei "99-Cent-Party"

Redaktion, 04. Dezember 2007 19:03
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    Jörg Haider gut gelaunt.

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    Feiern mit Freunden.

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    Cola oder Cola-Rum?

Landeshauptmann feierte mit Jugendlichen in Disco in Spittal an der Drau - Kärntner SPÖ: "Haider eigentlich rücktrittsreif" - Mit BZÖ-Zitaten gegen Komatrinken

Es sind Fotos, die den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider bei einer so genannten "99-Cent-Party" mit Jugendlichen in einer Disco in Spittal an der Drau in Kärnten zeigen, aufgetaucht. Dem Standard.at liegen diese Bilder vor.

Die Kleine Zeitung hatte schon Mitte November über den Besuch Haiders in der Disco berichtet. Stefan Petzner, Sprecher des Landeshauptmannes, meinte damals: "Der Landeshauptmann war dort nicht eingeladen, und dieser Termin war auch offiziell nicht eingeplant. Solche Besuche ergeben sich oft kurzfristig."

"Haider nicht verantwortlich machen"

Petzner zeigte sich in der Kleinen Zeitung "erschüttert" darüber, dass der Homepage-Betreiber offenbar die 99-Cent-Party mit Haider beworben hatte: "Man bekommt so den Eindruck, dass der Landeshauptmann Veranstalter der Party ist. Das ist er aber ganz und gar nicht. Er war nur Gast. Er ist auch nicht für die Kontrolle des Jugendschutzes dort zuständig. Das ist eine Angelegenheit des Lokals. Man kann Haider deshalb nicht dafür verantwortlich machen."

Petzner hatte damals beim Betreiber der Homepage gegen die Form der Darstellung protestiert, woraufhin die Bilder verschwanden. Zur Stimmung, die über die Bilder vermittelt wurden, sagte Haiders Pressesprecher: "Der Landeshauptmann ist für seinen offenen Umgang mit Jugendlichen bekannt."

Der Disco-Betreiber, der die Fotos auf die Homepage gestellt hatte, erklärte gegenüber der Kleinen Zeitung, dass die 99-Cent-Party, bei welcher alle Getränke um diesen Preis verkauft werden, um 23.00 Uhr geendet habe, Haider selbst sei erst kurz nach Mitternacht gekommen. Viele junge Leute seien sofort auf den Landeshauptmann zugestürmt und wollten sich mit ihm fotografieren lassen.

"Jugendschutzbestimmungen eine Selbstverständlichkeit"

Am Samstag sagte der der geschäftsführende Kärntner BZÖ-Chef Petzner gegenüber der APA, dass es sich um keinen offiziellen Termin des Landeshauptmannes gehandelt habe, er sei vielmehr nach einer Veranstaltung von einem jungen Spittaler BZÖ-Funktionär zum Besuch der Disco überredet worden. Vor allem aber sei es "unzulässig", Haider mit dem Ausschank von Billig-Alkoholika oder gar dem Koma-Trinken in Verbindung zu bringen. Petzner: "Die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen ist für uns eine Selbstverständlichkeit."

Petzner stellte zu den Fotos fest, dass der Kärntner Landeshauptmann "im Unterschied zu anderen, abgehobenen Politikern ein volksnaher Mensch mit einer großen Akzeptanz bei der jungen Generation" sei.

BZÖ gegen Komasaufen

In der Debatte um das Komatrinken unter Jugendlichen waren Veranstaltungen dieser Art von Experten, aber auch von Haiders BZÖ immer wieder scharf kritisiert worden.

BZÖ-Familiensprecherin Ursula Haubner trat bei einer Nationalratsdebatte im Juli, wo das Thema Komatrinken thematisiert wurde, gegen Alkohol-Partys ein. "Veranstaltungen, die Trinkspiele oder Trinkwettbewerbe abhalten, sollen in Zukunft nicht mehr möglich sein", sagte sie, "es bedarf einer gemeinsamen Kraftanstrengung für unsere Kinder das Beste zu tun."

BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz forderte im Juni eine "ernsthafte Lösungen mit Hausverstand" ein und präsentierte ein 7-Punkte-Programm, um dem Komatrinken Jugendlicher entgegenzusteuern. Darin enthalten waren unter anderem strengere Kontrollen der Gastronomiebetriebe, Prävention ab dem Kindergartenalter und eine stärkere Eigenverantwortung der Eltern.

Haider selbst hat am 7. November 2006 bei einer Pressekonferenz gemeint, er sei "scharf dagegen, Jugendlichen die alleinige Schuld anzulasten, wenn sie in Gaststätten übermäßig Alkohol konsumieren".

Passegger: "Haider eigentlich rücktrittsreif"

Die Kärntner SPÖ fordert in einer ersten Reaktion den Rücktritt des Kärntner Landeshauptmannes. Für SPÖ-Landesgeschäftsführer Gerald Passegger ist Haider "eigentlich rücktrittsreif": Sein Verhalten sei eines Landeshauptmannes in höchstem Maße unwürdig.(red)

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Posting 1 bis 25 von 1251
Preger
17.10.2008 16:41
Ich frage mich, ob er damals auch besoffen heimgefahren ist,

...und wieviele Menschen er damals vielleicht gefaehrdet hat.

a klana indiana
16.10.2008 18:49

So
charismatisch
war
unser
Landeshauptmann!

So ein Holler
 
15.10.2008 21:15
wir sind halt doch alle nur menschen.

ich habe wirklich gar nichts mit dem bzö/rechts am hut, aber man muss haider eines lassen. nämlich dass er mit leuten, auch jungen leuten, richtig umzugehen wusste, denn das hat(te) kaum ein politiker drauf.
die fotos von 2007 können allen egal sein. privat muss privat bleiben - es wird ja nicht einmal etwas unsittliches darauf gezeigt. darf denn ein LH sowas nicht? ungewöhnlich ja, aber trotzdem ok.
schließlich kann ich noch sagen, dass es langweilig wird in österreichs politikgeschehen. kaum jemand hatte mit seiner ausstrahlung, seinem charakter und vor allem seinen provokationen eine solche interessante medienpräsenz wie jörg haider. ein solcher charakter muss erst wieder herangezogen werden, bis es wieder interessante diskussionen gib

Marc Bollmann
16.10.2008 17:17
Fragen

1) Was meinen Sie mit "Unsittliches"?

2) Haben Sie von Herrn Haider auch schon so geschwärmt, als er noch lebte?

beste Grüße

So ein Holler
 
20.10.2008 16:38
Sehr interessant

finde ich Ihre kritischen Fragen.
Ad 1. Unsittlich ist definitiv ein vielseitiger Terminus und für mich ist es vor allem etwas, das moralisch verwerflich und für andere Schaden tragend ist. In vielen Fällen auch für die eigene Person und dessen Reputation.
Im Bezug zu jener "99-Cent-Party"-Affäre ist dieser Begriff für mich ergo unbrauchbar.
Ad Frage 2. Schwärme ich in meinem Beitrag denn über Jörg Haider? Ich denke nicht. Ich habe lediglich seine bemerkenswerten Eigenschaften hervorgehoben, was einem jeden Charakter nach dessen Ableben zusteht.
Ob ich nun politisch sowie ideologisch mit denen des J. Haider übereinstimme, das ist eine völlig andere Geschichte.

King Nikochan
07.12.2007 06:01
Oe Medien-Maulkorb

Es gibt in den Oe Medien gewisse Dinge die nicht berichtet werden duerfen. zB dass ein gewisser Rechtspolitiker schwul ist.

Dass dem so ist kann jeder der zwei Augen hat sehen, nicht nur bei den Bildern jetzt sondern schon seit Jahren und Jahrzehnten. Es wird in den Medien aber nie erwaehnt. Ich frage mich warum?!

herr bert brecht
09.12.2007 18:24

gibts auch beweise für diese behauptung bzw. dieses gerücht, oder ist das nur als hetze gegen jh zu verstehen?

Dr. Geiger
12.12.2007 08:12

ja, gibt es. sehen sie sich doch einfach die obigen bilder an. wenn der herr haider kein warmer bruder ist, wer dann??

Pro Freistaat Kärnten!
 
10.12.2007 09:14
wieso hetze?

ist ja nix böses.

es ist vielmehr so, dass die medien die einschlägig bekannten neigungen des lh niemals erwähnt haben, da hat er halt jetzt selbst öl ins feuer gegossen. man will sich ja nicht ewig verstecken müssen.

und was ist schlecht daran?

jan-philipp17
07.12.2007 16:05

....weil es SEINE Privatsache ist!!!!!!!

I bins, da Herrgott
 
13.12.2007 09:21
der kärntner schuldirektor,

der den posten nicht bekommen hat, weil haider ihm das saufen vorgeworfen hat (was in einem gerichtsverfahren widerlegt worden ist) wird sich auch gedacht haben, sein privatleben geht den haider nix an.

haider mischt sich in die privatleben tausender ein mit seinen diskriminierenden aussagen.

also mischt man sich zurecht auch in seines ein. vor allem, wenn er ohnehin politisches kapital aus seiner "volksnähe" schlagen will.

Dante Alighieri
17.01.2008 16:13

Das nenn ich mal ein exzellentes Posting! Besser kann mans nicht auf den Punkt bringen!

purice
08.12.2007 12:25

Privat und unerwähnt bleibt es in der Berichterstattung weiterhin solange er sich Sexpartner im erlaubten Alter findet.....Alles andere wäre ein Fressen für die Medien.....frage nicht!

Oder einer seiner ehschowissen öffnet seinerseits sein Privatleben den Medien, bzw. dem politischen Gegner. Man wird ihm sicher zuhören und ihm auch beim Formulieren helfen........Rechtzeitig zum Landtagswahlkampf vielleicht?

jan-philipp17
14.12.2007 11:58

ja - das ist RICHTIG - wer andere über "das PRIVATE" kritisiert - muss damit rechen, das SEINE PRIVATDINGE auch aufgezeigt werden.
Aber grundsätzlich [wenn beide Seiten einverstanden und gewillt] sollte es andere nicht berühren - wenn 57-jährige mit 18(?)-jährirgen und umgekeht "Spass" haben.

jan-philipp17
10.12.2007 10:08

ja,ja mit so etwas muss man(n) rechnen))))))))

I bins, da Herrgott
 
07.12.2007 13:20
warum?

weil es in österreich zum glück nicht üblich ist, weder von politikern rivalisierender parteien, noch von den medien, das sexuelle ausrichtung von politikern zu diskutieren, solange sie sich nicht selbst äußern oder klar machen, wo sie stehen;-)

Gabriele Wladyka
06.12.2007 19:32
1231 Postings

Haider in der Disko ist wesentlich interessanter als unser Bundesheer im Tschad...

I bins, da Herrgott
 
07.12.2007 13:21
Klar,

das bundesheer macht ja, wofür es bezahlt wird, aber einen lh bezahlen wir nicht für´s saufen.

Li-Ion
11.12.2007 20:59
hm... seltsam

ich habe im Artikel nicht gelesen das es während seiner Arbeitszeit passiert wäre, ergo: seine Privatsache. Aber ich finds lustig das Haider das macht was er schon immer gemacht hat: provozieren, und wie üblich steigen alle drauf ein und ereifern sich wie Zwergpudel bei Sicht einer Bulldogge.

Eigentlich müsste man ihn einfach nur ignorieren, dann wär er schon seit Jahren weg vom Fenster, aber nein...

Mad_Max86
 
07.12.2007 13:57
Und deswegen darf er privat

nicht machen was er will?

Was würde passieren wenn ihr Chef ihnen sagt was sie nach der Arbeit zu tun oder lassen haben?

Cloon
 
07.12.2007 13:55
ebenso..

wie all die anderen Politiker, welche das Geld für "Geschäftsreisen" und "Geschäftsessen" verprassen ;)

lg CLoon

motu
 
06.12.2007 12:38
hiermit hat der standard neues terrain....

hiermit hat der standard neues terrain betreten, nämlich das von bildzeitung und krone...

gratuliere herzklichst!

So ein Holler
 
20.10.2008 16:46
Gut,

Website und Zeitung des Standard sind 2 unterschiedliche Firmen.
Dennoch: "Die Zeitung für Leser."
Sofern der Standard nicht von seinem Image als niveauvolles Tagblatt, welches dem Lesenden bisher weitgehend ermöglichte, sich eine eigene Meinung zu bilden, abkommen will, würde ich dringend empfehlen, weiterhin kommentarlos gegenüber solchem Gossip zu bleiben.
Denn ein frei denkender Mensch bildet sich selbst eine Meinung und kann dies auch unabhängig von solchen Klatschbeiträgen tun. Der faule Rest liest's ohnehin in der Kronen Zeitung.

moejoe187
08.12.2007 02:06
ja auch solche sachen

gehören in eine tageszeitung.....haider ist ja nicht irgendwer....

independent1
06.12.2007 11:29
Seltsam, wie eingeforderte Liberalität plötzlich Ungültigkeit erlangt!

Mir ist der Populist Haider völlig egal, und am liebsten wäre mir, er würde sofort in der politischen Bedeutungslosigkeit versinken (ich denke, mein Wunsch wird sich bald erfüllen). Was aber hier, im angeblich sooooo liberalen Standard, zu lesen ist, lässt jeden halbwegs vernünftig denkenden Menschen den Kopf schütteln.

Liberalität darf also nur bei Menschen angewandt werden, die einem angenehm sind? Oft ist von so genannten Weltoffenen zu lesen, dass nicht genehme Politiker quasi an die Wand gestellt werden sollten.

Bei ein bisschen mehr Gehirnmasse als einer einzelligen, müsste man durchaus feststellen können: derartiges Gedankengut unterscheidet sich in nichts von dem der kritisierten Person oder des Politikers.

Pfui Deibel!

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