Verstärkung für Sanierung

17. Jänner 2008, 15:10
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Am kommenden Montag bekommt die AUA zwei neue Vorstände. Sie müssen das Kostenproblem der Airline lösen

Wien – Auf die beiden neuen AUA-Vorstände Andreas Birwirth (bisher Lufthansa) und Peter Malanik (derzeit bei der AUA Generalsekretär, Personalchef, Chef der Rechtsabteilung und für Allianzen zuständig) kommt einige Arbeit zu. Bierwirth, ein Vertrauter von Lufthansa-Vorstand Thiierry Antinori, soll sich bei der AUA die Sporen verdienen um später im Lufthansa-Vorstand zu reüssieren, heißt es. Er wird sich vor allem ein Konzept gegen die Billigflieger überlegen müssen, die die AUA mittlerweile auf ihren Nischenmärkten in Osteuropa konkurrenzieren. Die AUA wird neue Nischen finden müssen, um den Verlust auf den traditionellen Strecken zu kompensieren. Nicht zuletzt, weil auch die Lufthansa die AUA im Osten massiv konkurrenziert. So nebenbei hat der Kranich sein Wiener Büro massiv aufstockte. Und es gilt eine Strategie auf der zuletzt ausgedünnten Langstrecke zu entwickeln. denn wirklich Geld verdienen die klassischen Netzwerkcarrier nur mit der Business-Class auf der Langstrecke. Ein Stillstand ist Rückschritt und eine Expansion derzeit nicht geplant.

Piloten und Flugbetrieb

Auf den Juristen Malanik warten die Piloten und der Flugbetrieb. Von etlichen teuren Piloten hat sich die AUA heuer teuer verabschiedet. Doch die Pensionszahlung ist nach wie vor ungelöst. Während das technisch kaufmännische Personal eine ihre Firmenpension je nach Performance der Pensionkasse bekommt hat die AUA bei den Piloten eine Nachschusspflicht. Performt die Pensionskasse schlecht und kommen die Piloten nicht auf die fixierten 60 Prozent des letzten Aktivbezugs (die Differenz zur ASVG-Pension kommt von der Pensionskasse), dann muss die AUA nachschießen. Nächste Baustelle: Die Technik. Hier gab es vor etwa 1,5 Jahren den Versuch des Vorstandes, die Technik in eine eigene Firma auszugliedern. Möglicherweise auch mit dem Hintergedanken einen Partner wie die Lufthansa mit dafür zu gewinnen. Doch der Betriebsrat war dagegen und das Projekt damit tot.

Flugbetrieb

Das nächste Problem ist der Flugbetrieb – Stichwort Tyrolean. Bei einer Betriebsversammlung legten die Mitarbeiter der Regionalfluglinie jüngst den Flugbetrieb vorübergehend lahm. Sie wollen ein Karrieremodell mit Aufstiegsmöglichkeiten im Konzern und ähnlich gute Gehälter, wie sie AUA und mittlerweile auch Lauda Air hat. Generell gilt: Die AUA muss wieder in die Gewinnzone kommen, denn die Reserven aus der vorjährigen Kapitalerhöhung reichen – je nach Ölpreisentwicklung – gerade noch für ein Jahr, heißt es. Spannend wird es also ab dem Winter 2008/09. Da das gesamt Familiensilber (Duty-free-Läden, Airest) bereits verkauft wurde, gibt es keine außerordentlichen Erträge. Die AUA muss sich also aus dem operativen Geschäft erhalten können. Eng verknüpft mit dem Schicksal der AUA ist auch jenes des Flughafens und des Standorts Wiens. Schlussendlich gibt es da noch die "Ruine Oberlaa", der bisherige Firmensitz der AUA. Das Bürohaus gehört der Airline, der Grund der Gemeinde Wien. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.12.2007)

  • Peter Malanik, langjähriger AUA-Mann, muss mit den Piloten verhandeln.
    foto: standard/aua

    Peter Malanik, langjähriger AUA-Mann, muss mit den Piloten verhandeln.

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    Andreas Bierwirth wechselt von der Lufthansa in die AUA-Chefetage.

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