Billa bietet Mobilfunk und Co. feil

14. Jänner 2008, 16:36
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"aber hallo" will das Sortiment aller Mobilfunker – sowie Breitband- und Festnetzangebote von Telekom und Tele2, an Kunden bringen

Zu "Ja! Natürlich" gesellt sich "aber hallo". Mit dieser neuen Marke steigt der Handelskonzern Rewe Austria (Merkur, Billa, Penny, Bipa) ins Telekomgeschäft ein. Ab Jänner 2008 bietet der Lebensmittelhändler das Privtakundensortiment aller heimischen Mobilfunker - sowie Breitband- und Festnetzangebote von Telekom Austria und Tele2, an. Gestartet wird in Merkur-Märkten - Billa und Bipa folgen.

Ohne Yesss! und "bob"

Eigene "Rewe-Tarife" wird es nicht geben. Den Mobilfunk-Diskonter Yesss!, der mit Hofer eine Exklusivvereinbarung hat, und die Billigmarke "bob" der Mobilkom Austria, die unter anderem über Spar vertrieben wird, hat Rewe nicht im Programm.

Logischer Schritt

Insgesamt stellt Rewe 1650 Filialen für den Vertrieb bereit. "Das war ein logischer Schritt, weil wir mit Alltagsprodukten handeln und das Handy eine immer zentralere Rolle in unserem täglichen Leben einnimmt", erklärte Frank Hensel, Vorstand der Rewe Group Austria, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien.

Bezahlt wird an der Kasse

In rund 350 großen Filialen soll ein Shop-in-Shop-System mit geschulten Verkaufsberatern integriert werden, die kleineren fungieren eher als Abholpunkte. Ablaufen soll der Kaufvorgang folgendermaßen: Im Supermarkt wählt der Kunde ein Produkt und füllt das Anmeldeformular aus. Während des Einkaufs scannt der Berater die Dokumente und schickt sie online an das Back Office. Dort werden Bonitätsüberprüfung und die Anmeldung beim Netzbetreiber durchgeführt. Der Kunde kann anschließend direkt an der Supermarkt-Kasse bezahlen.

25 Prozent Marktanteil

An der Seite von Rewe steht der ehemalige T-Mobile-Austria-Chef Friedrich Radinger und seine Firma Top-Link. Das Unternehmen versteh sich als "Drehscheibe" zwischen den Netzbetreibern und dem Lebensmittelhändler. Innerhalb von drei Jahren will man "25 Marktanteil" im Einzelhandelsverkauf halten und zwischen 400 bis 500 Mitarbeiter beschäftigen. Kunden will man von allen Mitbewerbern gewinnen. Objektive und betreiberunabhängige Beratung soll ein eigenes Call Center, über das auch ein Großteil der administrativen Aufgaben abgewickelt wird, sicherstellen.

Potenzial

Radinger sieht Potenzial am heiß umkämpften heimischen Telekommarkt. Mehr als zwei Millionen Österreicher würden pro Jahr ihren Handybetreiber wechseln oder den bestehenden Vertrag verlängern. Hier könnten die Nahversorger durch die Nähe zum Kunden punkten. Auch der Breitbandmarkt "hat noch viel Potenzial." (sum/APA)

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