Gedruckte Elektronik jetzt auch auf anorganischer Basis

10. Dezember 2007, 14:02
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Österreichisches Physiker-Team stellt Infrarot-Sensor her - "Gedruckte Elektronik ist auf dem Weg zur industriellen Umsetzung"

Wie die Technische Universität (TU) Graz mitgeteilt hat, ist einem Wissenschafter-Team erstmals der Druck von elektronischen Bauteilen aus anorganischem Material gelungen. Ein konkretes Anwendungsbeispiel ist ein Infrarot-Sensor. Damit wird das mögliche Materialspektrum für gedruckte Elektronik erweitert - ein Schritt in Richtung umfassender kommerzieller Nutzbarkeit.

Umsetzung

"Gedruckte Elektronik ist auf dem Weg zur industriellen Umsetzung", sagt Emil List vom Institut für Festkörperphysik der TU Graz gegenüber pressetext. Der jetzt erzielte Erfolg mit der für Elektronik-Druck neuen Materialklasse auf Basis anorganischer Halbleiter-Nanopartikel wird auf diesem Weg helfen, ist List überzeugt. "Für Sensor-Anwendungen scheinen die anorganischen Partikel sehr gut geeignet", erklärt der Physiker. List forscht bereits länger im Bereich gedruckter Elektronik-Elemente mit organischen Materialien, die ihm zufolge unter anderem für Transistoren besser geeignet scheinen. Die weitere Entwicklung gehe in Richtung Hybrid-Elektronik, bei der die verwendeten Materialien die Vorzüge verschiedener Materialklassen kombinieren.

Infrarot

Als Beispiel für die Verwendung gedruckter Bauteile auf Basis des anorganischen Materials dient ein Infrarot-Sensor, den das Team um List und seinen Kollegen Wolfgang Heiss von der Johannes Kepler Universität Linz entwickelt hat. Mit anorganischem Material wurde ein Bauelement gedruckt, das laut List gut funktioniert und mit drei Mikrometern Wellenlänge - das entspricht einem Dreißigstel des Durchmessers eines Haares - sehr weit in den Infrarot-Bereich reicht. Mögliche Anwendungsgebiete umfassen alles, wo infrarote Strahlung beobachtet werden muss, von Infrarotkameras über Infrarot-Spektroskopie zur Gasanalyse bis zu bestimmten Bereichen medizinischer Diagnostik.

Gemeinsam

Die Ergebnisse des Forscherteams der TU Graz, des Christian-Doppler-Labors für "Advanced Functional Materials" und der Johannes Kepler Universität Linz zu den anorganischen Materialien wurden in der Novermber-Ausgabe der renommierten materialwissenschaftlichen Fachzeitschrift "Advanced Materials" veröffentlicht. Die neue Methode soll in der NanoTecCenter Weiz Forschungsgesellschaft, einer gemeinsamen Einrichtung der TU Graz und Joanneum Research, weiter entwickelt werden. (pte)

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