Bern lässt in nigerianischem TV "Schockkampagne" ausstrahlen

Redaktion, 10. April 2008 17:14

Schweiz präsentiert sich in Afrika von der schlechtesten Seite: Spot während Länderspiel warnt vor Flucht ins vermeintliche Paradies

Bern - Ausnahmsweise hat sich die Schweiz vergangene Woche im Ausland von der schlechtesten Seite präsentiert. Der Anlass war das freundschaftliche Fußball-Länderspiel Schweiz gegen Nigeria (0:1) vom vergangenen Dienstag in Zürich, das auch im nigerianischen Fernsehen übertragen wurde. Ein Werbespot führte den Afrikanern drastisch vor Augen, was sie nach der Flucht in das vermeintliche Paradies erwarten könnte: ein Leben in Armut als Bettler oder Obdachloser und ohne Perspektiven. Ausgestrahlt werde der Spot im nigerianischen Fernsehen im Auftrag der Eidgenossenschaft, berichtete der "Sonntagsblick". Und zwar zur besten Sendezeit.

Staatlich finanzierte Anti-Werbung für die Schweiz ist ungewöhnlich. "Präsenz Schweiz", die Image-Agentur des Bundes, und Schweiz Tourismus geben jedes Jahr Millionen aus, um das Land im besten Licht darzustellen. Die ungewöhnliche Aktion begründete Eduard Gnesa, Direktor des Bundesamts für Migration (BFM), folgendermaßen: "Wir haben die Verpflichtung, diesen Menschen aufzuzeigen, was eine Flucht für Folgen für sie haben kann." Nach Angaben des Blattes hatte er selbst die Idee für die "Schockkampagne", die von seinem Bundesamt finanziert wird.

Justiz- und Polizeiminister Christoph Blocher (Schweizerische Volkspartei/SVP) erklärte am Samstag am Rand einer Parteiveranstaltung, er begrüße solche Aktionen voll und ganz. "Wir müssen den Afrikanern aufzeigen, dass die Schweiz kein Paradies ist." Dass die Eidgenossenschaft mit dieser Idee richtig liege, zeige sich auch daran, "dass jetzt andere europäische Länder mit ähnlichen Projekten nachziehen wollen", fügte er hinzu.

Wachsender Flüchtlingsstrom

Grund für die Negativ-Propaganda-Offensive, die weniger als eine halbe Million Schweizer Franken (300.000 Euro) kosten soll, ist der wachsende Strom von Flüchtlingen aus Afrika. Diese haben kaum Chance auf eine Aufenthaltsbewilligung im Alpenstaat. 300.000 unqualifizierte Jobs sind dort in den vergangenen Jahren abgebaut worden, und dank des Personenfreizügigkeits-Abkommens mit Brüssel kann die Schweizer Wirtschaft auf ein riesiges Reservoir von Arbeitskräften aller Qualifikationsstufen zurückgreifen.

So bleibe den Afrikanern in der Schweiz oft nur der Asylantrag und ein Leben ohne Arbeit. Ein weiterer Grund für die Warnung ist laut Gnesa auch die Tatsache, dass jedes Jahr Tausende afrikanischer Migranten auf der Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrinken.

Pionierrolle

Die Schweiz nimmt mit dieser Antimigrations-Offensive eine Pionierrolle ein. Auch die EU soll bereits auf die Spots aufmerksam geworden sein. Laut "Sonntagsblick" beteiligt sie sich bereits an einem ähnlichen Projekt der Eidgenossenschaft in Kamerun. Wie erfolgreich die Kampagne ist, lässt sich noch nicht sagen. Von Jänner bis Oktober zählte das Bundesamts für Migration 37 Asylanträge von Nigerianern mehr als vor Jahresfrist, nämlich 246.

Ob die Kampagne weitergeführt wird, wird nächstes Jahr entschieden. Im Moment diskutiert das BFM auch mit der Demokratischen Republik Kongo über die Möglichkeit einer solchen Kampagne. Gnesa erklärte, er könne sich "gut vorstellen, diese Idee in weiteren afrikanischen Ländern zu lancieren". (APA)

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Veniceanin
02.12.2007 11:52
Was soll die Schockkampagne bewirken?

Im Artikel ist zu lesen, dass viele Afrikaner "auf der FLUCHT nach Europa" ertrinken. Wie sollte eine Schockkampagne flüchtende vor dem Davonlaufen abhalten. Flüchten ist etwas ganz anderes, als der Versuch in ein andere Land einzuwandern. Die Kausalitätsmuster sind in diesem Fall diametral entgegengesetzt. (Wirkursache vs. Zweckursache)

Ingen Ting
01.12.2007 17:23

also gut:Wir anerkennen,dass die Schweiz, in die wegen des besseren Verdienstes sogar ÖsterreicherInnen und Deutsche so gern arbeiten gehen, kein Paradies ist.Zumindest für schwarze Asylwerber,aber es wird auch der Schweiz schwerfallen sich als ein Land darzustellen,wo die Menschen großteils arm sind,hungern müssen,Kranke keine Behandlung bekommen,das Leben der Menschen von der Willkür der staatlich organisierten Gewalt (Polizei/Militär)abhängt.Es stört die Schweizer aber keineswegs, dass die meisten der korrupten Afrik. Leader ihr(meist dem Volk gestohlenes)Geld sicherheitshalber in Schweizer Banken deponieren.Beschämend. Dies hat in der Schweiz offenbar Tradition: auch in der Nazizeit wurden flüchtende Juden wieder nach D zurückgeschickt

Mein Ich Nur
02.12.2007 04:06
Jaja...

das Boot ist voll!
Solche Kampagnen sind doch blödsinn. Selbst arbeitslos, oder vorerst dealend dann im Häfn sitzend, ist man in der Schweiz(oder auch Österreich) besser dran als auf einer Müllhalde in Lagos...
Gottseidank.

Quasis Herr Karl
Quasis Herr Karl
30.11.2007 14:13
Ich finde diese Kampagne nicht schlecht.

Weder eine Negativ-Kampagne noch sonst was. Kann mir nicht vorstellen, dass diese Kampagne verlogener und negativer wäre als jene G'schichtln die von den Schlepperbossen und Schleppern den Menschen hiningdrückt werden die darauf hoffe in der Ferne ihr GLück zu finden. Familien und Dorfgemeinschaften legen für einen "Kredit" zusammen, verkaufen Teile ihres kärglichen Besitzes und verschulden sich um eine "Schleppung" zu bezahlen. Das Ende ist bekannt. Nein...ich habe absolut nichts dagegen wenn sich jemand in einem anderen Land sein Glück sucht. Man soll nur nicht so tun als wäre die Kampagne der Schweizer Regierung durch und durch rassistisch.

Veniceanin
02.12.2007 11:55
dafür

zu deinem Posting will ich mich gar nicht äußern. Aber vielleicht solltest du dein "grün" gegen "braun" tauschen. Würde besser zu deinem Posting passen und der geneigte Leser wäre auch gleich vorweg gewarnt.

Quasis Herr Karl
Quasis Herr Karl
04.12.2007 12:12
Kasperl.

Reden Sie mit den Menschen die aus schwarzafrikanischen Staaten kommen? Ich schon. Und seltsam seltsam...viele erzählen mir wie sie von Schlepperbanden und Schlepperkeilern, die in die Dörfer kamen von allen Seiten bes'hissen wurden. Familien sind schwer verschuldet, werden bedroht wenn sie die horrenden Kredite nicht zurückzahlen, und jetzt können Sie diesen Menschen erzählen ich sei ein braunes A+schloch. Realpolitik und Wunschträumereien sind zwei Paar Schuhe.

@_@
02.12.2007 09:04
Ein Projekt aus Österreich wurde vom Verein Exit realisiert.

Es gab eine Reportage (Am Schauplatz, ORF) über die Tätigkeiten der Vereinsobfrau in Afrika.

http://ngo-exit.com/index.php... mitstart=1

Quasis Herr Karl
Quasis Herr Karl
04.12.2007 19:12
Danke für den sehr interessanten link.

Jürgen Rembremerding
 
30.11.2007 00:01
"Wer hat's erfunden?"

Abschreckend genug!

Kubi80
 
29.11.2007 16:47
schockkampagne?

wie sieht denn die realität sonst aus?

käsewähe
02.12.2007 04:05
jedenfalls sitzen in afrika die väter meist nicht in opulenten

fauteuils beim schein einer stehlampe und telefonieren am festnetz. so kommt ja hoffnung auf: also ich bin der ansicht, dass dieses machwerk afrikanerInnen nicht verstehen werden. noch dazu, wo sehr viele afrikanerInnen militär und polizeigewalt kennen und mir ihr umgehen bzw. sich dabei eher an die eigene situation denken werden.

und wenn auch nur einer hergeht und erklärt, was das bedeutet, dann zieht sich europa deren zorn zu ... will man das?

chain
29.11.2007 16:18
Das wirkt bei uns nicht, weil bei uns kriegen Asylanten auch noch Geld und Anwälte, damit sie ja dableiben können

sylvia29
02.12.2007 04:45
immer noch besser,

als dass leute wie sie geld und anwälte bekommen...

chain
02.12.2007 16:09
ui wollten Sie mich beleidigen mit Ihrer unintelligenten Aussage?

sylvia29
03.12.2007 11:10
da auf unintelligente posts

intelligente anwtorten erfahrungsgemäß nix nutzen, wäre es schön, wenn mein posting wenigstens diesen effekt hätte.

FrenchCurry
30.11.2007 02:29

in der Schweiz auch, aber das hängt man natürlich nicht an die grosse Glocke...

@_@
29.11.2007 18:48
Wären Sie lieber eine Asylwerberin als Österreicherin?

Wohnen Sie lieber im Asylheim in Traiskirchen.
Oder Können Sie von 290 Euro pro Monat leben?
Wären Sie bereit, auf den Strich zu gehen (In Wien ist es fast die einzige Möglichkeit für Asylwerberinnen, legal etwas dazu zu verdienen?)?
Ist es so beneidenswert, dass jemand ihnen hilft?

Sie haben indirekt die ungerechte Behandlung Ihres Freundes durch die Österreicherinnen miterlebt, trotzdem sind Sie selbst volle Vorurteile gegenüber anderen Fremden und behandeln sie wahrscheinlich auch so schlecht wie die Ösis Ihren Freund.

Soll das Nemesis sein?

Das 290 €-Budget besteht aus 180 € Verpflegungsgeld für erwachsene Asylwerberin sowie 110 € für Wohnkosten, die für die Miete samt Strom und Gas ausreichen müssen.

Ernst Kratochwil
30.11.2007 13:00
Auch wenn Sie, ich oder sonstwer nicht lieber

Asylwerber wären als Österreicher ändert das nichts an der von Ihnen kritisierten Aussage.

Die ist, auch wenn ich kein Asylwerber sein will, trotzdem richtig.

benutzer daten
30.11.2007 08:53

Es gibt in Österreich eine gute Chance, während des Verfahrens aus der Schubhaft rauszukommen, dazu regelmässig Bargeld und eine All-Inclusive-Krankenversicherung, eine gut augebaute Hilfs-Infrastruktur und jahrelangen Abschiebeschutz (was sich jetzt mit dem Asylgerichtshof ändern könnte). Gerade unattraktiv ist deses Angebot für zuwandernde Prostituierte nicht.
In der Schweiz sind die Geldleistungen höher, dafür wurde bei der letzten Asylrechtsreform die Schubhaft stark ausgebaut und die Feststellungshaft eingeführt.
Beide Länder haben Vor- und Nachteile, die Entscheidung ist sicher nicht leicht.

@_@
30.11.2007 12:15
wenn Sie gerne als Prostituierte arbeiten, dann ist die von Ihnen

vertretene Meinung verständlich.

chain
29.11.2007 19:54
Wenn Sie sich schon auf ein Posting zu einem anderen Artikel beziehen:

Mein Freund ist nicht illegal über die Grenze gekommen, sondern hat sich hier ganz legal sofort gemeldet, er arbeitet hier und zahlt Steuern.

Das ist der Unterschied.
Außerdem hätte er, hätte er keinen Job gefunden, den Staat Österreich nicht mit Selbstmord erpresst, um hier bleiben zu können.

Und noch was: ich bin gerne bereit, notleidenden Menschen aus Kriegsgebieten zu helfen, bin auch dafür, Menschen, die sich hier keine Verbrechen vergehen und zu Hause aber verfolgt werden Asyl zu gewähren. Allerdings braucht die Familie Zogay kein Asyl! Es herrscht kein Krieg im Kosovo. Anscheinend ist die Familie Zogay aber nicht bereit, auf die Bequemlichkeiten im Gastland zu verzichten. Das ist aber kein Asylgrund

@_@
30.11.2007 08:40
Wirtschafts"Flüchtlinge"?

Herrscht Krieg in Deutschland?
Warum ging er nicht nach Ostdeutschland?
Dort gehört die Wirtschaft auch angekurbelt.
Kam Ihr Freund nicht auch wie viele anderen her, um in Ö zu arbeiten und eine Familie zu gründen?

Ich will Sie nicht beleidigen. Möchte Sie nur darauf hinweisen, dass der Unterschied zwischen Ihnen und anderen Fremden eigentlich nicht so groß ist, wie Sie annehmen. Ein bißchen mehr Empathie/Differenzierung wäre schön.

Angenehmen Tag noch.

chain
30.11.2007 08:56
Empathie empfinde ich für Menschen, die wirklich in Not sind, verfolgt werden, denen Krieg droht, aber nicht für solche, die einfach zu bequem sind, um nach Hause zu gehen!

...und dann auch noch versuchen, das Gastland zu erpressen

@_@
30.11.2007 08:08
Sie übersehen dabei, dass Ihr Freund EU-Bürger ist.

Er genießt die Freiheiten, die andere Fremde nicht haben. Er braucht kein Visum für Ö und ist nicht angewiesen auf Good-Will des Arbeitgebers, für ihn beim AMS um eine BB anzusuchen. Das hat die Familie Zogaj geschafft. Sie zahlte ebenfalls Steuer.

Wäre Ihr Freund arbeitslos (was ich ihm auf keinen Fall wünsche) wäre das kein Grund, ihn den Aufenthalt zu verweigern. Das kann anderen Fremden schon passieren.

Illegal nach Ö einzureisen, wie Sie sehen (od. nicht gesehen haben), ist allein kein Grund für die Verweigerung des Asyls. Unter anerkannten Flüchtlingen sind etliche.

Dieser Artikel bezieht sich auf afrikan. Flüchtlinge u. Sie sprachen ohne Differenzierung nur pauschal von "Asylanten". Vom Willien, Menschen zu helfen, war keine Spur.

chain
30.11.2007 09:02

Ich wollte schon beim letzten Artikel eigentlich nicht mehr mit Ihnen diskutieren, aber, Nein, er ist kein Wirtschaftsflüchtling. Und lieb von Ihnen, dass Sie mich nicht beleidigen wollen, das können Sie auch gar nicht.

Die Sache ist die: diese Leute wollen etwas von uns. Sie möchten Asyl. Warum? Weil es hier so bequem und angenehm ist. Wie wollen Sie das erreichen? In dem Sie Anwälte einschalten und den Staat erpressen. Toll! Ich differenziere zwischen Menschen, die Asyl wirkich benötigen und der Familie Zogaj, die langsam nicht nur mir ziemlich auf die Nerven geht

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