Bitte warm anziehen

von Redaktion  |  11. Jänner 2008, 14:17

420.000 Menschen haben zu wenig Geld, um heuer im Winter so zu heizen, wie sie es nötig und wir alle für wünschenswert hielten - von Otto Ranftl

Die Obersteiermark friert. Das ist im übertragenen Sinn zu verstehen. 420.000 Menschen haben zu wenig Geld, um heuer im Winter so zu heizen, wie sie es nötig und wir alle für wünschenswert hielten. Die Armutskonferenz hat das ausgerechnet. Mehr als ein Achselzucken ist diese Zahl vielen nicht wert.

Immerhin lässt eine solche körperliche Regung eine marginale Beschäftigung mit dem Thema erkennen. Diese lässt sich vertiefen. Es passt da ganz gut, dass das Wirtschaftsforschungsinstitut gerade eben festgestellt hat: Der Einkommensanteil der unteren Schichten ist merklich zurückgegangen, jener der obersten deutlich gestiegen. Zehn Prozent der Angestellten haben mehr als 3850 Euro im Monat verdient. Wie viel mehr? Diese zehn Prozent durften sich über zusammen 29 Prozent der Einkommen freuen. Mit der Armutskonferenz haben die Forscher, die das errechnet haben, nichts zu tun.

Ihr Befund klingt wie ein Offenbarungseid des Sozialstaates. Jahrzehntelang wurde umverteilt, wurden Hilfs- und Zusatzzahlungen erfunden, und dann das. Die Einkommensschere geht immer weiter auf, so als würde es Wohlfahrtspolitik einfach nicht geben.

Das stimmt doch nicht, werden Politiker einwenden und auf Ausgleichs- und andere Zahlungen verweisen. Falsch: Sie lassen sich in Debatten um 20 Euro mehr für Mindestpensionisten verstricken und ziehen keine Schlüsse aus dem Faktum, dass das Wachstum der Finanz- und Besitzeinkünfte jenes der Lohneinkommen hinter sich gelassen hat. Fällt jemand in der Partei der sozialen Wärme jetzt das Stichwort Erbschaftsteuer ein?

Es besteht Handlungsbedarf. Ein Ziel könnte es ja sein, die Zahl der Armutsgefährdeten in Österreich erst einmal zu halbieren. Dann würde fast nur noch ganz Graz frieren. (DER STANDARD, Printausgabe, 28.11.2007)

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trickdieb
02.12.2007 06:15
aber dieser überhebliche

schwarze bartenstein redet von aufschwung

ja, aufschwung auf seinem privat konto

frag mi net i mag die net
28.11.2007 18:18
irgendetwas stimmt nicht im Staate...

die eine frieren und in Salzburg wird pro Tag (lt. Landespressekonferenz - O. Raus ) EIN LKW voll Lebensmittel in den Müll geworfen und die sind zumeist noch original verpackt und vor dem Ablaufdatum! Wer erklärt mir diese Welt!?

17+4
28.11.2007 17:48
verdient jemand 3850 brutto im Monat, dann

bleiben ihm bei insgesamt etwa 40% Abzug etwa 2300. Dafür bekommt er keine der Förderungen, die mit seinen steuerlichen Abzügen für die finanziert werden, die deutlich weniger verdienen. Schaut man dann das reale Einkommen an, dann ist die Differenz wesentlich geringer.

Pyros
28.11.2007 17:17
Zu wenig Geld, um zu heizen?

Dann sollen sie doch ins Hotel ziehen.

Elisabeth Meixner 02
28.11.2007 18:57

Sowieso, zumal die Mitzi-Antoinette das auch so gesehen hätte...

Brücke
28.11.2007 18:42

Hatte schon den Verdacht :
Marie Antonia lebt !

Klaus Störtebecker
28.11.2007 14:41
Na da hätte ich zwei Vorschläge

1. der Staat senkt die Mineralölsteuer und den Mehrwertsteuersatz auf die Energie. Da werden die Grünen aber quitschen! 2. Beschwerden sind weiters an das Salzamt in Riad zu richten. Vielleicht steigt die soziale Wärme auch in die Herzen der goldbehängten Scheichs.

Kris Taurec
28.11.2007 12:34
Ach

in einem Österreich der sozialen Wärme braucht keiner frieren.
Wir alle können uns am Feuer das im Herzen unseres Bundeskanzlers brennt erwärmen.

flo k. 
28.11.2007 16:29

dann sag mir mal wers deiner meinung nach besser macht. die vp sicher nicht mit ihren indistriellenheinis.

Realist72
29.11.2007 19:45
leider haben Sie recht,

ich glaube auch nicht, dass eine der etablierten Parteien irgendetwas besser machen kann und würde. Das hat aber sehr viel damit zu tun, dass die verbindlichen Vorgaben eben aus Brüssel kommen und bekanntlich geht EU - Recht nationalem Recht vor und ist verbindlich in innerstaatliches Recht umzuwandeln, also ein geniales Instrument der wirklich Mächtigen Europas, die Mitglied - bzw Sklavenstaaten nach ihren Wünschen tanzen zu lassen.

hlg 
30.11.2007 17:40
voller durchblick gratuliere

irgendwo in europa kommen sie wieder dran, mal die dann die andern.

kasperl und krokodil für die grossen menschen.

die puppen kann man tauschen, wann man will.

die puppenspieler sind unsichtbar und unangreifbar. der kassier bezahlt sie, wenn die stimmung umschlägt verlassen sie die bühne durch den seitenausgang und warten bis sich alles beruhigt hat...

die dummen sind das publikum. die haben bezahlt.

im theater geht man nicht mehr hin...
im echten leben stirbt man am schluss.

R.G. 
28.11.2007 18:45
wars bei den letzten regierungsheinis schlechter?wohl kaum.........

Kris Taurec
28.11.2007 17:09

von einer övp erwartet man es eigentlich nicht, aber unser "hauptsache ich bin" Kanzler hat doch der ÖVP jahrelang die soziale Wärme abgesprochen, jetzt könnte er sie zeigen, tut er aber nicht.
Also wer ist besser ?
- Ein Dieb
oder
- Ein Dieb der mit dem Finger auf einen anderen Dieb zeigt

Vince1   
28.11.2007 19:15
Naja für die Entwicklung...

der letzten paar Jahre,zeichnet hauptsächlich die VP verantwortlich...,gerade was soziale Kälte angeht,spürt man hier noch immer den eiskalten Hauch des dunklen Imperators,ääähhhhhm Entschuldigung,...des schwarzen Kanzlers! ;-)

flo k. 
28.11.2007 17:16

wenn man einen koalitionspartner hat der immer nur nein sagt, egal um was es geht rein aus verstaubten prinzipien heraus, dann würde sich jeder kanzler der anderen partei schwer tun.

Rainer Freiherr von Risach 
28.11.2007 17:57

Dann sollte man als Kanzler vielleicht die Konsequenz daraus ziehen und die Regierung auflösen, denn offensichtlich hat man versagt. Das Versagen begann allerdings bereits am Verhandlungstisch lange vor der eigentlichen Regierungs(un)tätigkeit. Selbst eingefleischte Sozialisten (ja, gerade sie!) können diesem Bundeskanzler nur totale Inkompetenz zusprechen.

crax
28.11.2007 12:30
Schuldenstaat und Wirtschaftskrise

Das Problem ist, dass weder die Politiker noch die Mehrheit der Bevölkerung erkannt hat, dass eine Sozialpolitik, die Schulden verursacht, letztlich genau das Gegenteil der ursprünglichen Intention bewirkt: nämlich eine Umverteilung von arm zu reich.

Wie geht das? Ganz einfach, mit explodierenden Schulden sind explodierende Zinszahlungen verbunden, die wir großteils in Steuern verpackt alle zahlen.
Ein kleiner Teil hat ohne Arbeit immer höhere fixe Zinseinnahmen, ein großer Teil muss immer mehr arbeiten, um über die Runden zu kommen.

Es gibt übrigens keinen Ausweg, ausser ein komplett neues System nach der jetzt schon sicheren Wirtschaftskrise.

Gernot Ziegler   
28.11.2007 14:30

Naja - am Beispiel der USA sieht man das auch ein stramm gefuehrter haushalt nicht zu _weniger_ Einkommensschere fuehrt - und dort haben sich die Leute letzten Winter auch kein Oel fuers Heizen leisten koennen (weil die Haeuser zu schlecht isoliert waren).

So einfach ist das also nicht.

Vince1   
28.11.2007 19:17
Dort geht auch jeder verfügbare Dollar...

in die Rüstungsindustrie....kein Wunder,dass die Leute frieren...!

crax
28.11.2007 16:47
Zu stramm geführter Haushalt?

Tja, gerade in den USA gabs vor allem unter der Bush-Regierung eine Explosion der Defizite. Mittlerweile beträgt der Staatsverschuldungsgrad über 70%. Dazu kommt noch eine immens höhere Privatverschuldung als in Europa.
Beides zusammen ergibt eine deutlich höhere Durchschnittsverschuldung als in der EU und damit ein schnelleres Wachsen der Einkommensschere.
Sehe in den USA eine Bestätigung dieser Theorie.

Gernot Ziegler   
28.11.2007 16:53

"die wir großteils in Steuern verpackt alle zahlen."

Man kann aber nicht behaupten dass die Steuern in den USA hoch waeren - die hohe Verschuldung kommt von Kriegsausgaben.

Im allgemeinen wird in den USA Unternehmertun stark gefoerdert, und der Sozialstaat sehr kurz gehalten - beides typische Kritikpunkte in Europa, um den Sozialstaat hier zu beschneiden (und das glaube ich bei Ihnen zu sehen, und dagegen zu argumentieren).

Die USA sind kein Vorbild fuer eine kleinere Einkommensschere.

Was sind ihre Vorschlaege ?

Rainer Freiherr von Risach 
28.11.2007 18:30

Ich bin mir nicht ganz klar, ob Sie die USA nun als positives oder negatives Beispiel hinstellen wollen. Der stramm geführte Haushalt in den USA ist nur stramm, wenn es um Sozialleistungen geht, ansonsten wird mit dem Geld (das unsere Kinder und Kindeskinder erst erarbeiten müssen!) sehr locker umgegangen. 20% der US Haushalte leben in Armut, damit 1% in Saus und Braus leben kann. Die Armen werden ärmer, die Reichen reicher, und die Leute, die damit ein moralisches Problem haben, sind in einer solchen Minderzahl, daß sie nicht in der Lage sind, die Situation politisch in irgendeiner Form wirklich zu ändern.

crax
28.11.2007 17:56

Die Steuern USA/Europa sind nich direkt vergleichbar, da in USA ja viele Sozialleistungen nicht durch Steuern abgedeckt werden. Dafür wird in USA nochmal zusätzlich für Sozialleistungen gezahlt. Zusätzlich zahlen die Amerikaner aufgrund er Privatverschuldung auch höhere Privatzinsen.
Es geht mir aber nicht darum, um den Sozialstaat zu beschneiden, sondern darum, darauf hinzuweisen, dass Sozialleistungen gerade durch die Schuldenpolitik immer geringer werden.
Behaupte, dass es kein Naturgesetz ist, dass ein Staat viele dauerhafte Schulden macht, sondern dass das Politik ist. Außerdem behaupte ich, dass es uns allen ohne Staatsschulden im Schnitt besser gehen würde und dass dann auch mehr Sozialleistungen möglich sind.

Gernot Ziegler   
28.11.2007 19:16

Gut, aber man kann die durchschnittlichen Ausgaben fuer private Zusatzleistungen, die in Oesterreich durch den Staat abgedeckt werden, ungefaehr aufaddieren und daraus ein vergleichbares "Nettogehalt" erstellen.

Aber ich sehe, wir sind uns einig: Ich bin auch dafuer, dass keine Schulden gemacht werden - den Sozialstaat beschneiden moechte ich aber nur so weit, wie es dafuer notwendig ist - ich glaube also _nicht_, dass voller Rueckzug des Staates (durch eine Behauptung von erhoehtem Wirtschaftswachstum) zu einer Verbesserung fuehrt.

Schweden ist ein gutes Beispiel fuer einen Sozialstaat, der die Leistungen so beschnitten hat dass er jetzt Schuldenabbau betreiben kann.

Franz Seidler
28.11.2007 12:30
macht nix, die können sich zum wärmen

unter die abgas-strahlen unserer neuen düsenflieger stellen. das muß reichen....

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