Deutsche Inflation auf Rekordhoch

von Redaktion  |  14. Dezember 2007, 12:05

Stark gestiegene Preise für Benzin und Lebensmittel heizen die Teuerungsrate so kräftig an wie seit 13 Jahren nicht mehr

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen (z. B. APA und REUTERS) basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
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Amenhotep IV
28.11.2007 18:00

Das Geldmengenwachstum in der Eurozone hat sich im Oktober weiter beschleunigt und dabei einen neuen Rekordwert verzeichnet. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch mitteilte, stieg das Geldmengenaggregat M3 gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,3%.

nixusfixus
28.11.2007 11:40

hä? wie oder was. zinsen sind hoch, erhöhung der geldmenge ist also im normalen rahmen, bzw. real sogar rückläufig. jedoch der preiseffekt, durch höheres wi-wa entspricht dem klassischem ansatz. und auch während der stagnation war die ezb alles andere als großzügig, im vgl. zur fed, somit kann ich ihre schlussfolgerung nicht nachvollziehen.

José Atento
27.11.2007 15:10
Hmmm....

Seit Jahren wettere ich, dass die hohe monetäre Inflation (massive Erhöhung der Geldmenge) zuerst zu "gewollten" (?) Erscheinungen führt (Wirtschaft wird angekurbelt, Vermögenswerte, Aktien, etc. steigen im Preis), doch irgendwann zeigt sich die Fratze dieser Politik des leichten Geldes und die monetäre Inflation wandert in die Konsumentenpreise (dies ist bekanntlich nicht ganz so erwünscht). Die Zeit der Abrechnung könnte bevorstehen. Eine Stagnation der Wirtschaft mit steigenden Konsumentenpreisen. Die 1970er Jahre kehren vielleicht zurück…

Anaxagoras2
28.11.2007 00:02
Sie reduzieren die expansive Geldmengenpolitik auf ...

...ihren Einfluß auf das Preisniveau, doch viel entscheidender ist der gewollte Einfluss auf die Konjunktur.

Entfesselter Prometheus
27.11.2007 23:08
Was solls

Die Zusammenhänge werden ohnehin von Minimum 95 % der Bevölkerung nicht verstanden. Wirtschaft ist bäh und damit beschäftigen wir uns nicht. Das ist der Grund warum Politiker so absurden Unsinn verzapfen können und der auch noch geglaubt wird.

Martin vom Dach
27.11.2007 17:00
Frage: Sind Sie nicht in den anderen Threads immer der Keynsianer?

Oder wechselt das manchmal?

clearlake 
27.11.2007 23:14
nur zur klarstellung falls sie meinen

bush und die neocons wären monetaristen sind sie auf dem holzweg. friedman rotiert gerade, noch nie war die wirtschaftspolitik so katastrophal wie heute.

Martin vom Dach
28.11.2007 08:14
Danke, ich kenn mich nicht mit viel im Leben aus, aber bei Ökonomie gehts grad noch :-)

Ich find nur ganz witzig, dass der selbe Poster (nicht Sie, sondern Ihr Vorposter) wochenlang postet, der Konsum müsse angekurbelt werden, und NUR SO kann die Welt gerettet werden...

... und jetzt schon seit Wochen postet, die Geldmenge müsse reduziert werden, und NUR SO kann die Welt gerettet werden....

hat was sympathisch kindliches, eigentlich eh nett...

T.h. omas 
28.11.2007 17:32
Widerspricht sich doch nicht zwingend, oder?

Martin vom Dach
28.11.2007 17:37
Naja, wenn Sie entscheiden müssen, ob Sie Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpen wollen, oder nicht...

... müssen Sie sich halt entscheiden ob Sie's tun wollen, oder nicht, richtig?

Im Philosophicum kann man sich vielleicht als Mittelding positionieren, in der ideologischen Einstellung sowieso.

Aber wenn Sie die konkrete Entscheidung treffen müssen?

T.h. omas 
28.11.2007 20:47
Ich meinte, dass sich das nicht widerspricht, weil

man den privaten Konsum ankurbeln kann, ohne die Geldmenge künstlich aufzublähen. GENUG Geld existiert ja, es ist nur nicht in Umlauf, bzw. steht nicht dem Konsum zur Verfügung. Daher ist das eine Scheindiskussion, die Verteilungsgesichtspunkte ausser Acht lässt.
Dass die Bezieher geringerer Einkommen eine Steigerung desselben fast vollständig verkonsumieren ist unbestritten.

Martin vom Dach
28.11.2007 20:53
Wenn Sie Geld, das nicht im Umlauf ist, in Umlauf bringen, hat das den bekannten inflationären Effekt

Es spielt keine Rolle, ob die Geldmenge vorher schon existierte (aber nicht in Umlauf war), oder neu gedruckt wurde

T.h. omas 
28.11.2007 21:11
Sicher?

Wenn das Geld wieder in Umlauf komt und ´damit Wachstum erzeugt, ohne die Geldmenge durch Neuschaffung zu vergrößern, wirkt das Wachstum dem aber entgegen.

Martin vom Dach
29.11.2007 08:40
Ja, das wäre ja die Idee des Keyensianismus. Genau so soll es dann theoretisch (und hoffentlich praktisch) funktionieren.

Risiko ist galoppierende Inflation und Massenverarmung.
Deshalb versuchen die Klassizisten eher die Geldmenge knapp zu halten, und damit zumindest stabile Verhältnisse zu schaffen, in denen das, was man sich erarbeitet hat (Ersparnisse, etc.), wenigstens sicher ist, und Armut mit Transferleistungen bekämpft werden kann (was bei 200% Inflation auch nimmer geht).

Beide Varianten wurden schon real ausprobiert.
Keynes' Ideen hatten riesen Erfolg in Skandinavien, und haben z.B. Jugoslawien oder halb Südamerika in Armut gestürzt.

Klassizistische Ideen sind Standard in der westlichen Welt, Vor- und Nachteile sind die, die in der aktuellen Tagesdiskusssion angeführt werden.

José Atento
27.11.2007 18:03
;-)

Kann mich nicht erinnern, dass ich jemals (zumindest nie absichtlich) ein Anhänger von Keynes war. Austrian School of Economics, freier Markt und Monetarismus sind eher die Theorien, die auf Hausverstand aufbauen! Manche glauben doch, dass je komplizierter die Theorie, desto besser funktioniert sie und desto bessere Ergebnisse bringt sie. Siehe Nobelpreisträger, die mit ihren Hedge Fonds Pleite gingen, weil sie glaubten so gescheit zu sein, dass sie den Markt berechnen können...

Es gibt relativ einfache Zusammenhänge, die immer gelten. Doch viele Wirtschaftstheoretiker bestreiten die einfachsten Dinge (Zusammenhang der Geldmenge mit Konsumpreisen, etc.) und begründen dies mit komplizierten Theorien.

Martin vom Dach
28.11.2007 08:36
und wann und wo ist denn nun von wem die Geldmenge ausgeweitet worden?

Anaxagoras2
27.11.2007 23:34
Austrian School of Economics ist eine rein österreichische...

Wortkreation. Z.B. Schumpeter ging in dia Geschichte ein, als der Ökonom mit den meisten Denkfehlern. Er war ein origineller Theoretiker, wenn ich mich recht erinnere, war er doch der Protagonist mit der sog. Lange-Wellen-Hypothese. Können Sie mir empirisch die Richtigkeit eine seiner Hypothesen nennen? Schumpeter war eher ein Repräsentant der Soziologie, Geschichte, Sozialphilosophie und sogar der Bellletristik. So gesehen ist der Ausdruck "Austrian School of Economics" eher ironisch oder als Satire zu verstehen. Bei Keynes gebe ich Ihnen recht,war er doch der Ökonom der das Schuldenmachen verwissenschaftliche. Und ganz nebenbei war ein begnadeter Spekulant, dementsprechend fiel auch der Keynesianismus aus.

Highwayman
28.11.2007 00:37

Schumpeter wird aber gewöhnlicherweise nicht zur Austrian School of Economics gezählt. Vertreter waren z.B. Friedrich Hayek, Ludwig von Mises, ...

Anaxagoras2
28.11.2007 18:04
Glauben Sie nicht, dass Sie die Zugehörigkeit zur "Austrian....

School of Economics" nach Belieben definieren?

clearlake 
27.11.2007 23:19
ich denke das problem ist

dass die mathematiker in der nationalökonomie geputscht haben. Sie haben die wirtschaftstheorie weit weg von der realität geführt und sind für die heutigen und kommenden probleme mitverantwortlich. Im grunde müßte man vielen von denen den prozess machen...

Michael B
27.11.2007 20:58
"Freier Markt und Monetarismus.."

Wahrscheinlich so, wie ihn die USA praktizieren.
Nach außen laut Hayek predigen, aber gleichzeitig außertarifliche Handelbarrieren errrichten, unglaubliche Mengen Staatsgeld (auf Schulden) in die Wirtschaft (Kriegsindustrie u.a.) pumpen, etc.
Lustigerweise funktioniert das ja schon längere Zeit, aber es ist eben purer Keynesianismus.

José Atento
27.11.2007 23:07
Es gibt also nicht nur Keynes auf der einen Seite oder Monetarismus und freier Markt auf der anderen Seite, sondern auch einen Graubereich dazwischen...

Keine Wirtschaftstheorie kann die Realität (vernetzte menschliche Gesellschaft) wirklich abbilden und von sich aus behaupten, dass es die exakten Zusammenhänge kennt.
Aber wenn das gelebte System immer mehr Schlagseiten bekommt, so sollte das zu denken geben, dass praktisch dieses System scheinbar nicht auf Dauer funktioniert. Aber schon der normale Hausverstand sagt einem doch, dass Schuldenberge nicht beliebig in den Himmel wachsen können, oder? Trotzdem meinen sehr viele Fachleute (Notenbanker), dass wir kein Problem hätten. Wir haben dann ein riesiges Problem (Vertrauensproblem), wenn es als solches vom Volk erkannt wird…

José Atento
27.11.2007 23:06

Wenn sie das was da im Finanzsystem passiert funktionieren nennen…
Das was Keynes gelehrt hat ist genauso reine Theorie und wird doch heute nicht wirklich gelebt, weil es gierige, hoffende und ängstliche Menschen gibt, weil es eine Demokratie und Politiker gibt. Der Mensch versucht was zu steuern (die Geldmenge!) was nicht steuerbar ist, da niemand auf der Welt genügend Informationen dazu hat. Der Markt hat sie.
Es wird einfach zu viel Geld zur Verfügung gestellt. Das führt zu ausufernden Schuldenbergen und all den unerwünschten Auswirkungen der Inflation. Das geht sehr lange gut, aber wahrscheinlich erleben wir noch die Abrechnung.

José Atento
27.11.2007 23:11

Wir leisten uns tausende sehr teure Fachleute, die uns tagtäglich erklären, dass es im Finanzmarkt und in der Wirtschaft kein Problem gibt. Ich nenne das vertrauensbildende Maßnahmen, um den Wert des Geldes zu erhalten. Wäre es nicht so, würde das Finanzsystem sofort in einer Hyperinflation zusammenbrechen…

modest mice 
27.11.2007 18:15
"Siehe Nobelpreisträger, die mit ihren Hedge Fonds Pleite gingen"

dass Sie mir da nichts böses über die Manager des LTCM-Fonds sagen! :-) :-)

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