Linux-Mastermind Torvalds über die Zukunft des freien Betriebssystems

22. Februar 2008, 15:55
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Flexibilität der entscheidende Vorteil gegenüber kommerziellen Anbietern - Viele kleine Neuerungen sollen das Gesamtbild des Kernels 2008 verbessern

Die Entwicklung des Linux-Kernel schreitet stetig voran. Alle zwei bis drei Monate reichen die Open-Source-Entwickler eine neue Release nach, mit der nachhaltig Stabilität, Qualität und Funktionsumfang der zentralen Linux-Software verbessert werden sollen. Eine Geschwindigkeit, die wohl auch in Zukunft kaum zurückgehen werden wird, wie sich Linus Torvalds nun in einem aktuellen Interview mit Information Week überzeugt gibt.

Virtualisierung

Den entscheidenden Vorteil gegenüber Windows sieht Torvalds dabei weniger bei einzelnen technischen Punkten als allgemein an der Flexibilität der Entwicklung. Der Bereich Virtualisierung sei hierfür ein hervorragendes Beispiel: Statt dem "einen wahren" Virtualisierungsmodell unterstütze man eine Vielzahl von Lösungen - alle mit ihren spezifischen Vorteilen.

Torvalds bekennt dabei allerdings auch selbst, dass ihn selbst das Thema Virtualisierung beinahe gar nicht interessiere. Doch genau darin sieht er eine der entscheidenden Stärken von Open Source: Die Entwicklung sei nicht von den Vorlieben einer einzelnen Person abhängig.

Flexibilität

Die Flexibilität von Linux zeige sich auch an der Vielzahl von Bereichen, in denen das Open Source OS mittlerweile eingesetzt wird: Von Mobiltelefonen und Taschencomputer bis zu Supercomputern reiche die Palette. Ein Faktum, das eben genau dem Umstand zu verdanken sei, dass sich jeder an der Entwicklung beteiligen könne.

Prognose

Auch ein kleinen Blick in die Zukunft des Kernels ließ sich Linus Torvalds abluchsen. Neben dem bereits genannten Thema Virtualisierung, werde 2008 auch wieder die Verbesserung der Hardwareunterstützung eine zentrale Rolle einnehmen. Vor allem in den - traditionell problematischen - Bereichen der Unterstützung von Grafik- und Wireless-Adaptern gebe es noch einiges zu tun.

Aufwind

Ein weiterer Punkt, den Linus Torvalds selbst für besonders interessant hält, sind Solid State Laufwerke. Diese würden grundlegende Verbesserungen im Bereich der Latenzzeiten bringen, etwas dass auch für den Linux Kernel eine wesentliche Rolle spiele. Derzeit seien die Laufwerke zwar noch sehr kostenintensiv, doch würde sich das im Laufe des nächsten Jahres wohl ändern.

Letzten Endes werde es die Gesamtheit der Neuerungen sein, die dem Kernel neues Leben einhauchen soll. Unterschiedliche, kleine Verbesserungen würden das Gesamtbild in ein deutlich besseres Licht rücken, gibt sich Kernel-Maintainer Torvalds überzeugt. (red)

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    Linux-"Erfinder" Linus Torvalds

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