Auch Fini will Zentrumspartei gründen

Allianz mit christdemokratischer UDC geplant - Schwere Verstimmung im Verhältnis zu Oppositionschef Berlusconi

Rom - "Alles neu" oder "more of the same"? Nachdem sich Italien Linke erst vor wenigen Wochen mit der Fusion zum Partito Democratico (Demokratische Partei) neu gegründet hat und Oppositionschef Silvio Berlusconi am 2. Dezember seine Forza Italia in einen Partito della Libertà (Partei der Freiheit) transformiert, steht nun die nächste Neugründung in der italienischen Parteienlandschaft an: Die christdemokratische Oppositionspartei UDC plant einen Zusammenschluss mit der rechten Alleanza Nazionale (AN) von Gianfranco Fini, die sich somit ein neues Ansehen als gemäßigte Partei aufbauen will.

AN und UDC gehörten bisher dem Oppositionsbündnis Berlusconis an. Diese Allianz litt aber zuletzt deutlich unter dem problematischen Verhältnis zwischen Berlusconi und Fini. Der neuen Gruppierung soll sich angeblich auch der Präsident des italienischen Industriellenverbands, Luca Cordero di Montezemolo, anschließen. Montezemolo, Präsident der traditionsreichen Automarken Ferrari und Fiat überlegt schon seit längerem den Einstieg in die Politik. Dass es ein Unternehmer zu höchsten politischen Ämtern bringen kann, hat nicht zuletzt der Medien-Zar Berlusconi bewiesen.

"Auf Berlusconi reagieren"

"Nur mit einem neuen Projekt können wir konkret auf Berlusconi reagieren", sagte Fini. Der Oppositionschef hätte laut Fini die Abmachung unter den Mitte-Rechts-Partnern respektieren müssen, die vorsah, alles zu tun, um die Regierung Prodi zu stürzen. Stattdessen spreche Berlusconi nur noch über eine Große Koalition mit der Linken nach möglichen Neuwahlen. Fini hatte diese Woche ausgeschlossen, dass seine zum Oppositionsbündnis gehörende AN in der neuen Partei Berlusconis aufgehen könnte.

Das Projekt einer Allianz mit der AN wird vom UDC-Vorsitzenden Pier Ferdinando Casini begrüßt. "Wir wollen nach dem Vorbild der Europäischen Volkspartei eine moderate Gruppierung aufbauen, die den Wählern eine Alternative zur Mitte-Links-Allianz anbietet", betonte Casini, dem ebenso wie Fini sehr große Ambitionen auf das Amt des Ministerpräsidenten nachgesagt werden, sollten sie die nächsten Wahlen gewinnen - wann immer sie stattfinden.

Blanke Nerveny

In der italienischen Mitte-Rechts-Opposition liegen die Nerven längst blank, nachdem Berlusconi am Montag die Gründung einer neuen Partei angekündigt hatte, in der seine konservative Forza Italia aufgehen soll. Die Partei droht das oppositionelle Vier-Parteien-Bündnis aus Forza Italia, AN, UDC und Lega Nord tief zu spalten. Berlusconis bisher treuester Partner Fini, kündigte daraufhin an, dass seine Gruppierung Berlusconis neuer Partei nicht beitreten werde. Berlusconis neue politische Kraft sei nur Schaumschlägerei. "Wir alle wollen die Zersplitterung der italienischen Parteienlandschaft bekämpfen. Man darf jedoch nicht zulassen, dass Berlusconi alle anderen Parteien der Opposition zur Seite drängt", sagte Fini.(APA)

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13 Postings
Gab mal einen schönen Spruch:

Die Europäische Volkspartei nimmt jeden auf, der nicht binnen drei Sekunden auf den nächsten Baum flüchtet.

der ist noch heute angebracht ;-)

anstaltszentrum?

die Extremismus-Lehre die eine Leere war und ist... führt nun um stau wie um 18 Uhr in jeder Grosstadt... alle wollen ins Zentrum...

wie wollen sich die Polit-Kasperl dann nennen linkisches Zentrum, rechtliches Zentrum oder "nahes Zentrum", oder auch Volkszentrum, Zntrum der Nation um Grössenwahnsinnigen wie B. entgegen zu kommen , aber seine "Fartei der Preiheit" ist doch auch schon sehr gelungen , denn das hiesse ja, das die anderen Parteien unfrei wâren, weil sie eben nicht den Namen haben...
und der MSI der zur AN mutierte bläht sich jetzt zum Zentrum....auf... die Blase platzt weil überdehnt... der Überhänger der Piazzale Loreto in Mailand 1945 und Vorbild der MSI war ja ein "bekannter Zentrist" brüll...
die Kommentare werden sein: ja die haben halt hinzugelernt... sich verândert...
ja das stimmt: sie haben soviel Kreide gefresen das sie die weissen Westen kotzen

trotzdem vorsichtig mit dem "Größenwahn".Berlusconi ist vieles,aber weder dumm noch größenwahnsinnig".Er ist alles und davon das Gegenteil.Er weint für Flüchtlinge,die untergangen sind,um andererseits dann den Ausländerhass zu schüren.Er verspricht dem einfachen Menschen alles,den Unternehmen auch. Er ist "Sozialist,Faschist,Christdemokrat,Konservativer,modern,traditionell,Persil,Omo..eh...ich´meine...er ist alles,je nachdem,was seine Umfrageerhebungen ergeben.Er ist das,was die Leute hören wollen. Sein Ziel ist der persönliche Machterhalt und das hat bestimmte Gründe.Es geht um sein Imperium und mit Sicherheit auch noch um die Leute,die vielleicht weniger in der Öffentlichkeit stehen,denen er etwas schuldet.

Gibt es die Agglomeration

im Zentrum, kann sich der Francesco Storace mit der Daniela Santanche getrost zurücklehnen, schmunzeln, abwarten und Däumchen drehen. Aber vielleicht steigt ja auch noch der Möchtegernkönig Emanuele Filiberto di Savoia mit einer Partei ein. Dann wird es noch bunter. Jetzt wo er plötzlich vom italienischen Staat 260 Mio. Euro haben möchte um sie sinnvoll zu investieren.......

krachbumm

würde es dann machen zwischen savoia und storace neanchesanto. die einen wollen letztlich wieder einen könig einsetzen, die andern einen duce. ob sich das nochmal verträgt?!

nun fragen sich viele Bürger,wieso der "Möchtegern-König" nun den Staat auf 260 Mio. verklagt,weil er nicht in Italien leben durfte,denn eigentlich müssten wir den Staat verklagen,weil wir hier leben mussten ;-)

rechtsextrem = Zentrum
Weiss = Schwarz
2+2 = 5

So weit sind wir schon,

dass sich der Fini fürs Zentrum hält.

Ja, er steht schon auf der Warteliste der EVP...wenn man bedenkt,dass Berlusconi ganz offen den Eindruck erweckt, er sei eine Art Wiedergeburt von Mussolini, und wenn man bedenkt, dass Berlusconi in der Europäischen Volkspartei ist,also zusammen mit der ÖVP,kann man sich vorstellen,was von der ÖVP beziehungsweise von den anderen so genannten Christdemokraten Europas...

Willkommen in Italien

Auch die Herren Bertinotti und Diliberto halten sich fürs Zentrum. Insofern nicht so wahnsinnig weit hergeholt.

dann ist doch alles toll...alle sind in der Mitte und wer bleibt dann außen?Die Menschen!

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