
Der Kabeljau hat es nicht leicht.
Er hat gemeinsam mit einem internationalen Expertenteam in der jüngsten Ausgabe des US-Wissenschaftsmagazins Science (Bd. 318, S. 1247) Alarm geschlagen. Denn die exzessive Fischerei gefährdet nicht nur die Fischbestände. Sie hat auch längst in die Evolution von bestimmten Fischarten eingegriffen.
Damit ist konkret gemeint, dass der enorme Selektionsdruck dazu geführt hat, dass die Fische schneller geschlechtsreif werden und kleiner bleiben. Solche Tiere haben gegenüber ihren größeren Kollegen nämlich eine höhere Chance, sich fortzupflanzen.
Selbstschädigung
Das Problem dabei: "Ein halb so großes Weibchen produziert nur ein Achtel der Zahl an Eiern", so Dieckmann. Die Fischerei schädigt sich durch die Überfischung damit mittel- und langfristig selbst. Denn durch diese Veränderungen ist mit einem noch viel stärkeren Rückgang der Bestände zu rechnen - und zwar auf lange Sicht: Die innerhalb von wenigen Jahrzehnten herbeigeführten Veränderungen lassen sich nämlich nicht ebenso rasch rückgängig machen.
Konkret hat es bloß 40 Jahre gedauert, um diese evolutionäre Veränderung beim Kabeljau zu bewirken. Sie wieder rückgängig machen, könnte bis zu 250 Jahre dauern, so die Forscher dieser Study Group on Fisheries Induced Adaptive Change (SGFIAC). "Die Selektion in diese Richtung wirkt ja schwächer als die durch die Fischerei", sagt Dieckmann.
Die Experten für evolutionäre Umweltfolgenabschätzung fordern daher ein rasches Umlernen im Fischereimanagement und haben dafür mehrere konkrete Vorschläge. Es sollte nicht nur weniger intensiv gefischt werden, sondern vor allem auch mit weniger engmaschigen Netzen, um nur die ausgewachsenen Tiere zu fangen.
Schließlich sollten vor allem in jenen Gegenden die Netze ausgeworfen werden, wo sich die Tiere zur Fortpflanzung treffen - "also beim Kabeljau an der norwegischen Küste, wo sich die Tiere vermehren, und nicht in der Barentssee, wo die Tiere fressen", so Dieckmann. Fragt sich nur, ob sich die russischen Fischer daran halten werden. (Klaus Taschwer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23. November 2007)
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einen Fangtag pro Monat.
Viele Gewässer, insbesondere die Meere sind überfischt. Viele Arten sind wegen zu hoher Fangquoten und umweltzerstörender Fangtechniken nahezu ausgerottet.
Aquafarmen sind keine Alternative, da sie im höchsten Maße umweltgefährdend und tierquälerisch sind. Weltweit werden so ca. 16 Mio. Tonnen Fisch gezüchet. Meist wird nur eine einzige Art in Monokultur mit umfangreicher Technik und Chemikalien auf engstem Raum herangezogen. Kraftfuttercocktails sollen die Fische schnellstmöglich verkaufsreif wachsen lassen. Die Stoffwechselprodukte der Fische verursachen eine explosionsartige Ausbreitung der Algen und eine ökologische Zerstörung des Gewässers.
Ein grosses Problem ist auch die Schwarzfischerei, durch die weit mehr Kabeljau gefischt wird als die schon generoesen Fangquoten erlauben. Gefischt wird in der Nacht. Weil die Fischerbote mit ihrem Shwarzfang die meisten Haefen nicht anlaufen koennen, wird auf offener See in unverfaengliche Frachtschiffe umgeladen, die ihre Ladung dann ganz legal in Haefen der EU loeschen. Auch dieser Fisch kommt in den Handel. Einzige Moeglichkeit den Kasblejau zu retten waere, dessen Verkauf zu verbieten. Aber freie Marktwirtschaft will solches nicht. Klar, der Markt regelt alles. Wir muessen jetzt nur einige hundert Jahre warten, bis sich der Kabeljaubestand erholt. Falls er nicht gaenzlich verschwindet.
An der kanadische Atlantikküste ist der Kabeljau bereits verschwunden und zwar vor etwa 15 Jahren. De facto von einem Jahr aufs andere. Das war ein Riesenwirtschaftsdesaster in der Region Newfoundland und seither gibt's dort jede Menge "Geisterhäfen". "Ghosttown mal anders" sozusagen. Keine aufgegebenen Goldgräberstädte im Wilden Westen, sondern Häfen, die 1980 noch florierten.
nur wo ist hier evolution? hier findet nur selektion statt. die fische sind nach wie vor im meer und nicht vielleicht an land "geflüchtet", oder in tiefere meeresbereiche.
das hier ist nicht darwin sondern max. lamarck. in der schule wird einem evolution zum leichteren verständnis wie in dem artikel eingetrichtert, doch evolution ist anders.
lt. ihren begriffen hätte es dann in den letzen 4 milliarden jahren ca. 5-6 szenarien gegeben,die als evolutionsereignis zählen.
aber es ist bereits evolution, daß die fische als gesamtbestand kleiner werden und eine schnellere geschlechtsreife und damit auf äußere umweltbedingungen reagieren.
das verlassens des meeres aufs land wäre eine endprodukt von zb. 5 millionen evolutionstechnischen anpassungen in dieser größenordnung hintereinander.
Und es eröffnen noch immer Geschäfte wie der Fischsupermarkt in der Sagerdergasse und an jeder Ecke steht eine Nordseefiliale!
Also, das nächste mal den Mut zeigen, wenn es wo Fisch zu essen gibt, und mit Begründung nein sagen, oder den/die Bekannte drauf anreden was sie gerade ißt!
Wenn sie nur regionale (Österreichische) Produkte essen, haben sie schon mal einen großen Schritt getan.
Man kann schon gewisse Produkte meiden, wo man die Produktionsbedinungen kennt. Tomaten aus Spanien, Schrimps aus Taiwan,...
Es bleiben somit, ohne auf den Biolandbau zu kommen, noch immer genung regionale Lebensmittel über. Bis vor wenigen Jahrzehnten sind die Menschen damit ziehmlich gut zurecht gekommen.
Und außerdem sollen die Menschen sich schon bewust sein, was hinter der sterilen Supermarktverpackung für eine Umweltzerstörung, Tierleid,... steckt.
Na wenigstens schreiben die nicht den gleichen Schwachsinn wie der Spiegel. Dort steht doch glatt:
"Das von Charles Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie, entdeckte Prinzip vom Überleben der Stärksten gelte für viele Fischarten inzwischen umgekehrt: Nicht die Starken, sondern die Kleinen und Schwachen überlebten eher."
Liebe Spiegel-Journalisten! "Survival of the fittest" heißt NICHT, daß die Stärksten überleben! Sondern diejenigen, die am besten angepaßt sind. Und in diesem Fall sind das daher die kleineren Fische. Daher wird hier überhaupt nichts auf den Kopf gestellt!
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