Mendels Erben vermarkten

Redaktion, 21. November 2007, 17:31
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    Michal Kostka (JIC) erklärt die Ausbaupläne für einen Life-Science-Campus rund um die Masaryk-Universität

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Ein Großteil der Biotechnologie-Aktivitäten in Tschechien spielt sich rund um Prag und Brno ab

Letzteres versucht mittels Innovationsplänen, Investments und Inkubatoren wie dem Südmährischen Innovationszentrum, die Standortattraktivität weiter zu erhöhen.

Geht es um Biotechnologie, beruftman sich in Tschechien gerne auf die Tradition. Etwa jener, Lebensmittel unter Zuhilfenahme von Hefe zu veredeln – Budweiser lässt grüßen. Aber auch auf den „Vater der Genetik“ Johann Gregor Mendel.

Ob sich Mendel, Brnos berühmtester Erbsenzüchter, an Michal Kostka gewandt hätte, umseine Forschungsergebnisse zu vermarkten? Diese Frage wird wohl unbeantwortet bleiben müssen. Feststeht, dass ihm nicht die Möglichkeit offenstand, sich an eine Einrichtung wie das Südmährische Innvovationszentrum JIC (Jihomoravské Inovacní Centrum) in Brno zu wenden. Gut möglich auch, dass seine Entdeckung – die Regeln der Vererbung bei Erbsenpflanzen – schon an der ersten Hürde gescheitert wäre. „Wir checken zuerst, ob die Idee überhaupt zur Umsetzung taugt“, erklärt Kostka, stellvertretender Direktor des JIC. „Ohne guten Businessplan geht nichts.“

Hüter der Innovation

Das JIC wurde 2002 mit dem Ziel gegründet, ein positives Klima für regionale, innovative Unternehmen zu schaffen, schildert Kostka. Damals wurde eine Innovationsstrategie ausgearbeitet, das Zentrum als Hüter derselben etabliert. Es dient auch als so genannter Inkubator: „Um Wissenschaftern dabei zu helfen, Unternehmen zu gründen.“ Dahinter steckt der politische Wille, die Region Südmähren und die Stadt Brno zu einem attraktiven Standort für zukunftsweisende Sektoren – nicht nur, aber auch der Biotechnologie – zu machen. „Wir sind sozusagen ein Jointventure“, meint Kostka, „es gibt zwei öffentliche Körperschaften plus vier Universitäten, die ihre Kräfte vereinten, um wiederum eine Agentur zu schaffen, die der Region Impulse in Richtung innovativer Unternehmerschaft gibt.“

Neben Finanzierung stellt das JIC auch Dienstleistungen (juristische Beratung etc.) und Infrastruktur etwa in Form von Büroräumlichkeiten zur Verfügung. Welche sich im Gebäude des Zentrums selbst befinden, das auf einem Hügel über Brno liegt, etwas versteckt hinter Werkshallen und dem alles überragenden 19- stöckigen Hochhaus der Fakultät für Maschinenbau der TU Brno.

Schon jetzt, so zeigt der „Tschechische Biotech Report“, den das JIC 2006 publizierte und der einen Überblick über die Biotech-Forschungsund Unternehmenslandschaft bietet, gibt es zwei Zentren im Land: 33,9 Prozent der Biotechnologie- Unternehmen sitzen rund um Prag, 18,5 Prozent in der Region Südmähren. Ähnlich stellt sich die Situation in der einschlägigen Forschung dar: Die spielt sich ebenfalls hauptsächlich in Prag und Brno ab. Zudem entsteht rund um die Masaryk- Universität in Brno gerade ein Life Science Campus, mit Laboren, aber auch Cafés, Shops und Unterkünften für die Studenten. Er soll „alles für exzellente Forschung bieten“, sagt Kostka. „10000 Studenten sollen hier zusammen leben und forschen und hoffentlich auch ihre eigenen Unternehmen aufbauen.“ Damit das tatsächlich hinhaut, ist dem Campus auch gleich ein Life-Science- Inkubator angeschlossen. Vieles stehe noch am Anfang, meint Kostka, der angesichts der Energie, die in die Sache gesteckt werde, aber äußerst optimistisch in die Biotech- Zukunft Südmährens blickt. Österreich sei allerdings schon wesentlich weiter.

Harald Isemann, Geschäftsführer des Biotech-Instituts IMP (Institute ofMolecular Pathologie) mit Sitz am Campus Vienna Biocenter in der Bohrgasse im 3. Bezirk, erinnert sich an die Anfänge hierzulande: „Noch vor zwanzig Jahren war Österreich eine Biotech- Wüste.“ Es habe damals keinen Grund gegeben nach Wien zu kommen. Erst durch öffentliche Initiativen sei der Standort attraktiv geworden. (Markus Böhm aus Brno)

WISSEN Tschechien

Wirtschaftlich wird die Centrope-Region Südmähren, die zu den am schnellsten wachsenden Gebieten des Landes gehört, von Brno dominiert. Die zweitgrößte Stadt Tschechiens ist mit ihren zahlreichen Universitäten und Forschungseinrichtungen auch ein Zentrum für Forschung und Entwicklung. Ein Viertel der Bevölkerung ist in der verarbeitenden Industrie beschäftigt. Von 2005 bis 2006 sank die Arbeitslosenrate in Südmähren von 10,2 auf 8,8 Prozent. (red)
Hausverstandshasser
13
28.11.2007, 17:28
Entweder oder

Entweder Praha und Brno, oder Prag und Brünn.

Grundsätzlich bin ich immer für die Verwendung des lokalen Namens einer Stadt - oder wissen Sie wo Viden und Bécs liegen?

David DO
00
29.11.2007, 13:21
Entweder Praha & Brno oder Prag & Brünn...

... ist ja richtig, aber grundsätzlich bin ich für die Verwendung des deutschen bzw. des im Deutschen üblichen Namens in deutschsprachigen Texten - oder wissen Sie wo Krung Thep und Donsotia liegen?

David DO
00
29.11.2007, 17:05
Entschuldigung für den Teppfihler

Donsotia liegt ja wohl wirklich nirgendwo, Donostia aber schon wo. D.

Hausverstandshasser
00
29.11.2007, 13:49
Werter David Do,

Was sagen Sie einem Tschechen, der Sie nach dem Stepanske Namesti in Wien fragt?? Sie werden ihm vermutlich sagen, dass es diese Straße nicht gibt - gibt es aber, es ist der Stephansplatz.

Wenn wir davon ausgehen, dass ein Ort einen Namen haben sollte, damit ihn alle finden, dann sollte dieses doch der Fairness halber der lokal gebräuchliche Name sein - oder?

In einer globalisierten Welt wird's ziemlich schwierig wenn jeder Ort soviele Namen hat, wie es Sprachen gibt.

Und wenn wir uns schon immer alle daran gehalten hätten, dann würde ich auch wissen, dass Krung Thep Bangkok ist.`Oder wir überzeugen diese ignoranten Thais, dass die Stadt ab sofort auch in Landessprache Bangkok genannt wird :)

Mfg, HVH

David DO
00
29.11.2007, 17:02
Ebenfalls werter HVH,

man kann das auch anders sehen: Wenn mich ein Tscheche auf tschechisch nach dem Stepanski Namesti fragen sollte, würde ich ihm den Weg zeigen ohne mich veranlasst zu sehen ihn darauf aufmerksam zu machen, wie das auf Deutsch heisst. Würde er mich auf deutsch nach dem "St. Nam." fragen, würde ich ihn sehr wohl darauf aufmerksam machen. Wo sich unsere Auffassungen offenbar unterscheiden: ich finde, Ortsnamen sind Teil einer Sprache, "Brünn" ist nicht ein früherer Name für die Stadt, sondern der jetzige deutsche, ist Teil der dt. Sprache, so wie "Stadt". Genauso wie "Brno" und "mesto" Teil der tschechischen ist. Sie sehen das offenbar anders. Im Ernst: Erlaubten Sie noch ein "Südmähren", oder gefiele Ihen auch Jižní Morava im dt. besser? LG

Zyklotrop
00
29.11.2007, 15:06
Was sagen Sie einem Tschechen...

Also, wenn er mich auf Tschechisch fragt, verstehe ich eh nur Vitopil, wenn er auf Deutsch fragt, versteh ich ihn ja und weise ihm den Weg zum City-Hradschin.

a grünes stricherl
 
02
29.11.2007, 09:12
gleich ums eck .. irgendwo zwischen vedunia und vindobona

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