Wien geht gegen Novomatic vor

24. Jänner 2008, 19:18
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Die Stadt Wien hat den Glückspielkonzern Novomatic wegen illegalen Glückspiels bei der Staatsanwaltschaft Wien angezeigt

Wien - Die Stadt Wien hat den Glückspielkonzern Novomatic wegen illegalen Glückspiels bei der Staatsanwaltschaft Wien angezeigt, berichtet der "Falter" in seiner am Mittwoch erscheinenden Ausgabe. Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) und die für das Veranstaltungwesen zuständigen MA 36 hegen demnach Bedenken, ob die in Wien aufgestellten Novomatic-Automaten wirklich dem Glückspielgesetz entsprechen.

Das Gesetz sieht beim sogenannten "kleinen Glücksspiel" vor, dass pro Spiel nur 50 Cent Einsatz und 20 Euro Gewinn vorgesehen sind. Doch diese Bestimmungen würden umgangen. "Ich habe mir die Wiener Wettcafes angeschaut", so Sima: "Ich bin überrascht, wie viele junge Leute und auch Hausfrauen an den Automaten ihr Geld verspielen." Vor allem die kleinen Wettcafes stören Sima: "Dort lässt sich der Jugendschutz nicht kontrollieren."

Novomatic weist Vorwürfe zurück

Novomatic indes weist den Vorwurf zurück: "Wir sehen die Causa sehr gelassen", sagte Sprecher Hannes Reichmann. Nach Angaben des Novomatic-Sprechers geht es um das Zusatzspiel "Action Game". Ein Beamter der Stadt sei vor einigen Monaten bei zwei damit ausgestatteter Automaten zu der Beurteilung gelangt, dass dieses gegen die Wiener Limits für das "kleine Glücksspiel" (höchstens 50 Cent Einsatz und 20 Euro Gewinn pro Spiel) verstoße.

Tatsächlich werde das Spiel aber seit Jahren eingesetzt und sei immer genehmigt worden. "Deshalb und gestützt auf viele Rechtsgutachten sind wir der Meinung, dass dieses Spiel sehr wohl den geltenden gesetzlichen Bestimmungen entspricht", so Reichmann. (APA)

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    foto: standard/novomatic
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