Spektraltiger und Priester zu verkaufen

30. Jänner 2008, 16:27
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FatFoogoo soll sich zum Ebay für virtuelle Güter und Dienstleistungen der Gaming-Branche mausern, das Zielpublikum umfasst 42 Millionen Spieler weltweit

Kristallgewebte Umhänge und Spektraltiger braucht nicht jedermann. Wer in die Welt von World of Warcraft und Second Life eintauchen will, kann damit aber sicher etwas anfangen. Für Spielbegeisterte gibt es seit einigen Wochen mit Fatfoogoo eine Plattform zum Ersteigern und Versteigern von Gütern und Dienstleistungen rund um die bekannten Games. Betreibt etwa eine Gilde (siehe World of Warcraft) einen eigenen Shop bei Fatfoogo und bietet ihre Dienste an, so wird ein potenzieller Käufer für ein begehrtes Stück so lange auf die Raids (Zusammenschluss, um gemeinsame Aktionen gegen andere Spieler durchzuführen) dieser Gilde mitgenommen, bis er fündig wird. Rund 20 Euro fallen für solche Services an. Über den virtuellen Ladentisch sollen aber ganze Charaktere gehen, deren Wert auf einige tausend Euro ansteigen könnte.

Die Plattform soll sich laut ihrem Erfinder Martin Herdina zum Ebay für virtuelle Güter mausern. Wie bei Ebay funktioniert auch bei Fatfoogo das Prinzip des Verkaufens und Bietens. Allerdings wird nur eine Provision für verkaufte Artikel eingehoben, Einstellgebühren fallen nicht an. Zu finden sind auf der Site daneben auch Community Funktionen, ein Gästebuch oder Blogmöglichkeit.

42 Millionen Spieler

Weltweit handele es sich um die erste Internetsite ihrer Art, sagt Herdina. Der Ex-UCP Manager ist ebenso wie sein Partner Daniel Petri ein Haudegen in Sachen internettechnologie-basiertem Business. Die Entwicklung technischer Lösungen gemeinsam mit den Spieleherstellern, die ordentliche Zustellung der virtuellen Güter und die Einbindung von Bezahldiensten zur komfortablen Abwicklung für die Kunden sei somit gewährleistet, so Herdina. Damit man nun möglichst flott sein Zielpublikum – 42 Millionen Spieler im Alter von 25 bis 40 Jahren - erreicht, ist man laut dem Firmengründer an möglichst vielen Kooperationen mit den Spielepublishern interessiert.

Verdienen mit Online-Innovationen

Die Idee fanden umgekehrt auch schon Geldgeber interessant. Steuerten zunächst die Business Angels einige 100.000 Euro zur Verwirklichung der Geschäftsidee bei, so ist nun Venture-Capital-Geber "Gamma Capital Partner" mit Klaus Matzka involviert. "Das passt gut in die Online-Innovationen, die wir unterstützen", sagt Matzka. Verdient wird bei Fatfoogoo zehn bis 15 Prozent an jeder Transaktion. Transaktionen im zweistelligen Millionenbereich sind laut Herdina nötig, um dem Unternehmen zum Break-Even zu verhelfen. "Ob der im nächsten oder im übernächsten Jahr erzielt wird, ist zweitrangig", so Matzka. Langfristig rechnet er aber mit "einer Vervielfachung der Finanzierung". Eine Erfolgsstory wie Skype oder Google schwebt ihm vor.

Zunächst einmal will man den deutschsprachigen Raum bearbeiten, dann Großbritannien zuletzt aber die ganze Welt. (rb)

Link: FatFoogoo
  • Klaus Matzka denkt an den großen - wenn auch nicht schnellen - Erfolg.
    foto: gamma capital partner

    Klaus Matzka denkt an den großen - wenn auch nicht schnellen - Erfolg.

  • Martin Herdina will zunächst den deutschsprachigen Raum erobern, dann Großbritannien und zuletzt die ganze Welt.
    foto: fatfoogoo

    Martin Herdina will zunächst den deutschsprachigen Raum erobern, dann Großbritannien und zuletzt die ganze Welt.

  • Der weltweite Gaming-Markt boomt seit die Haushalte mit entsprechenden Rechnern und dem schnellen Breitband-Anschluss ausgerüstet sind.
    foto: standard/world of warcraft

    Der weltweite Gaming-Markt boomt seit die Haushalte mit entsprechenden Rechnern und dem schnellen Breitband-Anschluss ausgerüstet sind.

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