Die Sintflut als Motor der Landwirtschaft in Europa

von Redaktion  |  24. November 2007, 17:30
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    Die "Sintflut" war eine Katastrophe - auf lange Sicht könnte sie die Ausbreitung der menschlichen Zivilisation aber gefördert haben, glauben britische forscher.

Vor etwa 8.300 Jahren ereignete sich eine gigantische Katastrophe am Schwarzen Meer - die Überlebenden trugen ihre Kultur in neue Regionen, glauben britische Forscher

London - Dass die biblische Sintflut - ebenso wie Flut-Mythen anderer Religionen aus dem Nahen Osten - auf die kollektive Erinnerung an ein real stattgefundenes Ereignis zurückgehen könnte, ist eine alte Hypothese. In den vergangenen Jahrzehnten wurde immer wieder nach möglichen Szenarien gesucht - ein besonders aussichtsreicher Kandidat wurde im 7. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung geortet:

Die beiden US-Forscher Walter Pitman und William Ryan stellten 1997 in ihrem Buch "Noah's Flood" die Theorie auf, dass ein gewaltiger Wassereinbruch in das Schwarze Meer der historische Kern der Legende gewesen sein könnte. Die Theorie wurde inzwischen viel diskutiert und modifiziert, ist in ihrer Grundaussage aber gleich geblieben: Am Ende der letzten Eiszeit habe die großmaßstäbliche Eisschmelze zu einem starken weltweiten Anstieg des Meeresspiegels geführt, der sich vom Atlantik ins Mittelmeer und ins Marmarameer fortsetzte. Am Bosporus wurden die Wassermassen noch für einige Zeit von einem natürlichen Damm aufgehalten - bis vor etwa 8.300 Jahren, ausgelöst vom Einströmen des abgeschmolzenen nordamerikanischen Eisschilds in den Atlantik, der Damm brach und die Flut sich mit katastrophaler Wucht ins bis dahin abgetrennte Schwarze Meer ergoss. Geologische Funde stützen diese Theorie.

Massenmigration und eine neue Kulturtechnik

Britische Forscher verbanden das Flut-Szenario nun mit einer anderen Veränderung, die sich etwa zeitgleich in Europa ereignete: der Ausbreitung der Landwirtschaft. Chris Turney von der Universität Exeter glaubt dadurch die Flut bis auf 50 Jahre genau datieren zu können. Die Forscher rekonstruierten die Küstenlinien des Mittelmeers und des Schwarzen Meers vor und nach der Flut und schließen auf eine Fläche von etwa 73.000 Quadratkilometern, die zeitweise überflutet waren. Und die betroffenen Regionen waren zumindest zum Teil bewohnt gewesen und landwirtschaftlich genutzt worden, wie archäologische Funde in der Vergangenheit zeigten. Zehntausende Menschen dürften damals ihre Wohn- und Anbaustätten verloren haben.

Das führte zu einer Massenmigration - und die Menschen trugen ihre Kenntnisse über Landwirtschaft in neue Regionen, vermuten die Forscher in der aktuellen Ausgabe von "Quaternary Science Reviews". Sie sahen sich die frühesten Hinweise auf Landwirtschaft in Europa an: Vor etwa 9.000 Jahren war die "Neolithische Revolution" in Form von Ackerbau, Viehzucht und Vorratswirtschaft aus dem Nahen Osten nach Südosteuropa gelangt - schritt zunächst aber nur spärlich voran, wie vereinzelte Funde im heutigen Griechenland und auf dem Balkan zeigen. Nachdem die Flutkatastrophe vorüber war, breitete sich die Landwirtschaft dann vergleichsweise explosionsartig aus: Getragen, so vermutet zumindest Turney, von denjenigen Menschen, die vor der Flut geflüchtet waren. (red)

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25 Postings
Lord Chaos
26.11.2007 09:34


So etwas kommt heraus wenn man unbedingt die Bibel beweisen will...

Das Katstrophenzenarioe der plötzlichen Überflutung des Schwarzen Meeres ist bereits wiederlegt.

AlterEgo 
26.11.2007 14:45
Naja, die Bibel beweisen ...

Geschichtliche Ereignisse wurden ja immer schon im Laufe der Jahrhunderte in Mythen und Märchen überführt. Warum sollte das beim Märchenbuch namens Bibel anders sein?

Nixus Minimax
25.11.2007 13:15

... und wie haben die Indianer Südamerikas davon erfahren?

Was immer sich am Schwarzen Meer abgespielt hat - die Sintflut war wohl ein davon unabhängiges Ereignis, rund 4000 Jahre davor.

triturus trit
26.11.2007 01:57
Es gab ein davon unabhängiges Großereignis

vor ca. 10500-11000 Jahren.
Die geologischen Spuren sind überprägt aber durchaus erkennbar. Auch an biologischen Hinweisen (u.a. durch genetische Untersuchungen) fehlt es nicht.

Ein solches Ereignis kann mühelos über einige Jahrtausende weitergegeben werden, zumal, wie z.B. älteste griechische Quellen belegen, bedeutende historische Ereignisse mit unglaublicher Präzision über viele Generationen mangels Schrift mündlich überliefert wurden.

Aufgrund der Engstirnigkeit der Kollegenschaft (hauptsache Spezialist in einem einsamen Fach, nur nicht über den Tellerrand forschen) ist eine Diskussion jedoch müßig.

epep
25.11.2007 21:47
die wahrschienlichste theorie ueber die sinflut ist die ...

... das die sumerer verherrende aber lokale fluereignise fuer ihre flutheorie hernahmen und das diese spaeter in die bibel aufgenommen wurden.

es ist aeusserst unwahrscheinlich, das ein solches ereigniss ueber 5000 jahre (sic!) muendlich weiter gegeben wurde, bis diese 2800 v.u.Z aufgeschrieben wurde. oder kennen sie geschichten die 5000 jahre alt sind (und nur muendlich weitergegeben wurden!)?

so war wahrscheinlich auch das ereignis in suedamerika ein lokales flutereignis, was etwas ausgeschmueckt wurde.

das ist die einfachste und daher wahrscheinlichste theorie, der vielen sintflut-berichte.

Daddy1951 
25.11.2007 17:09

Ein getrenntes Ereignis? zB el Ninio? Flutsagen sind überall dort entstanden wo es gröbere Überschwemmungen gegeben hat. Oder glaubst du wirklich an eine globale Flut über die höchsten Bergspitzen? Unsere "deutsche" Bezeichnung "Sint"flut leitet sich von dauernd dauerhaft ab.

star observer
30.11.2007 15:50

lesen sie velikovsky...

Daddy1951 
03.12.2007 22:09
Brüder grimm

schreiben aber schönere märchen mit mehr wahrheitsgehalt

Lord Chaos
03.12.2007 11:31


Danke, aber ich glaube auf dieses 'Vergnügen' verzichte ich.

Daddy1951 
24.11.2007 18:13
Also das ist ein alter Hut

http://www.atlantis-schoppe.de
Das Buch wurde bereits 2004 herausgebracht.

Was da wieder als neu verkauft wird.....

AlterEgo 
25.11.2007 13:19

In dem Artikel steht eh, dass die Erkenntnisse über die Überflutung nicht neu sind. Neu sind nur die Schlussfolgerungen in Hinblick auf die Landwirtschaft.

Lord Chaos
26.11.2007 14:10


Die Erkenntnisse sind v.a. bereits wieder widerlegt.

Daddy1951 
25.11.2007 21:56

eben auch ein alter Hut. s. oben.

martial
25.11.2007 12:31

Diese abenteuerliche Atlantis Sage die sich zwei Wirtschaftswissenschaftler zusammen gedichtet haben hat relativ wenig mit wissenschaftlichem Arbeiten zu tun, und wird deshalb zurecht von der Forschung ignoriert. Von der Grundaussage und Herangehensweise ist das ein ganz anderer Hut als der im Artikel beschriebene.

Daddy1951 
25.11.2007 17:16

Hast du die Seite gelesen? Ich war so frei und hab mir sogar das Buch zugelegt und finde diese Theorie nicht gedichtet sondern ausgesprochen gründlich recherchiert und logisch gefolgert. Es wird Geologie, Archeologie und Mythologie sehr gut zusammengeführt. Ich weis schon dass Atlantis mittlerweile negativ besetzt ist aber in diesem Fall OK.

martial
25.11.2007 18:32

Ich geb zu das Buch nicht gelesen zu haben, sondern nur die Website, aber für mich wirkt es wie eines der vielen pseudowissenschaftlichen Bücher die selektierte wissenschaftliche Fakten (vieles davon sind nicht als solche gekennzeichnete Annahmen) und eine aberwitzige Idee mischen, frei nach dem Motto - "wir gehen davon aus das Atlantis existiert, wie lässt sich das mit dem Befund am Besten in Verbindung bringen?". Ein Wissenschaftler würde es aber andersherum angehen, er beginnt mit einer Zusammenstellung aller Fakten (nicht nur denen, die in sein Konzept passen) und versucht sich erst dann an einer Interpretation.
Deswegen werden "solche" Bücher zwar gerne von den Medien, aber selten bis gar nicht von der Forschung aufgegriffen.

Daddy1951 
25.11.2007 20:21

Ich möchte dich nur darauf hinweisen dass Homer's Troja ebenfalls immer als Sage behandelt worden ist bis Schliemann es ausgegraben hat.
Ich hab jetzt die Ausführung der Webseite nicht mehr genau im Kopf aber die ist natürlich nicht sehr ausführlich. Schoppes wollen natürlich das Buch verkaufen.
Mich interessiert nur was du als aberwitzige Idee bezeichnest.

martial
26.11.2007 19:11

Das ist ein ziemlich gutes Beispiel, auch wenn hier grundlegend andere Quellen und Zeitabstände vorliegen. Schliemann hat aber genauso voreilige Verbindungen zwischen der Ilias und dem Befund gezogen weil sie in sein Konzept passten (Grab Agamemmnon, Becher Nestors), die so aber nicht haltbar sind.
Dieses Buch hantiert mit Argumenten (nur als Beispiel, die Vica Schrift), die jedes für sich allein schon mal kontrovers diskutiert werden, und versucht sie auf einen Zusammenhang zuzutrimmen der die Atlantis Geschichte bestätigt. Es ist aberwitzig, weil methodisch falsch, anhand von einem Mythos die Wirklichkeit erklären zu wollen.

epep
25.11.2007 21:56
nur war das vor fast 150 jahren ...

... damals gab es noch nicht soetwas was sich wissenschaftliche untersuchung nennen durfte, die archeologie und die geologie standen am anfang.

heute ist die wissenschaftliche methode bei weitem weiter und es koennen viel genauere aussagen ueber die wahrscheinlichkeit von theorien gemacht werden.

nennen sie ein beispiel der juengsten vergangenheit, oder diese "theorie" bleibt ein schoenes maerchen.
mehr noch: diese "wissenschaftler" koennen keinen einzigen stichhaltigen hinweis liefern, der durch gaengige theorien nicht einfacher und besser erklaert wird.

somit ist es gut, wenn sie unbedeutende buecher schreiben und sich auf seltsame webseiten herumtreiben ...

Daddy1951 
25.11.2007 18:28
Noch ein Nachtrag

"und wird deshalb zurecht von der Forschung ignoriert"
Da die Herren Schoppe mit einigen Theorien das festgefügte Bild der Wissenschaft ankratzt ist das wohl klar. Als Beispiel möchte ich nur die Vinca-Schrift und Kreiswall-Anlagen anführen.
Und dass feststehende Erkenntnisse nicht einmal von Wissenschaftskollegen anders erklährt werden dürfen sieht man u.A. Hier: www.chiemgau-impakt.de

Mamonas
24.11.2007 17:46
Frage an die Geologen:

Wieviel Wasser (km*3) ist im Schwarzen Meer? Um wieviele Meter sank der Welt-Meeresspiegel als sich diese (damalige) Senke füllte?

Daddy1951 
24.11.2007 18:27
Gar nicht

Da durch das Ende der Eiszeit der Meeresspiegel noch weitere ca 15 cm anstieg.
Quelle http://www.atlantis-schoppe.de

Daddy1951 
24.11.2007 18:32
Korrektur

sind natürlich 15 Meter und nicht cm

epep
25.11.2007 22:11
die frage war auch nicht um wieviel der meeresspiegel noch anstieg, sondern um wieviel der meeresspiegel sank, weil sich das schwarze meer fuellte.

oder glauben sie, das der meeresspiegel innerhalb von monaten (solange dauerte es ungefaehr bis das schwarze meer gefuellt war) um 15m stieg?

zur frage:
das mittelmeer hat heute einen rauminhalt von 4,3 mio. km^3, bei einer flaeche von 2,5 Mio. km^2, daher eine durchschnittl. tiefe von 1700 meter.
das schwarze meer einen rauminhalt von 0,547 Mio. km^3.

waere heute der durchbruch und nehmen wir an, das das mittelmeer keine verbindung zum atlantik hat (so das kein wasser nachfliessen kann) und nehmen wir an, das das schwarze meer eine senke ohne wasser ist (da war vor dem dammbruch allerdings schon wasser drinnen), dann wuerde der meeresspiegel um ca. 200 meter sinken.

epep
25.11.2007 22:41
das oben gilt nur fuer das mittelmeer! (und nur fuer den fall, das es keinen zufluss aus dem atlantik gibt).

der pazifische ozean hat 714,41 mio. km^3 bei 181,34 mio. km^2.
der atlantische ozean hat 354,7 mio. km^3 bei 106,2 mio. km^2.
der indische ozean hat 291,9 mio km^3 bei 74,9 mio km^2.

also insgesamt: ca. 1361.01 mio. km^3 bei ca. 362.5 mio km^2.

nach gleicher rechnung wie oben, ergibt das ein absinken von ca. 1 meter.

anmerkung:
das sind nur stark gerundete werte und daher alles andere als genau!
diese rechnungen dienen nur dazu, ungefaehr ein gefuehl dafuer zu bekommen, wieviel wasser da in bewegung war!

also nicht allzu genau nehmen! da, wie daddy schon geschrieben hat, der meeresspiegel noch stieg.

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