Die andere Farbe des Veltliners

von Redaktion  |  22. November 2007, 11:46
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    Roter Veltliner Alte Reben 2006, Endverbraucherpreis (lt. Weingut) 7 € 3472 Hohenwarth 24, Tel. 029 57/ 221, Hofbauer Schmidt
    Bezugsquellen außerhalb des Weinguts: z.B. Weinquartier Retz, Hauptplatz 5, 2700 Retz,
    Del Fabro Wien, Nordwestbahnstraße 10, 1200 Wien

Roter Veltliner Alte Reben 2006 von Hofbauer-Schmidt, Weinviertel

Roter Veltliner ist a) kein Rotwein und b) mit Veltliner nicht verwandt, sondern c) eine österreichische Rarität, die es vor allem noch in der Gegend um Hohenwart am Manhardtsberg und im Weinbaugebiet Wagram gibt. Und da er es den Winzern im Weingarten nicht gerade leicht macht, hat er es auch gerade einmal so geschafft zu überleben. Die Farbbezeichnung kommt übrigens von der zarten Rotfärbung der Beerenhaut kurz vor der Ernte. Dort, wo er überlebt hat, wird er heute als autochthone Spezialität gepflegt und geschätzt. Im Normalfall ergibt er Weine mit einigem Körper, die in Jahren wie 2004 ausgesprochen duftig ausfallen können. Roter Veltliner glänzt aber nicht durch auffallende Aromatik à la Pfefferl, Muskatnoten, Paradeisstängel oder dergleichen, sondern durch aromatische Subtilität, was ihm zu einem vielfach einsetzbaren Speisenbegleiter macht: z.B. zu den nicht ganz leichten Klassikern der österreichischen Küche wie Schweinsbraten. Probierenswert, vor allem mit ganz zarter Restsüße, ist er auch zu Brie oder anderen Weichkäsen zum Beispiel.

Der Rote Veltliner Alte Reben 2006 vom Weingut Hofbauer-Schmidt, der übrigens auch im Salon Österreichischer Wein vertreten ist, schlägt genau in diese Kerbe. Er ist dezent, mit zarten, kräuterwürzigen Noten im Geruch. Der Wein schmeckt voll, sehr harmonisch, rund und erinnert an reife, süße Birnen und frisch geschälte Mandeln, ein Aroma, das Rote Veltliner aus älteren, tiefer verwurzelten Rebstöcken ganz gerne zeigen. Perfekt ist die elegante Süße-Säure-Balance, über deren numerische Werte man verwundert sein könnte. Zahlen, durch die sich leider immer noch viel zu viele „Zahlenritter“ unter den Weintrinkern vom Probieren abhalten lassen. Im Geschmack, der letztendlich zählt, macht sich der Restzucker als „reife, süße Birne“ (vgl. oben) bemerkbar. Der Wein ist aber analytisch-legistisch wie auch geschmacklich ganz klar trocken.

Familie Hofbauer-Schmidt in Hohenwarth bewirtschaftet übrigens 35 Hektar mit viel Grünem Veltliner und auch roten Sorten, und widmet dem Roten Veltliner viel Aufmerksamkeit. Laut Hofbauer-Schmidt ist Hohenwarth das Mekka des Roten Veltliners, da es in dem Ort noch rund 50 Hektar davon gibt. Roter Veltliner steht auf schotterdurchsetzten Lössböden in den Lagen Mühlenweg, Rennweg und Hochstrass. Der Letztgenannte wird als lagenreiner Wein ausgebaut. (Luzia Schrampf, derStandard.at)

  • Glückliche Fügung [12]

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  • Einstieg in die Subtilität [18]

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  • Edler Stammbaum [16]

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  • Zwischen Trentino und der Maremma [40]

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  • Inszenierungen der Weinseligkeit [9]

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  • Diven aus dem Süden [25]

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  • Plädoyer für Weißburgunder [67]

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  • Triebaumer, die Zweite ... [30]

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  • Frühling vorgezogen [5]

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  • Lieben Sie "klassik"? [3]

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  • Ein würdiger Solist [78]

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  • Unter uns Wein-Auskennern ... [69]

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  • Underdog hat Oberwasser

    TitelbildRotgipfler Tagelsteiner vom Weingut Stadlmann ist ein äußerst würdiger Repräsentant für die Brillanz der Thermenregionsspezialitäten im Jahrgang 2006

  • Sauvignon Blanc zentriertes Weltbild [16]

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  • Feiern mit Perlen

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  • Weine vom Nachbarn [3]

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  • Easy drinking auf hohem Niveau [1]

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  • Die andere Farbe des Veltliners [12]

  • Vom Koch zum Winzer

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  • Traminer "rules" [1]

    TitelbildPräzise Frucht und Leichtfüßigkeit charakterisieren die Kracher-Kollektion 2005, Traminer und Muskat Ottonel sind die Stars

  • Alttus 2001

    TitelbildBei einer internationalen Syrah/Shiraz-Verkostung wurde dieser Wein als hervorragend bewertet

  • Ein Wein "wie früher" [1]

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  • It’s the wine, stupid! [1]

    TitelbildBei allem Getöse um Grundstückskäufe, Grinzing-Rettung und Wirtshauseröffnung geht es bei "Mayer am Pfarrplatz" und im "Roten Haus" doch in erster Linie um Wein

  • Bereit zum Abheben [2]

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  • Meister des Bodens

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  • Rote Pikanz [2]

    TitelbildSilvia Prielers Pinot Noir 2005

  • …alle für einen

    TitelbildDie prächtige Veltliner- und Riesling-Serie vom Undhof-Salomon

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12 Postings
Florian Holzer
23.11.2007 12:39

einspruch! roter veltliner ist sehr wohl mit veltliner verwandt, um genau zu sein, ist der rote veltliner sogar der häufigste und wichtigste veltliner, den es überhaupt gibt. das nämlich deshalb, weil dazu im gegensatz der grüne veltliner eigentlich kein wirklicher veltliner sein dürfte (roter veltliner nur ein großelternteil, der rest liegt eher noch im dunklen, traminer dürfte aber wohl auch dabei sein). definitiv kein veltliner ist der frührote veltliner, sehr wohl indes der nahezu nicht mehr existente braune veltliner und der ominöse graue veltliner.

Michael Holzermazr
26.11.2007 11:42
Bei Ihnen liegt

viel mehr im dunkeln!

Florian Holzer
30.11.2007 10:43

troll.

pivu 
23.11.2007 16:32
verwirrend

Also: der Rote Veltliner ist deshalb ein Veltliner, weil er mit dem (Grünen) Veltliner verwandt ist, der eigentlich gar kein Veltliner ist??? Und ist der Rote Veltliner nicht auch ein Elternteil des Frühroten Veltliners (neben Neuburger), der demzufolge auch ein Veltliner wäre?

Florian Holzer
26.11.2007 10:46

irgendwie wurde meine antwort zensiert, na ja, war ja auch wirklich sehr provokant. noch mal in kürze: "familie" gilt in der ampelographie glaub ich nur dann, wenn es sich um mutationen handelt, also nicht natürliche oder zufällige kreuzungen. irgendwie klar, weil sonst würde bei uns quasi jede rebsorte zur traminer-familie gehören. neuburger und frühroter veltliner haben die selben eltern (roter traminer x sylvaner), gelten aber nicht als verwandt und auch nicht als veltliner. der grüne veltliner ist dem rotgipfler näher als allem anderen, die alte bezeichnung "weißgipfler" war damit gar nicht so falsch.

Palinka
29.11.2007 15:06
gemunstermainer

gewürztraminer aus dem gewürztraminischen nicht vergessen

pivu 
26.11.2007 14:20

Danke Flo, wir kommen der Sache schon näher. Rein ampelographisch ist der Grüne Veltliner also kein Veltliner, ok? Weil ja der Rote Veltliner sozusagen der "echte" Veltliner ist. Und der Frührote ist trotz Verwandtschaft mit dem Roten, also echten Veltliner auch kein Veltliner, weil er keine Mutation desselben ist. Künstliche Befruchtung sozusagen. Bleiben der Braune und der Graue (Veltliner), die sind dann Veltliner, weil sie Spielarten des Roten sind?

Die Amis hab'n schon gewusst, warum sie unseren Veltliner "Gruner" nennen ;-) .

Michael Holzermazr
26.11.2007 11:45
erinnern Sie sich bitte an Ihre Schulzeit:

glauben Sie oder wissen Sie?
Karl Kraus:
Es reicht nicht, keine Einfälle zu haben, man muß auch unfähig sein, sie ausdrücken zu können.

Florian Holzer
28.11.2007 18:28

bravo, diesen reflexiven ansatz hätt ich ihnen gar nicht zugetraut. "selbsterkenntnis ist der weg zur besserung", wer hat das gesagt?

Michael Holzermazr
29.11.2007 10:03
Wäre Ihnen Wittgenstein

lieber gewesen?

doc w
24.11.2007 13:09

habe bisher auch immer gedacht,der malvasier wäre ein "kind" aus der beziehung von rotem veltliner und sylvaner-dann wäre eine verwandtschaft gegeben. aber vielleicht ist er ein kuckuckskind und keiner hat's gewusst. ab zum dna-test.

comicorum_amicus
25.11.2007 19:21
Der häufigste Veltliner hierzulande ist der Grüne, weiß jeder.

Bekommens einen "Roten Veltliner" kostens und genießens ihn!
Wenn nicht, Rotgipfler besorgen! Einer der besten autochthonen Weißweine Niederösterreichs.

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