"Jeder Stein aus Burma hält ein illegales Unterdrückungsregime am Leben"
Washington - Die Frau von US-Präsident George W. Bush hat sich den Forderungen nach einem Boykott von Edelsteinen aus Myanmar (Burma) angeschlossen. "Jeder Stein aus Burma hält ein illegales Unterdrückungsregime am Leben", hieß es in einer Erklärung von Laura Bush, die am Freitag in Washington veröffentlicht wurde.
Analog zu den "Blutdiamanten" aus Bürgerkriegsgebieten in Afrika wird bereits von "Blutrubinen" aus Myanmar gesprochen. Rund 90 Prozent aller Rubine kommen aus dem südostasiatischen Land. Außerdem werden Saphire, Jade und Perlen exportiert, zumeist in die USA sowie nach Europa und Japan.
Einfuhr in USA gestoppt
Der Handel mit Edelsteinen ermögliche der Junta die anhaltende Unterdrückung von friedlichen Aktivisten der Demokratiebewegung, erklärte Laura Bush. Sie begrüßte die Entscheidung des Verbands der Amerikanischen Juweliere, die Einfuhr von Edelsteinen aus Myanmar zu stoppen, und rief zu einem weltweiten Handelsstopp auf.
Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sprach sich in dieser Woche für einen Boykott aus. "Der Handel mit diesen Steinen unterstützt Menschenrechtsverletzungen", erklärte die Organisation.
Trotz der Boykottforderungen wurde am Mittwoch in Yangon, der größten Stadt Myanmars, eine Edelstein-Auktion eröffnet, zu der mehr als 1.500 Händler aus über 20 Ländern kamen. Allerdings entfällt nur ein Teil des Edelsteinhandels auf die offiziellen Geschäfte über das Staatsunternehmen Myanmar Gem Enterprise. Viele Rubine werden in den nordöstlichen Regionen Mogok und Mong Hsu ausgegraben und über Berge und Dschungel nach Thailand geschmuggelt. Dabei passieren sie die Hände zahlreicher Zwischenhändler. In Thailand werden die Rohrubine mit Hitze behandelt, um kleine Risse zu entfernen und ihren roten Schein zu verstärken. Das Zentrum der thailändischen Edelsteinbranche ist Chanthaburi. Nach Schliff und Politur werden die Steine schließlich an ausländische Großhändler verkauft, die Juweliere in aller Welt beliefern.
Die meisten Steine haben ein Gewicht bis zwei Karat. Sie werden in Burma für wenige Dollar gekauft und tragen in Juweliergeschäften der reichen Länder Preisschilder mit teilweise mehreren tausend Dollar. Im Februar 2006 wurde ein Ring mit einem 8,62 Karat schweren Rubin bei Christie's für 3,6 Millionen Dollar (2,46 Mio. Euro) versteigert. Die Myanmar Gem Enterprise machte im letzten Geschäftsjahr nach Informationen von Human Rights Watch einen Umsatz von 300 Millionen Dollar. (APA/AP)