Prodi gewinnt Zitterpartie im Senat

Senat genehmigt kurz vor 23 Uhr mit 161 zu 157 Stimmen

Totgesagte leben länger: Italiens Premier Romano Prodi hat am Donnerstag alle Skeptiker Lügen gestraft, die bei der Haushaltsdebatte im Senat seinen Sturz prophezeit hatten.

Nach hitzigen Debatten und zahlreichen Tumulten genehmigte der Senat den Haushalt kurz vor 23 Uhr mit 161 zu 157 Stimmen. Prodis Sieg, der von den Senatoren seiner Allianz mit Jubel aufgenommen wurde, stellt eine schwere Niederlage für seinen Rivalen Silvio Berlusconi dar, der den Sturz der Regierung für 14. November vorausgesagt und bereits den 23. März als Termin für vorgezogene Neuwahlen genannt hatte. Dabei wollte der 71-jährige zum dritten Mal für das höchste Regierungsamt kandidieren.

"Unseriös"

Berlusconis Koalitionspartner wollen seinen Kollisionskurs nun nicht mehr mittragen. Lega Nord, Nationale Allianz und Christdemokraten kündigten ihre Bereitschaft an, mit der Ulivo-Koalition über ein neues Wahlgesetz und eine Verfassungsreform zu verhandeln, die eine Verkleinerung des Parlaments und unterschiedliche Aufgaben für Kammer und Senat vorsieht. "Es ist unseriös, täglich den Sturz der Regierung anzukündigen, ohne dass Taten folgen. Das ist keine glaubwürdige Politik", erklärte der Parteichef der Nationalen Allianz, Gianfranco Fini. (Gerhard Mumelter, derStandard.at, 15.11.2007)

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