"Wir kennen die New economy"

19. August 2000, 13:10

Interview mit Barbara Grüll vom Börsenneuling Blue C

Können sie kurz die Ziele von Blue C beschreiben!

Der Umstieg von "old economy" zur "new economy" fällt vielen Unternehmen schwer. Man muss sich einen sogenannten "eBrand", also eine eigene Marke im Internet verschaffen. Dafür sind wir die Profis. Von der Strategie über die Umsetzung bis hin zur dauernden Betreuung führen wir Unternehmen in die "new economy". "One-stop-shop" heißt unsere Devise: Ohne lästiges rennen vom einen zum anderen bekommt der Kunde bei uns alles aus einer Hand.

Sie nennen sich Incubator. Was genau meinen sie damit?

Streng übersetzt heißt Incubator auf Deutsch Brutkasten. Bei uns sollen also völlig neue Ideen geboren und durchgeführt werden bis sich ein Erfolg einstellt und die Firmen dann auf eigenen Beinen stehen.

Welches sind die Hauptkonkurrenten ihrer Firma? Wie heben sie sich von diesen ab?

Im Beratungssegment sind Anderson Consulting oder McKinsey unsere Hauptkontrahenden. Im Umsetzungsbereich sind es Firmen wie Pixelpark oder andere eBusiness-Anbieter. Doch wir sind die einzigen, welche dem Kunden einen Komplettservice anbieten.

Die deutsche IPO-Norm erfüllen sie in keinem der vier geforderten Punkte. Was hat das zu bedeuten?

Da wir uns erst sehr spät für eine Notiz am neuen Markt entschieden haben, konnten wir die Termine, die IPO-norm vorgibt, nicht einhalten. Das hat aber nichts weiter zu sagen. Rechtlich ist bei uns alles in bester Ordnung. Im Gegensatz zu vielen anderen wollen wir den Börsegang in jedem Fall ohne Absage durchziehen.

Warum haben sie den Frankfurter Neuen Markt als Börsenplatz ausgesucht?

In diesem Umfeld ist unser Unternehmen optimal aufgehoben. In Frankfurt haben wir auch eine Filiale. Im Dreh-und-Angelpunkt der Main-Metropole sehen die besten Zukunftsaussichten. Auch Kunden kommen zunehmend aus dem deutschen Raum.

Wo sehen sie die größten Wachstumschancen ihrer Firma? Was passiert mit den IPO-Erlösen?

Obwohl wir unsere Wurzeln in Österreich haben sehen wir uns als europäische Firma. Unser Hauptmarkt liegt in Deutschland, da ist noch ein riesiges Potenzial an Neukunden vorhanden. Wir setzten eher auf ein "Roll out", also organische Expansion. Wir werden die Erlöse nicht in Unternehmensankäufe investieren, da sehen wir geringe Chancen.

Wie schaut die Aktionärsstruktur bei Ihnen aus? Gibt es Mitarbeiteraktien?

Nach dem IPO sollen 29 Prozent der Aktien in den Streubesitz gelangen, plus 3 Prozent Greenshoe bei eventueller großer Nachfrage. Zwölf Prozent der Aktien gehören noch Altaktionären, die noch ein "Lock Up" von 3 Jahren haben. Außerdem gibt es Beteiligungsprogramme für Mitarbeiter, auch ich werde sicherlich Aktien kaufen.

Haben sie wie viele IT-Unternehmen auch Personlaprobleme?

Natürlich suchen auch wir laufen gut ausgebildete Mitarbeiter. Insbesondere da wir in den letzten Jahren von quasi 0 auf derzeit 191 Mitarbeiter expandierten. Doch die Zufriedenheit der Mitarbeiter bei uns ist groß. Wir haben eine im Branchenvergleich niedrige Fluktuation von nur 4 Prozent. Alle Mitarbeiter erkennen die großen Chancen, die ihnen bei uns geboten werden.

Das Interview mit Barbara Grüll von Blue C führte. (alexander moosbrugger).

  • Incubator BlueC
    bluec

    Incubator BlueC

Share if you care.