Fremdenpolizei nahm kosovarische Familie nach Pressekonferenz fest

Redaktion, 14. November 2007 18:19
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    Foto: apa/hochmuth

    Denis und Safete Zeqaj wurden im Anschluss an die Pressekonferenz festgenommen.

Familie Zeqaj hatte sich seit sieben Wochen aus Angst vor drohender Abschiebung versteckt - Platter: Festnahme eine Selbstverständlichkeit

Wien - Die aus Angst vor einer Abschiebung seit sieben Wochen untergetauchte kosovarische Familie Zeqaj aus Wieselburg (Bezirk Scheibbs) hat ihr Versteck aufgegeben. Bei einer Pressekonferenz mit Safete (39) und Sohn Denis (16) in Wien erneuerte der Landesgeschäftsführer der Niederösterreichischen Grünen Thomas Huber die Forderung nach humanitärem Bleiberecht. Unmittelbar danach wurden die 39-Jährige von der Fremdenpolizei festgenommen. Der 16-jährige Sohn, der bei der Pressekonferenz mit dabei war, wurde nicht festgenommen. Wo er sich derzeit befindet, wurde nicht bekannt gegeben.

Unbescholtenheits-Zeugnisse

Huber wollte mit den beiden zur Bezirkshauptmannschaft Scheibbs fahren, um die Zeugnisse ihrer Unbescholtenheit abzuholen, und danach gemeinsam zum Büro von Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) nach St. Pölten fahren. Pröll möge den Fall überdenken, appellierte Huber unter Hinweis auf den geänderten Sachverhalt: Die Frau könne keinesfalls zu ihrem - im September abgeschobenen - gewalttätigen Mann in den Kosovo zurück. Dieser sei 2004 wegen Körperverletzung, die eine Spitalsbehandlung seiner Frau erforderte, rechtskräftig verurteilt worden (der älteste Sohn befindet sich in der Schweiz).

Platter: Festnahme eine Selbstverständlichkeit

Landeshauptmann Pröll erklärte, der humanitäre Aufenthalt für die Familie sei seinerzeit "aus gewichtigen Gründen" abgelehnt worden. Er erneuerte seinen Vorschlag, in einem derartigen Fall das Strafregister auf den Tisch zu legen.

Für Innenminister Günther Platter (ÖVP) handelte es sich bei der Festnahme von Safete Zeqaj um "eine Selbstverständlichkeit": Jeder müsse damit rechnen, aufgegriffen zu werden, wenn er sich durch Flucht einer Abschiebung entziehen wolle. Ob die Zeqajs nun abgeschoben werden, wollte Platter nicht beurteilen.

Wochen im Untergrund

Die letzten Wochen im Untergrund seien "sehr schlimm" gewesen, sagte Safete Zeqaj - "einfach nicht auszuhalten", meinte Denis. In den Kosovo könnten sie nicht zurück, er hoffe jetzt "das Beste". Seinem zwölfjährigen - nicht anwesenden Bruder - gehe es noch schlechter.

Keine Unterstützung für gewalttätigen Ehemann

Huber betonte, dass die Grünen sich nur für die Frau und die beiden Söhne (16 und 12) einsetzen. Huber betonte, dass die Grünen sich keinesfalls für den gewalttätigen Ehemann und den ältesten Sohn einsetzen würden. Es müsse hier Individualrecht gelten, der Schutz vor Gewalt habe Vorrang.

Die Grünen hatten sich seit Wochen für die Familie eingesetzt und Unterstützungserklärungen für deren Verbleib in Österreich gesammelt, weil, so Huber, in diesem Fall "viel schief gegangen" sei.

Langes Schweigen war ein Fehler

Es sei ein Fehler gewesen, so lange über ihre familiären Umstände zu schweigen, sagte Safete Zeqaj bei der Pressekonferenz. Dass ihr Mann sie jahrelang betrogen, belogen und geschlagen hätte, habe sie bei ihrem Abschiebungstermin erzählt, worauf die zuständige Bezirkshauptmannschaft Scheibbs gesagt habe, man wisse davon, das ändere aber nichts.

Thomas Huber, Landesgeschäftsführer der NÖ Grünen, mit denen die Frau aus dem Untergrund Kontakt aufgenommen hatte, verwies darauf, dass der Politik - bis zu Innenminister Günther Platter (ÖVP) - von Beginn an bekannt gewesen sei, was die Frau aushalten musste. Klubobfrau Madeleine Petrovic habe sich - von Frau zu Frau - drei Mal an Familienlandesrätin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) gewandt.

Entscheidung liegt bei Behörden

Die Entscheidung liege nun bei den Behörden, denen man den Aufenthaltsort der Mutter und ihrer Söhne bekannt geben wollte, hoffte Huber auf die Erteilung humanitären Aufenthalts. Die Bezirkshauptmannschaft Scheibbs könnte die Punkte des Kriterienkatalogs anwenden, wie dies die oberösterreichischen Kollegen im Fall Arigona Zogaj getan hätten.

Spendenkonto für Miete

Denis beteuerte, dass gegen absolut nichts gegen ihn vorliege. Er hätte eine Lehrstelle in einem Nachbarort gehabt. Safete wäre ebenfalls bei ihrer Arbeitgeberin (einem Holz-Betrieb) wieder willkommen, der Vermieter halte die Wohnung frei. Da Miete und Strom etc. weiter gezahlt werden mussten, haben die Grünen ein Spendenkonto eingerichtet (Raiffeisenbank St. Pölten, BLZ 32585, Kontonummer 7004518).

Der jüngere Sohn habe sich völlig in sich zurückgezogen, schilderte Huber die psychischen Probleme des Buben. Und zitierte aus dem Abschiebungsbescheid, wonach der Zwölfjährige die öffentliche Ordnung gefährde.

Polizei wurde durch Medien informiert

Dass die Polizei bei dem eigentlich als Geheimtermin angesetzten Pressegespräch der NÖ Grünen am Mittwochvormittag zur Stelle war, erklärte der Sicherheitsdirektor aus Niederösterreich Franz Prucher damit, dass er von Journalisten bereits gestern darauf angesprochen worden sei. "Ich bin von Medienvertretern angerufen worden, was ich dazu sage", erklärte Prucher. Daraufhin sei man natürlich tätig geworden.

"Mit der Festnahme der untergetauchten Kosovarin Safete Zeqaj wird ein Festnahmeauftrag der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs nach dem Fremdenrecht vollzogen. Mein Informationsstand ist, dass die Frau bei uns ist und befragt wird", erklärte Prucher weiter.(APA)

Nachlese
Wie Safete Zeqaj zur "Illegalen" wurde

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hamstertier
14.11.2007 21:52
welche "gewichtige gründe"?

würde mich schon interessieren, welche gründe gegen den aufenthalt von der mutter und den beiden söhnen sprechen.

Anvuzs
14.11.2007 19:31
Günther Platter......

Bist a Tiroler.... bist a Mensch......

Hüstel !!!!!

James Robert Moser
14.11.2007 18:18
Platter klingt wie ein Nazi

Das Fremdrecht hier ist ein Unrecht und solche Aussage vonwegen "Selbstverstaendichkeit" gehoeren auf den braunen Komposthaufen.

dieBestatter
14.11.2007 19:48

Nazi ist er keiner, ein Gesetzesbrecher ist er schon.

dieBestatter
14.11.2007 18:03
(feucht)PLATTER(n)

(satire)
Gratuliere zum erfolgreichen - "vorläufigen" Ende einer Menschenhatz !
http://warteschlange.twoday.net/stories/4447357/

Wieviel Demokratie ist es bitte?
14.11.2007 17:48
Pröll will wieder illegal handeln

Und die anderen Schandflecken Österreichs habe ich Lust zu vergessen, irgendwelche Namenlose in Ministerien und Polizeien. Schande als Oberbegriff muß genügen. Pröll stellt laufend öffentlich Anträge, auch Schande sein zu wollen. Ok. Genehmigt!

wanderer 32
14.11.2007 17:40
ich dachte, die grünen sind strikt gegen familientrennung

anscheinend doch nicht

Schilehrer
14.11.2007 18:23

In Indien gibt es auch einen Brauch der sich strickt gegen Familientrennung richtet. Dabei springen Frauen ins Feuer.

OidaVoda
14.11.2007 17:31
sehr cleveres vorgehen

da wird sich die familie sicher bedanken bei den grünen.

Lach4
14.11.2007 17:17
Kann man

erfahren, wer diese Medienvertreter waren?

la puño roja
 
14.11.2007 16:57
Sie können nicht zurück

weil Ihr Mann gewalttätig ist ?

jo eh
14.11.2007 17:42

ich könnte mir gut vorstellen, dass es eine "abtrünnige"(wg gewalt in der ehe) ehefrau in einer "macho-gesellschaft" wie dem kosovo nicht sehr leicht hat und dass durchaus risiken gegeben sind, ums mal vorsichtig zu formulieren

B. G. Rems
14.11.2007 17:20

sie WOLLEN nicht zurück, weil sie den gewalttätigen Mann fürchten.

Das verstehe ich völlig. Das würde ich auch nicht wollen.

alt-heli .
14.11.2007 16:53
Es gibt Gesetze...

die gelten für Österreicher.

Wieso sollten dann diese Gesetze auf einmal für andere Staatsbürger nicht gelten?

Gibts im Kosovo nichts zum Aufbauen??

Ich habe im Freundeskreis einige Kosovo-Albaner die als Gastarbeiter bei uns arbeiteten und nun wieder in den Kosovo zurückkehrten.

Begründung: Jetzt haben wir "Zuhause viel Arbeit und mehr Chancen Geld zu verdienen"...

Schade - es waren sehr sehr nette Leute - wir sind nun per E-Mail in Kontakt...

si net
14.11.2007 17:42

lieber Helli,

es gibt Gesetze, die gelten nur - fuer Auslaender, schon bemerkt?

Ist des Menschen Recht lediglich zum Aufbauen ehemaligen (e h e malgen) Heimatlandes gedacht?

Vielleicht sollten sie dort die eigene abgefackelte Huette aufbauen, mit 2 Stunden Strom am Tag..

mit ..viel Arbeit.. meinten Deine lieben Freunde.. wahrscheinlich genau das, nun haben sie Geld, jetzt koennen sie aufbauen...

gehen die freiwillig oder werden sie abgeschoben..?

Fragen ueber Fragen..

si net
14.11.2007 17:32

lassen Sie sich nicht von den gruenen Strichchen verfuehren..!
Die bekommt jeder der nur irgendwie pro Abschiebung spricht, egal wie dieMeinung lautet

Versuchen sie einmal 40 Minuten der Texte zu lesen, Kommentare, vielleicht gibt es dann eine erweiterte Einsicht, die muss nicht einnmal pro Bleiberecht sein!

fg


bezahlter kampfposter
14.11.2007 17:29
dein gschichtl kannst wo anders drucken...

im übrigen ist es platter, der sich nicht an die judikatur von vfgh und egmr hält.

maria grimm
14.11.2007 17:41

inwiefern hält er sich nicht an die judikatur?

ad vocem
14.11.2007 16:41
Ich schlage vor: Alle diejenigen ...

... mit präkerem Aufenthaltsstatus oder ohne Staatsbürgerschaft trotz langem Aufenthalt könnten mal kollektiv für eine Woche das Land verlassen!

Da würden sich die "Anständigen und Fleissigen" unter den ÖsterreicherInnen mal ORDENTLICH ANSCHAUEN, wer ihnen dann den Ar*ch auswischt, die Wohnung putzt, im Pfusch billig die Fliesen legt oder im Stammbeisl das dreckige Geschirr abwäscht.

Punkt.

hamstertier
14.11.2007 21:49
an ad vocem

geh bitte, das ist wirklich entbehrlich!

Roky Erickson
14.11.2007 17:37
Befund

Fremdenfeindlichkeit ist leider für viele zur Aufrechterhaltung ihres seelischen Gleichgewichts vonnöten. Schade für die Leidtragenden.

Asparuch Edler von Leschnikoff
 
14.11.2007 17:33

Vor allem würden auch Drogensüchtige sehr nervös werden, während die, bei denen in dieser Woche NICHT in die Wohnung eingebrochen wird, das ja gar nicht merken.

Wenn schon, denn schon.

ad vocem
14.11.2007 17:39
Na klar!

Bei der Gelegenheit könnte man dann auch gleich schauen, ob das gesellschaftliche Leben eher kollabiert, weil tausende Plegebedürftige in ihrer Sche*ße liegen bleiben oder ein paar Giftler sich ihre Dosis halt ausnahmenweise bei "anständigen und fleissigen" österreichischen Dealern besorgen!

Asparuch Edler von Leschnikoff
 
14.11.2007 18:15

Ich halte nur Ihrer einseitigen Darstellung etwas ebenfalls Einseitiges entgegen (deswegen ja "Wenn schon, denn schon!").

Cpt. Bligh
14.11.2007 17:14
ein menschenfreund,

für den ausländer nur dazu da sind, minderwertige tätigkeiten zu vollbringen, und das um einen niedrigen preis...

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