Die CO2-Diskussion überdeckt phasenweise alle anderen umweltrelevanten Themen - Zum Beispiel die Stickoxide
Während unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid durch Oxidation relativ leicht unschädlich gemacht werden können und der Ruß mittels Partikelfilters gut in den Griff gebracht wurde, ist die chemische Reduktion von Stickoxiden am schwierigsten, vor allem dann, wenn kein Dreiwegkatalysator eingesetzt werden kann - wie etwa bei Dieselautos und Mager-Konzept-Benzinern.
Zuverlässigkeit
Stickoxid-Katalysatoren (Denox-Kats) sind kompliziert im Aufbau. Hier wird ähnlich einem Rußfilter das Stickoxid im Katalysator gesammelt und durch regelmäßigen Eingriff in die Motorelektronik wieder herausgerissen und reduziert. Obwohl diese Technik schon seit vielen Jahren in Entwicklung ist, beherrscht man die Zuverlässigkeit erst jetzt allmählich im Serienbetrieb.
Leichter zu verwirklichen, aber aufwändig und teuer ist eine andere Methode, nämlich der SCR-Kat. Hier wird durch Einspritzen einer wässrigen Harnstofflösung in den Abgasstrang das Stickoxid in einem speziellen Katalysator reduziert. Diese Technik ist bei Lkws bereits im Einsatz und erscheint auch für schwere Pkw zielführend. Nachteil: Die Harnstofflösung muss eigens mitgeführt werden. Die Füllintervalle können aber auf 30.000 km festgelegt werden.
Es geht ins Geld
Wenn es darum geht, immer strengere Abgaslimits einzuhalten, so ist dies nur noch eine Frage des Aufwandes und des vorhandenen Bauraums. Man kann mehrere Katalysatoren hintereinanderschalten - was auch notwendig ist, wenn man beispielsweise mit einem Dieselauto künftige kalifornische Abgaslimits einhalten will. Das geht ins Geld: Oxidationskatalysator plus Stickoxid-Kat plus SCR-Kat plus Partikelfilter. (rs, AUTOMOBIL, 9.11.2007)