Nach Vista, die Vision für Windows 7

28. Februar 2008, 14:05
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Windows Neu: Neue Benutzeroberfläche, vielschichtiges Plug and Play und keine Probleme mehr bei der Abwärtskompatibilität

Mit geschätzten 10 Milliarden Dollar Entwicklungsbudget und rund 10.000 Mitarbeitern, war und ist Microsofts Windows Vista das vielleicht aufwändigste Stück Software überhaupt. Dennoch hat das aktuelle Betriebssystem die Branche nicht in seinen Grundfesten erschüttert. Der Rahmen ist derselbe geblieben, die Architektur aufgefrischt, aber nicht runderneuert.

Doch der Softwarehersteller aus Redmond sehen auch ihre Zukunft in einer neuen Art des Betriebssystems. Ein schlankeres Gerüst, das bei gesteigerter Sicherheit einen schnelleren Work-Flow ermöglicht. Alles ist Plug and Play. Der Einsatz des neuen MinWin-Kernels gilt als wahrscheinlich.

Die Insider der Seiten uxevangelist.net und AeroXP haben, basierend auf offiziellen Informationen seitens Microsofts und Insiderinformationen, eine Übersicht über die Entwicklungsschwerpunkte für die kommenden Versionen Windows 7 und danach entworfen.

Individuell

Auch wenn die Konkurrenz über die fünf verschiedenen Vista-Versionen schmunzelt, will Microsoft weiter an den abgestimmten Ausführungen festhalten. Ein eigenes Team arbeitet derzeit an einer Variante für Low-Cost-PCs, die den Anforderungen der Anwendern in Entwicklungsländern gerecht werden soll. Ein spezieller Release für Unternehmenskunden wird auch beim neuen Betriebssystem nicht fehlen.

Neu dürfte allerdings sein, dass durch ein einheitliches Fundament der Ausbau der Versionen und der Wechsel zwischen den Plattformen erleichtert werden soll. Ein Service zur Erweiterung und Entfernung dezidierter Funktionen mache dies möglich.

Abwärtskompatibilität

Einer der größten Hindernisse für eine radikale Veränderung des Systems ist die Sicherstellung der Kompatibilität zu älteren Programmen. Genauer umrissen haben die Entwickler ihr Konzept für die Zukunft noch nicht. Es steht allerdings fest, dass die Probleme mit inkompatiblen Versionen der Vergangenheit angehören sollen. Der Einsatz von Virtualisierungslösungen wäre denkbar.

Damit das System samt seinen Anwendungen immer am neuesten Stand ist, will Microsoft künftig auch Dritthersteller in seinen Automatischen Update-Dienst einbinden.

Fest verschlüsselt

Das hehre Ziel, das sicherste Betriebssystem der Welt auf die Beine zu stellen, wird auch mit Windows 7 wieder in Angriff genommen. Schließlich gilt die Sicherheit eines System als Grundstein für das Vertrauen zwischen Anwendern und den Entwicklern.

Unter anderem soll mit der Verbesserung der Festplattenverschlüsselung BitLocker und EFS sichergestellt werden, dass alle persönlichen Daten zu jeder Zeit und an jedem Ort zu 100 Prozent geschützt sind. Der Schutz vor externen Angreifern wird mit dem Ausbau der Windows-Firewall gestärkt. Die umfassende Strategie führt dabei unterschiedliche Technologien zusammen, wobei man sich nicht mehr nur auf den Desktop beschränken will. Zur Etablierung sichererer Internetprotokolle will man seine Kräfte bündeln.

Zum Schutz der Daten wird auch der von Microsoft CEO oft angeführte Zusammenschluss von Service und Software zum Tragen kommen. Persönliche Inhalte sollen als Back-up in der "Cloud", also in Datenzentren gespeichert werden.

UI und PnP

Basis der Vision für ein neues Windows ist neben der überarbeiteten Kernarchitektur auch die Generalüberholung der Benutzeroberfläche. Es wird sich zeigen müssen, ob die Spekulationen bereits auf die nächste Windows Version zutreffen. Heiß diskutiert ist der Wegfall des Windows Explorers und der Taskleiste für ein komplett neues Bediensystem.

Klarer sieht es bei der Verwaltung von Dateien aus. Die Suche und der Austausch sollen vereinfacht werden, es soll keine Rolle mehr spielen, welche Plattform man einsetzt. Die Daten müssen auf dem PDA oder Handy genauso nutzbar sein, wie auf dem Standrechner im Büro.


Video: Microsoft Windows Future Services

Eine wesentliche Verbesserung soll es daher auch in der Kommunikation zwischen unterschiedlichen Geräten geben. Die Zusammenführung von verschiedenen Wireless-Technologien, etwa Wifi oder Wimax soll eine unterbrechungsfreie Kommunikation erlauben. Beispielsweise könnten Videos so auf Smartphones gestreamt werden und diese dann bei Bedarf gleichzeitig auf größere Displays übertragen werden.

Investitionen

Bislang gibt es bei der Vision für Windows 7 und die kommenden Versionen noch wenig handfeste Details für die Öffentlichkeit. Einem Dokument vom Jänner 2007 zufolge stimmen die skizzierten Entwicklungen allerdings auch mit den künftigen Investitionsfeldern Microsofts großteils überein. Die neue Benutzeroberfläche könnte in Anlehnung an Microsofts Surface Computing gelingen, in welcher Form sie zum Tragen kommt und ob auch gewöhnliche Desktops radikal erneuert werden, ist bislang allerdings nicht bekannt.

Dass wir in Zukunft ein komplett neues Windows sehen werden, ist in jedem Fall fraglich. Zuletzt erklärte der Windows-Veteran Larry Ostermann die Schwierigkeiten einer Grunderneuerung. Demnach sei dies ist aus seiner Sicht nahezu unmöglich, denn der Kernel könnte nicht einfach gewechselt werden. So dürfte auch Windows 7, Windows bleiben. (zw)

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