Internet-Daten werden nicht gespeichert

Redaktion, 06. Dezember 2007 17:10

Faymann verschiebt Pläne bis 2009 - Nur Telefon-Daten müssen aufbewahrt werden

Die massive Kritik zeigt Wirkung: Infrastrukturminister Werner Faymann (SPÖ) wird die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung nur teilweise umsetzen. Für das Erste müssen die Telefon-Anbieter nur speichern, wer mit wem wann und wie lang telefoniert hat. Die von der EU ebenfalls verlangte Speicherung von E-Mail- und Chat-Daten wird bis März 2009 verschoben, sagte ein Sprecher Faymanns zum STANDARD. Diese Pläne habe man auch bereits der EU-Kommission mitgeteilt - gemeinsam mit 14 anderen EU-Staaten.

Proteste von Datenschützern und der Telekomindustrie

Ursprünglich wollte Faymann die EU-Richtlinie bereits im Sommer umsetzen. Nach massiven Protesten von Datenschützern und der Telekomindustrie zog er aber einen ersten Gesetzesentwurf wieder zurück. Zuletzt hat auch der Präsident des Verfassungsgerichtshofes, Karl Korinek, Bedenken gegen die Vorratsdatenspeicherung angemeldet. Er regte sogar an, die Richtlinie nicht umzusetzen, damit der Europäische Gerichtshof prüfen müsse.

So weit will Faymann aber nicht gehen. Bei der Speicherung der Telefon-Daten - es geht dabei nicht um die Gesprächsinhalte - wird derzeit gemeinsam mit dem Justiz- und dem Innenministerium an einem Gesetzesentwurf gearbeitet. Strittig ist noch, wie lange die Daten aufbewahrt werden müssen. Das Innenministerium plädiert weiter für ein Jahr, sagte die Sprecherin von Minister Günther Platter (ÖVP) zum STANDARD. Faymann wollte ursprünglich nur eine Speicherdauer von sechs Monaten, will sich jetzt aber nicht festlegen.

Bei schweren Vergehen

Fix ist, dass die Materie in der Strafprozessordnung geregelt wird. Mit dem Justizministerium wird verhandelt, bei welchen Straftaten die Exekutive Zugriff auf die Telefon-Daten haben soll. In der EU-Richtlinie heißt es nur allgemein, die Daten müssten "zum Zwecke der Ermittlung, Feststellung und Verfolgung von schweren Straftaten" zur Verfügung stehen. Klar sei jedenfalls, dass die Daten von den Telekom-Unternehmen nur nach richterlicher Genehmigung an die Exekutive übermittelt werden dürften, heißt es im Faymann-Büro.

Ein Parlamentsbeschluss wird frühestens Anfang 2008 erfolgen. Und dann will man ein Jahr evaluieren, bevor man über die Speicherung von Internet-Daten entscheidet, so der Faymann-Sprecher.

Datenschützer hatten freilich auch das Aufbewahren der Telefon-Daten kritisiert. Die "anlasslose, verdachtsunabhängige undifferenzierte Speicherung" des Kommunikationsverhaltens werfe Fragen der "Verhältnismäßigkeit" und der Vereinbarkeit mit der Menschenrechtskonvention auf, so die Kritik des Datenschutzrates im Sommer. (Günther Oswald/DER STANDARD, Printausgabe, 6.11.2007)

Kommentar posten
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VolkxStimme
17.11.2007 13:00
Die Speicherung von Verbindungsdaten, Ort, Nummern, Zeit, etc. dient der raschen Sortierung!

Das Amt für Datennormung hat die Schnittstellen angelegt und es wird an anderer Stelle alles (a l l e s) aufgezeichnet.

Die "Verbindungsdaten" mit Ort, Zeit, etz. zuzuordnen ist ein Clacks.

Es wird uns noch in 20 Jahren ein Turtelflüstern mit Versprechen aus den Wolken vorgehalten werden, aus dem Zusammenhang gerissen, einfach für jede Erpressung nutzbar.

Echte Terroristen denken da in anderen Größenordnungen. Spanne einem Beamten nie die Braut aus, oder Bräute, verweigert euch nicht, es ist der Karrierknick ;-)

Alles ist möglich

rudi rednose
06.11.2007 16:39
Verdammt schade....

ich bin davon ausgegangen, je mehr Daten die haben, desto weniger finden Sie - überhaupt, wenn man sich Qualität, personelle und technische Ausrüstung der entsprechenden Behörden vor Augen führt.

Statt Recherche und Aufklärung wäre Datensortieren die künftige Haupttätigkeit.

Birger Jarl II
06.11.2007 13:06


Übnerraschung. Faymann übertüncht erwartungsgemäß seine Asginag-Peinlichkeit mit einer anderen (diesmal: positiven) Meldung.

Wie vorhersehbar. Als nächstes kommt wieder eine Peinlichkeit und danach etwas Schlechtes, worüber sich wieder alle aufregen werden.

dieBestatter
06.11.2007 11:49
Viel Geld hängt da auch drinnen

Bei der Internetvorratsdatenspeicherung.
Die Proviteure lesen hier sicher mit.
Ja Leute, vorerst Pech gehabt.

mit denkender
06.11.2007 11:00
unbedingt notwendig

ist die nonstop überwachung unserer politiker durch uns - dem volk.

wir sind deren diensgeber - ich habe aber das gefühl das die nicht mehr für uns arbeiten.

also:
webcams in jedes büro und von uns bezahltes dienstauto.
offenlegung ihrer konten.
wenn die typen sich ein privatauto kaufen und das geld nicht von ihrem gehaltskonto abgebucht wird - >
untersuchungshaft - denn das wurde offensichtlich mit schwarz/bestechungs geldern bezahlt.

wie hieß es so schön in meinem lieblingsfilm (v wie vendetta)

das volk darf nicht angst vor seiner regierung haben
die regierung MUSS angst vor ihrem volk haben!!!

ibindes arbeitet
06.11.2007 13:49
ich würde Einen Schritt weitergehen

Bei der Ersten unqualifizierten Äusserung eines Politikers,
sofortige Abschiebung und Verbot der Einwanderung aussprechen

fnord
06.11.2007 11:46

du wirst von aengstlichen, alten menschen regiert, die das Medium, desen Ueberwachung sie wuenschen nicht verstehen. leb damit :(


mit denkender
07.11.2007 08:40
bist du dir sicher

das unsere politiker nicht nur ein spiegel des volkes sind?

warum muss ich mit etwas leben das ich abwählen kann?

fnord
07.11.2007 12:51

Du kannst es ja fuer dich abwaehlen, in einer Demokratie ist aber leider das Mittelmasz der Durchschnitt .. und der Durchschnitt blickt nicht hinter die rethorischen Finessen mit Buzzwords wie "Terror", "Sicherheit" und "Schutz". Sonst waere er ja nicht der Durchschnitt.

mit denkender
08.11.2007 08:45
das meinte ich

mit "der spiegel des volkes" :-(

mit denkender
06.11.2007 10:53
ich bin immer noch der meinung

das wenn das alles gespeichert werden muss - das die provider alle ihre daten stündlich per EMAIL!!! an unseren innenminister schicken...

dass die server nach ein paar minuten wegen überfüllung stillstehen ist dann dem plattner sein problem...

Schurke!
06.11.2007 11:36
email?

vor gericht gilt eh nur schriftliches - deswegen gleich die verbindungsdaten ausdrucken und in 3 facher ausfertigung an die jeweilige nachfragende behörde übermitteln. wichtig ist der ausgangsstempel.
... dauert natürlich ein bisschen ...
wenn die behörde nachfrägt wo die daten sind: "unser drucker arbeitet noch, wird voraussichtlich in 2wochen fertig sein - sie können aber schon die ersten 10000 seiten haben." - und dann die stille am anderen ende der leitung geniessen ^^

mit denkender
07.11.2007 08:43
hast recht

das ist die noch viel bessere lösung - und sie schafft arbeitsplätze ...

ich stell mir da "suchbeamte" vor *ggg*

dieBestatter
06.11.2007 10:43
Vernunft setzt sich durch

Und Faymann ist kein Gorbarsch - nicht einmal zu 1 Prozent.

Pingu407
06.11.2007 13:48

Welche Vernunft?

Verschoben ist nicht aufgehoben, dafür werden diese radikalen Staatsterroristen schon sorgen.

Der Seher
06.11.2007 09:08
endlich gehts dem terrorismus an den kragen!

denn bekanntlich nutzen ja alle terroristen mailaccounts bei aon.at oder chello.at oder irgendwelchen anderen österreichischen providern und radebrechen nur schlechtes deutsch in klartext.
gottseidank kommen sie nicht auf die idee, selber wo einen server ins internet zustellen oder gar ein vpn zu verwenden oder ausländische sprachen oder gar codewörter zu benutzen.
bis die terroristen so weit sind, sind wir in österreich wenigstens wieder auf der insel der seligen (obwohl uns ja bei der menge der seligen, spanien schon den rang abgelaufen hat)

Raphael Wegmann
10.12.2007 17:26

Oder verwenden Terroristen gar i2p.net oder pgp? Terror ist das Feigenblatt für die Interessen der Musikindustrie.

byron sully
06.11.2007 13:45
:-)

danke sehr für ihr posting!

sterngucker
 
06.11.2007 08:46
Bei "es geht dabei nicht um die Gesprächsinhalte"

fehlt wohl ein "noch". Wetten, daß ein einziger Bombenanschlag auf deutschem oder österreichischen Boden ausreicht, um die Schäubles und Platters auch die Forderung nach Überschreiten dieser Grenze erheben zu lassen?

tweety.0815
06.11.2007 12:28
und so blöd es klingt ...

aber sollte es zu keinem solchen bombenanschlag kommen ... da trau ich denen selbsternannten staatsschützern es durchaus zu, da ein wenig nachzuhelfen

www.ceiberweiber.at
06.11.2007 14:43
die "terrorverhaftungen"

waren aber eher das resultat von beschäftigungstherapie FÜR unsere staatsschützer und nicht VON ihnen....

www.ceiberweiber.at

marie berg
06.11.2007 20:45
ist

ihnen eigentlich die ständige "schleichwerbung" nicht peinlich?

haschy
06.11.2007 16:16

Wieso und welche Daten speichern die Cookies die Ihre Seite ceiberweiber.at generiert eigentlich zehn (10!) Jahre lang?

borake
07.11.2007 16:01

qach das sind ja die guten ceiberweiber cookies die machen bestimmt nichts, die helfen nur ;-)

marie berg
07.11.2007 16:26
bader übernehmen sie ...

dieses cookie zerstört sich in 1 minute von selbst ;-)

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