Ökologische Verschuldung

Redaktion, 6. November 2007, 20:04
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    foto: ap/proepper

Die Menschheit hat schon vor einem Monat jene Menge an Rohstoffen verbraucht, die in einem Jahr erneuert werden kann - seither häufen wir ökologische Schulden an

Wer in einem Monat mehr Geld ausgibt, als er oder sie einnimmt, verschuldet sich. Nach dem gleichen Prinzip geht die Menschheit derzeit mit natürlichen Ressourcen um. Bis 6. Oktober wurde seit Jahresbeginn weltweit jene Menge an Rohstoffen konsumiert, die innerhalb eine Jahres von der Natur neu gebildet werden kann. Dies haben Wissenschafter des Global Footprint Networks und der New Economic Foundation mit Hilfe des Ökologischen Fußabdruckes ermittelt.

Der Ökologische Fußabdruck misst die Fläche, die notwendig ist, um die verbrauchten Rohstoffe zur Verfügung zu stellen und Schadstoffe abzubauen – über Ackerland und Wälder bis zu Weiden und Fischgründen. Er vergleicht diese Fläche mit der Fähigkeit der Natur, Rohstoffe zu erneuern und Abfälle aufzunehmen.

Derzeit entnehmen wir laut Global Footprint Network der Natur dreißig Prozent mehr, als nachwächst. Anders formuliert heißt das, dass vor Jahresende die Rohstoffe für das laufende Jahr verbraucht sind. Für geringe Zeit lässt sich die Natur auf diese Weise übernutzen; dadurch werden aber Fischbestände dezimiert, verschwinden Wälder oder die Bodenerosion nimmt zu.

Die ökologische Kreditkarte

Die Natur zu übernutzen heißt ökologische Schulden anzuhäufen. Daher wird der 6. Oktober von den Wissenschaftlern als Ecological Debt Day bezeichnet. "Die Menschheit lebt von ihrer ökologischen Kreditkarte", sagt Mathis Wackernagel, Geschäftsführer des Global Footprint Network. "Wenn man mehr Geld ausgibt, als man auf der Bank hat, führt das zu finanzieller Verschuldung. Wir leben im 'Overshoot', dem Raubbau an der Natur", sagt Wackernagel. "Wir konsumieren mehr, als tatsächlich zur Verfügung steht, und häufen damit ökologische Schulden an. Das klappt für eine kurze Zeit, lässt jedoch Müllberge anwachsen und führt zur Abnutzung einzigartiger Ressourcen von denen unsere Wirtschaftsweise abhängig ist."

Die Last ist dabei weltweit nicht gleichmäßig verteilt. Würden alle Menschen so viele Rohstoffe verbrauchen wie die Europäer, bräuchten wir drei Planeten. Durch den ständig steigenden Rohstoffverbrauch wird der Ecological Debt Day zudem jedes Jahr früher erreicht.

Damit ein Planet wieder reicht

"Dabei geht es nicht um Schwarzmalerei", sagt Wolfgang Pekny, Geschäftsführer der Plattform Footprint. "Es geht darum, ein realistisches Bild der Situation unserer Erde aufzuzeigen und den Menschen in Österreich einen Maßstab zur Verfügung zu stellen, mit dem sie Ihren globalen Ressourcenverbrauch messen und ihr Verhalten steuern können". In der Plattform Footprint haben sich Umwelt- und Sozialorganisationen zusammengeschlossen, um den Ökologischen Fußabdruck als Maß für einen nachhaltigen Lebensstil zu etablieren.

Die Plattform gibt die passenden Hinweise, wie die Übernutzung von Rohstoffen verhindert und die Belastung von Ökosystemen reduziert werden kann: Geringerer Fleischverbrauch, weniger Auto- und Flugzeugreisen und ein geringerer Energieverbrauch gehören ebenso dazu wie eine geschickte Stadt- und Infrastrukturplanung und die Anwendung von modernen Umwelttechnologien.

Zum Autor:
Mark Hammer arbeitet als freier Journalist in Wien.

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Posting 1 bis 25 von 56
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lisi meier
11
15.11.2007, 09:17
finden denn hier alle den ausgangsvergleich wirklich schlüssig?

„Wer in einem Monat mehr Geld ausgibt, als er oder sie einnimmt, verschuldet sich.“ na sowas. könnte er nicht auch i n v e s t i e r e n? in die zukunft der kinder, in besseres wohnen, in weniger anstrengendes arbeiten, in …? oder dürfen wir nur mehr in sack gehen, asche aufs eigene haupt streuen und "nostra culpa, nostra culpa" rufen?

die wiedergeburt des klassenkampfs aus ökologischen motiven scheint die öko-snobs auch nicht weiter zu stören.

http://www.telegraph.co.uk/opinion/m... 7#comments

Hans Fuchs1
00
8.11.2009, 22:21

kompensieren sie co2? oder nennen sie autofahren einfach eine investition in die umwelt? augen zu und durch… sie bringen unsere welt durch ignoranz nicht weiter.

mr.bojangles
 
00
12.11.2007, 22:44
War das letztes Jahr nicht der 14.Oktober?

Bald überrunden wir uns selber. Wie lange müssen wir dann in der "Steinzeit" leben um das alles wieder aufzuholen?

Micha Do
 
00
13.11.2007, 10:40
Ich denke, wir (als Art ) nicht, aber die Art, welche unsere Nische erklimmen wird

Achaier
00
9.11.2007, 09:19
"Ökologische Verschuldung"

Ich hoffe diese Erkenntnis setzt sich jetzt immer mehr durch.

Entweder wirtschaften wir ökologischer oder wir gehen irgendwann unter. Aber ewig lässt sich die Umwelt nicht ausbeuten.

Hans Fuchs1
00
8.11.2009, 22:27

das einzige, was in einem liberalen markt ziehen würde wäre, nicht erneuerbare rohstoffe teurer werden zu lassen. unternehmen sollten außerdem den schaden an der umwelt bezahlen. das muss auf basis einer lebenszyklus-betrachtung passieren. was bringt öko-baumwolle, wenn in der produktion energie und wasser vergeudet wird?

irgendwann müssen umweltfreundliche produkte und dienstleistungen einfach billiger werden, bzw. umweltschädliche teurer…

Cyber Motzer
01
9.11.2007, 04:31
Es gibt zu viele Menschen

auf dieser Welt. Also, was tun ? Noch Mal 200 Jahre warten bis alle so gebildet sind und nur 1 bis 2 Kinder haben und die Anzahl der Menschen sich verzehnfacht hat ? Wenn es nicht genuegend Ressourcen, zu viel Energieverbrauch und CO2 Ausstoss gibt, ja dann... muessen wir eigentlich die Anzahl der Menschen die jenes verbraucht stark verringern, oder unseren eigenen Verbrauch drastisch reduzieren, nur dass dies nicht funktioniert wissen wir ja. Und jetzt ? So ne Mickzwuehle... und jemand wird eine Entscheidung treffen, die Geschichte wiederholt sich, das ist gewiss. Furchterregend.

Micha Do
 
00
13.11.2007, 13:25

Es gibt das sog."Malthus´sche Theorem",das sinngemäß bedeutet:
Bei gegebenen Menge an Nahrung wird die Bevölkerung so lange wachsen,bis alle Hunger leiden.
(Die Bevölkerung steigt immer schneller als die Nahrungsmittelproduktion.Nämlich erstere in "geometrischer Reihe",letztere in "arithmetischer", d.h. das Bevölkerungswachstum wird der Ressourcensteigerung immer davonlaufen,bis andere "Regulationsmechanismen"schlagend werden.) Statt Nahrungsmittel können Sie auch jeden anderen Rohstoff einsetzen.Öl zB.
i.Ü. Bin ich Ihrer Meinung: Wir sind zu viele, die Gefahr ist groß, daß irgendeiner versucht,die Zahl der "Konkurrenten zu minimieren".Die Bösen sind immer die Anderen.Nur nützt das nix,weil irgendwann sind auch die Eigenen zu viele.

tom büchse
00
9.11.2007, 08:18
der große einbruch

kommt eh schon 2050. zumindest laut meadows

carbonara
01
8.11.2007, 22:34
Dieses ewige "Schuldbewusstsein" ist für mich die moderne Form des Flagellantentums dar

Zur Erinnerung: ..."Zu den religiösen Praktiken ihrer Anhänger gehörte die öffentliche Selbstgeißelung, um auf diese Weise Buße zu tun und sich von begangenen Sünden zu reinigen"....

mr.bojangles
 
00
12.11.2007, 22:29

Nur, dass es wahrscheinlich insgesamt mehr Sinn macht Fahrrad statt Auto zu fahren, als sich selbst zu züchtigen. Tut auch weniger weh - im Gegenteil...

luke skywalker
00
9.11.2007, 16:45
Und wenn sich dann alle so richtig schuldig fühlen

kommt jemand auf die Idee wie man per "Ablasshandel" seine Schulden wieder loswird

.. war da nicht was mit CO2 Zertifikaten ??? Was kosten die jetzt ??

Blue100
00
8.11.2007, 13:11

Wenn Sie keinen Fisch/Fleisch mehr essen sollen, sollen sie doch Kuchen essen.

Sorry Marie Antoinette wegen dem Zitatklau.

Aliass
00
7.11.2007, 20:17
Also Rechner ausschalten und schlafen gehen, das braucht am wenigsten Rohstoffe!

Zarathustra
62
7.11.2007, 18:03
Mehr Sorgen als die ökologische Verschuldung..

...sollte uns die staatliche (und private) Verschuldung weltweit machen. Die ist nämlich nur durch immense Inflation und/oder durch eine Währungsreform abbaubar..bis dahin durch immer stärkere Erhöhung der Steuern. Das alles fällt uns jetzt auf den Kopf und in wenigen Jahren (1-5 Jahre) ist dieser Prozess, schlimmer als sich das jetzt wohl die meisten vorstellen können, bereinigt. Vom bösen CO2, politischer Korrektheit, Kamof gegen Rechts und gender politik wird man dann lange nichts mehr hören..da wird man andere Probleme haben.

Hans Fuchs1
00
8.11.2009, 22:29

ich mache mir mehr sorgen um meine reale umwelt, als um irgendwelche abstrakten finanzierungsfragen. real vs. artifiziell

oder glauben sie, das man mit einer kaputten umwelt besser lebt, als mit einem kaputten finanzsystem? augen auf!

phaidros
13
8.11.2007, 20:56
geld ist ein nichtexistentes hirngespinst, wie gott.

solange alle an denselben wert glauben, rennt das werkl, funktioniert scheinbar - wenn nicht, dann wird offenbar, dass nichts dahinter war. wie war das mit den grossen börsencrashs der geschichte?

unsere erde hingegen existiert tatsächlich und wir auf ihr. von ihr beziehen wir nahrung und alle rohstoffe, die wir zum leben benötigen.

ich plädiere eher darauf, den fokus auf vor augen liegendes zu richten. im krieg war unseren grosseltern klar, dass geld fast nichts wert war im vergleich zu einem stück brot oder einem teller suppe. das haben wir schon längst aus den augen verloren.

ja wie hiess es so schön? "....dass man geld nicht essen kann".

mr.bojangles
 
00
12.11.2007, 22:32

So is es

Johann Gottlieb Loen
01
8.11.2007, 09:39
das ist nur Geld und völlig irrelevant

weil keine Lebensgrundlage.

epep
13
7.11.2007, 21:06
ja eh! jetzt wissen wir alle ...

... das sie im oktober an der WU zum studieren begonnen haben! ist schon gut, im naechsten (2.) semester werden sie das wieder anders sehen.

ist wie bei den psychologInnen die einen im 1. semester am meisten am nerv gehen.

wird schon wieder ...

von delmore
 
00
7.11.2007, 19:22

Umweltzerstörung->unwirtliche Verhältnisse->keine Menschen->kein Staat der sich Verschulden könnte.

Es wird Zeit Prioritäten zu setzen

Working Class
00
7.11.2007, 17:37
solche Meldungen voll abturnend!

Jetzt geht's mal um Fun und Konsum.


seebas
10
7.11.2007, 17:11

na und? ich bin eben dekadent

Roter Baron
00
7.11.2007, 15:19
aaaaach alles halb so wild

wir kaufen emmissions-zertifikate
von gott oder wen auch immer
und sind fein raus.


roter baron

Gramurcki
03
7.11.2007, 14:25
seids nicht gleich alle eingeschnappt

es ist halt so, daß wir über die Verhältnisse leben. Damit ist unser Lebensstandard an sich gemeint. Die Globalisierung macht es möglich das die Rechnung dafür eh andere anderswo bezahlen.

Was kann der einzelne tun? Ich fürchte nicht viel. Schaut für Euch auf Nachhaltigkeit, für die Zeit, wenn der Strom billiger Waren und Dienstleistungen aus dem Ausland versiegt. Glaubt nicht an Eure Pension, wenn ihr jünger als 35 Jahre seid. Investiert Euer sauer verdientes Geld nicht im Aktienmarkt. Kümmert Euch um gute soziale Netzwerke und versucht positiv zu bleiben!

yalla!

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