Buchinger: Keine Erhöhung des Pensionsalters bis 2010

Redaktion, 14. November 2007 10:14

Khol: Möglicherweise nach 2010 - Experten wollen Maßnahmen, um tatsächliches Pensionsalter anzuheben

Wien - Sozialminister Erwin Buchinger hat am Sonntag in der ORF-Sendung "Im Zentrum" bekräftigt, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter in dieser Legislaturperiode nicht hinaufgesetzt wird - auch wenn die jüngste Prognose der Statistik Austria eine Steigerung der Lebenserwartung um 4,6 Prozent ausweist. Auch der Obmann des ÖVP-Seniorenbundes Andreas Khol schloss eine Erhöhung bis 2010 aus. Politiker und Experten waren sich einig, dass Maßnahmen nötig sind, um das faktische an das gesetzliche Pensionsalter heranzuführen.

Buchinger glaubt, dass die "Kommission zur langfristigen Pensionssicherung" - die nach der neuen Lebenserwartungsprognose am Zug ist - im Februar "mit großer Wahrscheinlichkeit" nicht empfehlen wird, "etwas zu tun". Denn laut Statistik Austria würden die Auswirkungen der höheren Lebenserwartung durch die Zuwanderung überkompensiert. Zudem sei aus seiner Sicht der Hauptfaktor für die Sicherung der Pensionen nicht die Demografie, sondern Produktivität und Beschäftigungswachstum mit einer besseren Beteiligung von älteren Arbeitnehmern und Frauen am Arbeitsmarkt.

Khol: Missbrauch bei Invaliditätspension

Khols Erwartungen an die Kommission sind andere: Es sei nötig, regelmäßig "klein an den Schrauben" zu drehen - und somit müsste die Kommission vorschlagen, "ob man bei gleichbleibendem Staatszuschuss und Pensionsbeiträgen nicht nach 2010 länger wird arbeiten müssen". Ansetzen könnte man bei der Pensionshöhe und dem Alter; höhere Zuschüsse, Beiträge oder niedrigere Pensionen kommen für Khol nicht infrage. Zunächst gelte es aber, das faktische Pensionsalter anzuheben. Als Hauptproblem sieht Khol hier die Invaliditätspension, wo er vielfachen Missbrauch vermutet.

Dem trat Buchinger entgegen; der Minister nahm aber erfreut das Angebot Khols an, den Berufsschutz für Bauern und ungelernte Arbeitskräfte zu verbessern. Mitte des nächsten Jahres will Buchinger Maßnahmen zur Reduktion der Invalitätspensionen vorlegen - wobei er bei der Gesundheit am Arbeitsplatz, Prävention und Rehabilitation ansetzt.

Der Pensionsexperte Bernd Marin bekräftigte seine Kritik an Invaliditätspension und der Hacklerregelung - also geringeren Abschlägen bei früherem Pensionsantritt von Langzeiterwerbstätigen. Das faktische Pensionsalter sei seit sieben Jahren so gut wie nicht gestiegen, weil diese beiden Pensionsformen "alles zunichte machen". Die Anhebung des Pensionsalters wäre aber die einzig mögliche Maßnahme, die Pensionen auch bei gestiegener Lebenserwartung zu sichern, ist Marin überzeugt. Dazu nötig wären "versicherungsmathematisch korrekte Zuschläge und Abschläge".

Rosenkranz: Kein Handlungsbedarf

FPÖ-Familiensprecherin Barbara Rosenkranz sieht angesichts der Statistik-Austria-Prognose "keinen unmittelbaren Handlungsbedarf". Denn die Zahl der über 60-Jährigen habe sich gegenüber der Prognosen, die der schwarz-blauen Pensionsreform zugrunde lagen, nicht geändert. Nötig sei allerdings, die Zahl der Geburten zu erhöhen. Denn die Kompensierung der Zuwanderung durch Zuwanderung lehne die FPÖ ab.

Der Zukunftsforscher Matthias Horx plädierte für eine "andere Alterungskultur" - mit mehr Augenmerk auf die Gesundheit, einer positiveren Bewertung älterer Arbeitnehmer durch die Unternehmen und flexiblen Arbeitsformen. Und in der Bevölkerung müsse man das Bewusstsein schaffen, "dass Arbeit nichts Negatives ist", so Horx. (APA)

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comicorum_amicus
12.11.2007 22:14
Es gibt keine faktischen Pensions(antritts)alter,

welche nach ASVG nicht gesetzlich sind!

mr.hyde
07.11.2007 12:47
Der Herr Marin

ist für mich ein von der ÖVP gekaufter "Experte"....
Wie sagte er: Ein älterer Bauarbeiter der nicht mehr schwer arbeiten kann, kann doch den anderen, jüngeren zeigen wie man Schalungen macht zum Beispiel...
Also der wäre bald von einer Schaufel erschlagen wenn der jahrelang damit die Kollegen nervt. Wer würde so jemanden einstellen bzw. bezahlen?
Solange dieser Marin solche unüberlegte und unpraktikable Vorschläge macht, soll er selbst in Pension gehen und uns mit seiner Inkompetenz nicht weiter quälen!
Außerdem dachte ich dieser unsägliche Khol sei endlich in Pension! Uns bleibt wirklich nicht erspart und müssen diese Schmarotzer auch noch durchfüttern.

Walter Bimini
06.11.2007 23:05
hat eigentlich schon jemand

beim bernd marin nachgeschaut, welche note er in mathematik hatte - der weiß doch nicht einmal, daß die höhere lebenserwartung auch durch geringere kindersterblichkeit zustande kommt.

polydeukes
06.11.2007 18:42
Fazit: Altert gesund, trinkt Tee und wartet bis in die Fastenzeit,

was die Kommission für längerfristige Pensionssenkung empfehlen wird!

Ava Tar
06.11.2007 03:25
Nicht bis 2010, also bis "nach der Wahl"

Na, Brüderlein, was erzählt ihr uns denn diesmal im Wahlkampf ?

Katja Spreitzer
06.11.2007 07:33
der sp pensionistenbrief

wird schon konzeptiert.

polydeukes
06.11.2007 10:53
pensionistInnenbrief

ALANDER
06.11.2007 09:49
Sehr gespreitzt!

normal heißet dies konzipiert,

A., wenns recht ist.

polydeukes
06.11.2007 10:42
gespreitzt

ist aber auch ein wenig zu "spritztig",
pol

Walter Kaiser
 
05.11.2007 23:33
Der Staatszuschuss soll nicht in absoluten Zahlen gleich bleiben sondern in Prozenten des PIP

polydeukes
06.11.2007 09:54
"Sozialversicherung"

steckt im Begriff ASVG.
Im Unterschied zu privaten, versicherungsmathematischen Pensionsversicherungsmodellen, die sich Besserverdiener leisten können (wozu der Staat jedoch auch z.B. durch Steuerabsetzbeträge und Prämien beisteuert), war seinerzeit in sozialer Weise an drei etwa gleiche Standbeine der ASVG-Pension gedacht: Beiträge vom Arbeitnehmer, vom Dienstgeber und vom Staatsbudget.

saxophon
08.11.2007 20:43

Und wer zahlt letztlich? Der Dienstgeber wird seine Beiträge natürlich bei der Gehaltskalkulation einrechnen. Entweder dort oder bei den Preisen. Also letztlich zahlt immer der einfache Bürger in seiner Eigenschaft als Arbeitnehmer bzw. Konsument(der muss logischerweise alle Steuern zahlen die angeblich Unternehmern aufgebürdet werden).

forellenduett
08.11.2007 21:36
"der einfache bürger"

zahlt auch alle kriege,
da ists mir viel lieber,
er finanziert die pension,
kommt auch billiger.

saxophon
09.11.2007 09:49

Wenn eine Privatperson in der Bank sagt: "Seht das doch nicht so eng mit meinen Schulden, andere Leute tun schlimmere Sachen" werden die trotzdem ihr Geld haben wollen. Ebenso die Gläubiger des hochverschuldeten Österreich, dessen Schulden übrigens noch immer wachsen. Wir arbeiten noch immer nicht positiv.

forellenduett
09.11.2007 11:11
Wieviele "hochverschuldete" Staaten

haben, sagen wir seit 1900, je ihre Schulden (und zu wieviel Prozent der Schulden) wirklich zurückgezahlt?

pumuckl
06.11.2007 07:46

Mein Wunsch.
Und um das Verhältnis konstant zu halten wird das Pensionsalter periodisch angepasst.
Die einzig faire Lösung beim Umlageverfahren.

Walter Kaiser
 
06.11.2007 08:22
Das Pensionsalter anzupassen nützt nur was, wenn äquivalent auch die Arbeitsplatzanzahl angepasst wird ...

Wenn aber nicht, und das ist klarerweise so, bedeutet das nichts anderes, daß jhalt dann zwar weniger Pensionen sondern mehr Arbeitslosen/Hilflosen/Notstände ausbezahlt werden. Also eine andere Tasche, nicht mehr. Das kann man ohne Aufregung auch haben

pumuckl
06.11.2007 09:48

"... und das ist klarerweise so ..."
Werden die Arbeitsplätze vom Staat geschaffen?
Weshalb haben zB. die Nordischen Länder eine viel höhere Beschäftigungsquote?
Weshalb soll die höhere Beschäftigungsquote, mit der die durch die längere Lebensdauer gestiegene Bezugsdauer finanziert wird, nur von den Jungen erzeugt werden?
Was ist mit der prognostizierten Knappheit an Arbeitnehmern?

Walter Kaiser
 
06.11.2007 10:11
Da hast mich missverstanden ...

Es ist klarerweise NICHT so, daß Arbeitsplätze frei werden parallel zu dem Bedarf des höheren Pensionsantrittsalters.

Und ja, Arbeitsplätze können AUCH durch den Staat geschaffen werden - der Staat ist schließlich der größte Arbeitsnehmer - und ja, der Staat beeinflusst die Arbeitslosenzahl ganz enorm mit Hilfe der Politik.

myschkin
06.11.2007 08:10

Also irgendwie steht da in meinem Kopf, daß die Beträge die man einzahlt in einem vernünftigen Verhältnis stehen müssen, die man zurückbekommt, egal welches System.
Was zahlt Mann ins ASVG ein, für wen zahlt Mann noch alles ins System ein, die aber abgetrennt vom ASVG sind (warum eigentlich? - derselbe Unsinn bei den Krankenkassen, wozu eigentlich, unwirtschaftlich, warum nicht Grundversorgung für alle gleich, bestmöglich), beim Zurückbekommen ASVG eindeutig Verlierer, und die die er mitbezahlt hat, leben die die Könige von Frankreich (gut, wir sind nahe den Zeiten vor der Revolution) - nein, das Umlageverfahren hat ausgedient. Es ist verkommen zu einer schwarzen Steuer, viel rein, nichts zurück. Für die Meisten Menschen, nicht für alle.

Walter Kaiser
 
05.11.2007 23:34
Bledsinn ... natürlich BIP

O3F112Bbd-
05.11.2007 21:04

Frauen leben länger, Frauen arbeiten kürzer, Frauen zahlen deutlich geringere Pensionsbeiträge, Frauen sind deutlich länger in Pension, Frauen verursachen Mehrkosten im Gesundheitswesen durch die längere Lebenszeit.

Männer subventionieren die Frauen durchs Leben und müssen sich anhören wie ungleich und schlechter die Frauen behandelt werden.

Katja Spreitzer
06.11.2007 07:34
lassen sie mich raten! sie sind ein mann?

aber witzig: ich muss ihnen teilweise recht geben.
nur: frauen entscheiden wahlen.

polydeukes
06.11.2007 08:53
Ja, und sie wählen überwiegend Männer,

weil sie selbst zum Kandidieren zu unlustig sind!

myschkin
06.11.2007 08:03

Frauen sind verantwortlich für die Gesellschaft wie sie ist?
Nein, Wahlen entscheiden gar nichts. Die Parteien setzen nur um, was woanders entschieden worden ist. Jede der Parteien verkauft es anderes, aber grundsätzliche Unterschiede gibt es nicht.

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