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vergrößern 800x676Infografik: Organisationsstruktur und Entscheidungsflüsse im Gesundheitswesen

Infografik: Gesundheitsausgaben und Krankenhausaufenthalte im Vergleich
Die rot-schwarze Bundesregierung hat sich für den Gesundheitsbereich einiges vorgenommen (siehe Artikel rechts). Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) sieht sich aber dabei nicht nur mit einem komplexen System, sondern auch mit einer Reihe von Interessen konfrontiert - von Institutionen wie der Ärztekammer, aber auch von Ländern und Gemeinden. Sowohl Bund als auch Länder haben im Gesundheitsbereich gesetzgebende Funktion - das führt beispielsweise zu zehn unterschiedlichen Krankenanstaltengesetzen.
Soswinski gibt daher zu bedenken: "Es besteht die demokratiepolitische Gefahr, dass ein reines Expertensystem entsteht, in dem Politiker nahezu überfordert sind, Maßnahmen zu setzen."
Alles beim Alten Die grundlegenden Strukturen des Gesundheitswesens haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert: Der niedergelassene Hausarzt, diverse Fachärzte und das nächstgelegene Krankenhaus sind für die allermeisten Österreicher die wichtigsten Anlaufstellen. Dabei gäbe es auch andere - auch international erprobte - Möglichkeiten der Organisation der Grundversorgung. Soswinski nennt ein Beispiel: "In einer Bezirkshauptstadt könnte etwa ein Versorgungszentrum stehen, wo es alle Ärzte gibt, wo beispielsweise ein Physiotherapeuten vor Ort ist und wo auch die Hauskrankenpflege verwaltet wird. Dort kann man Vollversorgung anbieten, ausgenommen die stationäre Behandlung." Denkbar wären auch Gesundheitszentren für einzelne Krankheitsbilder, etwa Diabetes oder Krebs, in denen der Patient alle Behandlungswege unter einem Dach erledigen kann.
Die von Ministerin Kdolsky vorgeschlagenen Gruppenpraxen stoßen bisher aber vor allem bei Ärzten auf breite Ablehnung. Und wer gar ein Krankenhaus schließen will, macht sich ohnehin unbeliebt - denn "mit Spitälern wird auch Regionalpolitik und Arbeitsmarktpolitik gemacht", erklärt Thomas Czypionka, Gesundheitsökonom am Institut für Höhere Studien (IHS), im Gespräch mit dem Standard.
Auch was die Spitalsfinanzierung betrifft, muss umstrukturiert werden, meinen Experten. Derzeit wird das Geld mittels "Leistungsorientierter Krankenanstaltenfinanzierung" (LKF) verteilt. Czypionka erklärt: "Bund, Länder, Gemeinden und die Sozialversicherung zahlen in einen Topf, den Landesgesundheitsfonds, und von dort wird das Geld nach bestimmten erbrachten Leistungen verteilt. Je mehr Leistungen insgesamt erbracht werden, desto weniger bekommt das einzelne Spital."
Was nicht via LKF-System gedeckt wird, wird von den Krankenhausträgern als Betriebsabgang ersetzt - und da die Mittel für den Landesgesundheitsfonds kaum ansteigen, fallen für die Träger (meist die Länder) immer mehr Kosten an. Das IHS schlägt daher vor, das System kostendeckend zu gestalten: "Damit gäbe es dann einen Anreiz, die Kostenstruktur zu optimieren", glaubt Czypionka.
Soswinski ortet eine andere Fehlkonstruktion: "Hier wird nach Kapazität bezahlt und nicht nach Leistung. Natürlich muss man in Österreich Spitalsbetten abbauen, aber wenn ein System Kapazitäten finanziert, dann wird man die auch behalten. Eine leistungsorientierte Finanzierung würde mehr Anreize für die Spitäler bieten, die Versorgung zu optimieren."
Turnus: Bitte warten Rege diskutiert wurde in den letzten Monaten die Ausbildung der Mediziner. Dass der Zugang zum Studium beschränkt werden muss, damit hat man sich mittlerweile weitgehend abgefunden. Aber mit dem Abschluss des Studiums hören die Kapazitätsprobleme nicht auf: Durchschnittlich zwei Jahre müssen angehende Ärzte, die ihr Studium beendet haben, auf einen Turnusplatz warten.
Die Beschwerden der Turnusärzte sind stets dieselben: Untertags dürfen sie nur die Spritzen aufziehen, und am Abend sollen sie selbstständig tätig sein. "Wir sollten uns bemühen, Studium und Turnus durchgängig zu machen, ohne Pausen, und da sind alle gefordert", meint daher Vizerektor Soswinski.
Nicht nur deswegen wäre es wenig sinnvoll, die Studienplätze an der Med-Uni aufzustocken, findet der Vizerektor: "Man kann die angewandten Wissenschaften nicht mit Geisteswissenschaften vergleichen. In der Medizin muss der Student das, was er in der Theorie lernt, bereits während des Studiums am Einzelfall anwenden und darf nicht irren, und dabei muss er beaufsichtigt werden. Die personellen Kapazitäten dafür sind nicht x-beliebig vergrößerbar." (Andrea Heigl/Karin Moser/DER STANDARD, Printausgabe, 3./4.11.2007)
länder auflösen, gemeinden jegliches mitsprachrecht entziehen, ärzte entmachten (zur not unter androhung eines berufsverbotes), pharmaindustrie in die schranken weisen, kassen zusammenlegen, et voila, das geld reicht locker...aber die befindlichkeiten der eigenen klientel sind den politikerInnen eben wichtiger als der patient und beitragszahler.
Wenn ich mir die Strukturen so ansehe, merke ich das es tatsächlich alles andere als übersichtlich ist-unser Gesundheitssysthem.
Aber eines möchte ich schon noch klarstellen. Sind wir doch froh das wir ein staatliches Gesundheits und Sozialsystem haben.
Manchesmal verflucht man es schon, wenn man jedes Monat gigantische Abzüge am Lohnzettel stehen hat (dovon der größte Teil Sozialversicherung-wovon ein Teil ins Gesundheitssystem geht) und dann bei der Jahresabrechnung sieht das man nur geringe Gesundheitsausgaben hat. Aber dennoch: Wenn man wirklich Krank ist, damit meine ich schwerer-kann man froh sein das es unser Systhem gibt und das man sich nicht alles selbst zahlen muss.
Ja, da sind die meisten auch froh, nur stellen sich die meisten auch die Frage, welchen Zweck eine unüberschaubare und aufgeblasene Bürokratie (die sich aber selbst lähmt und nix entscheiden darf aus Angst irgendwem auf die Füß zu treten) erfüllt.
Die "Patienten" (um die geht es offiziell ja immer; zumindest behaupten dass die Interessensvertreter der Ärzte, der Pharmaindustrie, die Gewerkschafter, die Parteien, ...) haben nix davon, wenn 10 verschiedene Körperschaften (mit 150 Direktoren, 50 Interessensvertretern) zu je 10% die gleiche Leistung finanzieren und das Geld im Kreis schicken.
Abgehalfterte Günstlinge die es zu versorgen gilt haben schon was davon.
Man kann die Leut auch Löcher graben und wieder zuschütten lassen. Finanziert von den Beitragszahlern. Bringt auch Arbeitsplätze. Irgendwie. Nur ist Löcher graben halt nicht so prestigeträchtig. Für die Patienten (um die geht es ja immer - angeblich) wäre es aber besser, weil sich die nicht mit einer sinnlosen Bürokratie herumärgern müßten.
Wie gesagt finde diese Bürokratie auch nicht in ordnung. Meine nur das man die Leute auch wo anders sinnvoller einsetzen könnte.
Wenn jemand gröbere Gesundheitliche Probleme hat fehlt einem z.B. oft ein Ansprechpartner für das gesamte Problem, auch der Hausartzt kann einem bei manchen nicht wirklich weiterhelfen. Da könnte man zum Beispiel Beratungsstellen machen.
Aber insgesamt ist es ein Wahnsinn wenn ich mir das System ansehe. Musste einen Teil des Gesundheitssystems lehrnen, war nicht leicht.
finden sich auch und gerade an der "Front", im "Versorgungsbereich".
Wieso Pat. A Zeit und Geld dafür aufwenden soll, von Arzt A zu Arzt B ("Überweisung") zu trotten, um dann mit Befund von B wieder zu A zurückgeschickt zu werden und schließlich erst recht von A mit einem Schmierzettel und ohne Befunde ins KH (wo wieder alle Untersuchungen wiederholt werden "müssen") eingewiesen wird (wieder häufig auf eigene Transportkosten und -zeit), ist schlicht: Arbeitsbeschaffung, "Qualitäts"verschleierung, Gewinnmaximierung bei A und B (je mehr Pat. pro Zeiteinheit, umso besser verdient man...).
Einfacher (+billiger): Gesundheitszentren mit sehr gut ausgebildeteten Allgemeinmedizinern, die eine KH-Einweisung gut RECHTFERTIGEN müssen. Sonst: € !
Ach das Herumlaufen zwischen Arzt A und Arzt B und Krankenhaus macht man doch gerne.
Die Interessensvertreter versichern uns doch immer mit treuherzigem Augenaufschlag, dass das "nix kostet", weil das Gesundheitssystem ja "gratis" ist.
Und weil alles "gratis" ist und niemand daran verdienen will, wehrt sich jede Gruppe mit Händen und Füßen (und Streikdrohung) gegen jede auch noch so kleine Änderung in diesem Irrenhaus namens "Gesundheitssystem".
Auch wenn die Untersuchung schon 3mal durchgeführt wurde, dann macht das Spital es halt zum 4mal, weil es LKF-Punkte zu sammeln gilt.
Aber für die "Qualitität" gibt es doch jetzt hunderte "Qualitätsmanager" in den Krankenhäusern.
Die dokumentieren alle Abläufe (und blasen damit die Bürokratie weiter auf)
Und dann stehen noch die Vertreter diverser IT-Unternehmen vor der Tür die eine (sauteure) IT-Lösung für das Qualitätsmanagement anbieten.
Die "Lösung" funktioniert dann aber eh nicht und führt zu noch mehr Verwaltung (weil das EDV-Zeug hundskompliziert ist)
Freuen tun sich die IT-Unternehmen, die Qualitätsmanager (die müssen nämlich nicht mehr am igitt Patienten arbeiten, sondern dürfen sich einer angenehmen Verwaltungstätigkeit widmen) und die Anbieter von Qualitätsmanagementausbildungen.
Finnland mit 7,3 % Ausgaben liegt extrem Gut im Vergleich und hat trotz allerdem eine extrem effiziente Versorgung.
Treffenderweise herrscht hier gerade das in Österreich von der Ärztekammer abgelehnte System der Gesundheitszentren.
Diese System ist nähmlich um einiges Effizienter und spart wesenlich Kosten ein:
1) Grundversorung im Gesundheitszentrum (GZ) mit Labor und Röntgen!! in dem mehrere Allgemeinärzte praktizieren.
2)Bei schwereren Fällen überweisung ins Krankenhaus zu den Fachärzten bzw zu stationären Aufenthalt.
Vorteile: Der Patient wird nicht von einem Arzt zum anderen überwisen wie in Ö der Fall und es fallen dadurch keine überflüssgigen Mehrfachuntersuchungen an.
Datenknotenpunkt, sodaß die Befunde und Dokumentationen an einem Ort zusammenlaufen und auch umso besser ausgewertet werden können.
Es ist kein Zufall, daß die skandinavischen Länder (darunter Finnland) auch international hochbeachtete Studien zu Aspekten der Volksgesundheit und Effizienz im Gesundheitswesen veröffentlichen können - und damit weiß der Wähler auch, wofür er (nicht) bezahlt.
In Finnmland gibt es etwa auch nur 5 (!!) Frühgeborenenzentren, in Österreich und Deutschland doktern da mehr als 200 Kinderabteilungen herum, von denen die allermeisten zwar nur weige Fälle pro Jahr ($$$$$ !), aber dafür auch ebenso wenig Erfahrung haben.
Und die Sterberate der Frühchen dafür umso höher liegt....
Dafür ist der Herr Primarius aus der Kinderabteilung ein Bekannter eines Interessensvertreters.
(Freundschaft Genosse und Guten Tag der Primarius; anschließend kommt das "Du" Wort)
Und deshalb wird die Abteilung auch nicht geschlossen. (obwohl die Abteilung nur 5 Fälle pro Jahr "versorgt" und es im Spital 3 km entfernt ebenfalls so eine Abteilung - die auch wieder nur 5 Fälle pro Jahr versorgt - gibt)
Der Interessensvertreter poltert:
"Mit mir gibt´s kane Schließungen von Abteilungen; I bin für die bestmögliche Versorgung der Patienten"
Offizielle Begründung ist natürlich die Aufrechterhaltung eines hohen Versorgungsgrads (die Bevölkerung will das so)
Babylonische Undurchsichtigkeit, um massenweise Wirtschaftskriminalität (Niedergelassene Ärzte PLUS Krankenhäuser) sowie Sozialrechtskriminalität (oder glaubt jemand im Ernst, daß die international ziemlich hohe stationäre Bettenzahl allen Ernstes "legal" regelmäßig bis zum Anschlag gefüllt wird ?) ablauffen lassen zu können.
Und natürlich: Standortpolitik, lokale Arbeitsmarktpolitik, Verwaltungsselbsterhaltungswahnsinn, Pressure-Grouping (Pharmabranche ist der Medizintechnikbranche, aber auch etwa den Ärztekämmerern nicht wirklich überlegen).
Und nicht zuletzt (Stationärer Bereich): Schutzhaft und Obdachlosenheim(Psychiatrie), Notschlafstelle für Kinder und Alte, wenn es zu Hause nicht mehr so läuft...
Die Ausbildung der Turnusärzte mag zwar nicht optimal sein, aber mit falschen Schlagworten zu argumentieren finde ich auch nicht richtig: kein Turnusarzt wird am Vormittag nur Spritzen aufziehen - im Gegenteil, wird dies doch als Arbeit des gehobenen Gesundheits- und Krankenpflegedienstes angesehen, und ist auch in der Praxis so, dass die Krankenschwester/der Krankenpfleger im Krankenhaus alle Spritzen aufzieht, alle Infusionen vorbereitet, mehr oder weniger als ärztlicher Hilfsdienst arbeitet ...
In der Pflege arbeiten sie sicher nicht. Warum sollte das Pflegepersonal überbezahlt sein. Ich arbeite in einem Altenheim. Wenn ich mir mein Gehalt und das von manchen Freunden aus anderen Branchen ansehe, die weit weniger Verantwortung und auch Belastung mit sich bringen, dann sehe ich absolut nicht das ich überbezahlt bin.
Außerdem musste ich dazu eine Ausbildung machen, in der ich 2 Jahre so gut wie nichts verdient habe. Auch dieses Geld sollte irgedwie wieder reinkommen.
Ein bisschen Waschen kann doch jeder, so kommen mir ihre Positionen vor. Das ist jedoch absoluter Schwachsinn-man muss um etliches mehr drauf haben.
Außerdem: Sie wurden von einem Poster gefragt, welche Verbesserungen sie vornehmen würden und welche würden es sein
Mein Kommentar war auf den Standard-Artikel bezogen.
Ich finde nicht, dass das Pflegepersonal überbezahlt ist, sondern eher die Jung- oder Turnusärzte unterbezahlt. Der Turnusarzt ist nicht der Spritzenschani des Pflegepersonals, keine Krankenschwester/Krankenpfleger ordnet Therapien bzw. Spritzen an.
Ich finde es ausserdem schlimm, wenn das Pflegepersonal als "Feindbild" für Ärzte in Ausbildung bzw. Turnusärzte herhalten muss, nur weil diese - genauso wie meist auch das Pflegepersonal - überlastet sind.
leider ist meine Erfahrung als Turnusarzt die gewesen, daß die häufig vorauseilenden Feindseligkeiten des "angestammten" Pflegepersonals vor allem aus Sozialneid und (vermeintlichem) fachlichem Überlegenheitsgefühl resultierten - wobei die in der Tat (zunächst) vorhandene fachliche Überlegenheit den in Mehrmonatsabständen durch die Abteilungen rotierenden Turnusärzten gegenüber vor allem auf extremsten Schmalspurkenntnissen durch jahrelange monotone Fachbereichsarbeit beruhten.
Noch etwas: Die TÄ sind in Österreich definitiv überbezahlt - beim bestehenden Jungärzteüberschuß könnte man das Monatsgehalt um die Hälfte und mehr reduzieren und fände immer noch genügend "idealistische" Bewerber....
mit pflegepersonal,ärzten, primarii, kammer, pharmamafia, heilgunstgewerblern, krankenhausverwaltung, pressure-groups ?
mich würde ehrlich interessieren warum !
was machen sie beruflich ? sie waren ja mal turnusarzt- also im system tätig.
Und wo denken sie Frei. Ich sehe in diesem Forum nur Kritiken von Ihnen und keine Vorschläge.
Wenn alles Kritisieren "Freidenken" heißt, dann sind Sie das, ja.
Vielleicht täusch ich mich ja. Haben sie Vorschläge außerhalb von Gehaltskürzungen für Turnusärzte und Pflegepersonal?
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