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Bunte Vielfalt oder Einheitsbrei? Die Meinungen zur Gesamtschule gehen weit auseinander.
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Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung: "Wir sagen nicht einfach, die Gesamtschule muss her. Für uns steht die Leistungsdifferenzierung innerhalb des Systems, nämlich der Schüler und auch der Lehrer, im Vordergrund. Es muss aber ein Angebot für alle Schüler sein."
Zum STANDARD-Interview >>>
Sorger verweist auch auf einen Kernsatz im Reformpapier der Industriellenvereinigung, wonach die Lehrer aufgewertet gehören „oder, wenn sie nicht funktionieren, mit einer anderen Aufgabe vesehen“ werden sollten.
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Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hüllt sich über ihr Kompromisspapier zur Schulreform weiterhin in Schweigen. Dafür ist seit Freitag klar, wie sich die ÖVP die Novelle des Schulversuchsparagrafen vorstellt, mittels der die Modellregionen für die Neue Mittelschule ermöglicht werden sollen.
Dem Standard liegt ein Gesetzesentwurf der ÖVP vor, der in der Expertengruppe des Unterrichtsministeriums wenig Anklang findet: Deren Leiter, Bernd Schilcher, ist „entsetzt“ und ortet sogar einen verfassungswidrigen Vorschlag, nämlich die Zweidrittelmehrheit von Eltern, Lehrer und Schülern, mit der die Modellregionen beschlossen werden sollen. Verfassungsexperte Bernd-Christian Funk findet dies zumindest „bedenklich“: „Das Ministerium ist bei Schulversuchen das oberste Organ, seine Entscheidung kann nicht von der Zustimmung anderer abhängen“, sagte Funk zum Standard.
Einen weiteren Passus hält Funk für „nicht adäquat“: „Über die Schulversuchspläne ist (...) das Einvernehmen mit dem Finanzminister herzustellen“, steht im ÖVP-Gesetzesentwurf. Schmied wird nicht explizit erwähnt – ein Umstand, der den Salzburger Landesschulratspräsidenten Herbert Gimpl ärgert: „Zwischen den Zeilen kann man da lesen, dass in dem Entwurf die absolute Kontrolle des Finanzministeriums festgeschrieben wird“, findet Gimpl. Ohnehin sei der VP-Entwurf „keine Diskussionsgrundlage, sondern reine Provokation“.
Für die ÖVP ist die explizite Erwähnung des Finanzministers hingegen im Sinne der Versuche: Langfristige Mehrkosten müssten nun einmal von Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP) abgesegnet werden. Und noch ein schwarzer Vorschlag regt die Experten im roten Umfeld auf: Die ÖVP will einen „Evaluierungsausschuss“ im Schulversuchsparagrafen festschreiben, dem je ein Vertreter des Unterrichtsministeriums, des Finanzministeriums, ein Lehrer-Personalvertreter sowie Eltern- und Schülervertreter der beteiligten Schulen angehören sollen. Schilcher kritisiert die „Parteipolitisierung“ dieses Ausschusses. Im Bildungsministerium wollte man den ÖVP-Entwurf nicht kommentieren – eingelangt ist er dort jedenfalls. (Andrea Heigl, DER STANDARD-Printausgabe, 3./4.11.2007)
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Die Regierung will ganztägige Schulformen ausbauen. Bis 2018 sollen insgesamt 200.000 Plätze angeboten werden. Dafür gibt es pro Jahr maximal 160 Millionen Euro. Gegen den Willen der Lehrer geht aber auch in Zukunft nichts.
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Leistungsdifferenzierung... aber gleiche Chancen/Wahlmöglichkeiten für jeden Teenager (aber nicht mit 9 Jahren)...
Was spricht dagegen? (ausser ein paar realitätsfremden Sturköpfen von der ÖVP)
Wäre das nicht einen Versuch wert? (ja ich weiss, Kinder sind keine Versuchskaninchen... aber das derzeitige System hatte auch irgendwann premiere und musste eingeführt/probiert werden...)
Allein der Titel dieses Artikel ist ziemlich schlechter Boulevardstil.
Der Interviewer hat sich redlich bemüht, dem Präsidenten ein eindeutiges Befürworten der Gesamtschule aus der Nase zu ziehen. Alles was dabei herausgekommen ist, ist jedoch:
"Wir sagen nicht einfach, die Gesamtschule muss her. Für uns steht die Leistungsdifferenzierung innerhalb des Systems, nämlich der Schüler und auch der Lehrer, im Vordergrund. Es muss aber ein Angebot für alle Schüler sein. "
Und das spricht eher gegen die Gesamtschule als dafür.
-> Leistungsdifferenzierung innerhalb des Systems: gibs schon jetzt.
-> ein Angebot für alle Schüler: ebenfalls.
Nein. Leistungsdifferenzierung innerhalb des Systems gibt es eben nicht. Leistungsdifferenzierung würde heissen, dass innerhalb der Schule ein Schüler in einem Fach sehr stark gefordert wird, in einem anderen weniger - je nach Stärken und Schwächen.
ist so reaktionär wie dereinst die Apartheidparteien in Südafrika. Damals war es vollkommen klar, dass die Wirtschaft unter solchen Zwängen keine tauglichen Mitarbeiter rekrutieren konnte. Es gab sie viel zu wenig, weil die Schwarzen dumm gehalten wurden.
Die großen Konzerne wurden so zu den größten Fürsprechern der Anti-Apartheidbewegung.
In unserem Land sind es die Schwarzen die die anderen für blöd verkaufen, aber sonst hat dieses Bild doch was, oder?
... (Also keine wirklich grosse Ueberraschung) ... Es kommt immer nur auf die gesellschaftspolitische Entwicklung der jeweiligen EinwohnerInnen und Ueberwachungsmoeglichkeiten an wie weit Sie ihre Ziele verfolgen koennen ... Auch die OeVP wuerde Demokratie abschaffen oder abundzu einen begruendeten Notstand ausrufen (zB nach einer Wahlniederlage) wenn Sie koennte ... (Wie auch die ChristenKirche nicht netter als die anderen Weltreligionen ist - Ganz im Ggteil Sie hat einfach keine Macht mehr im Grossteil von Europa) ...
da lachen ja wirklich die hühner!
normalerweise wird bei j e d e r meldung der wirtschaftskammer und der industriellenvereinigung die spö nicht müde darauf hinzuweisen, dass es diesen beiden lobbygruppen nur darum geht die arbeitnehmer auszubeuten und so ihre interessen durchzusetzen.
und DIESESMAL geht es den beiden gruppen natürlich nicht darum möglichst viele billige arbeitskräfte für die wirtschaft zu rekrutieren, sondern um eine bildung der kinder, die über den unmittelbaren wirtschaftlichen nutzen hinaus geht. diesmal geht es den beiden interessensvertretern nicht darum die gewinne ihrer schützlinge zu maximieren, sondern um die verwirklichung des humboldtschen bildungsideals.
wer daran glaubt ist doch höchst naiv!
In welchem Wirtschaftszweig nimmt man gerne Gymnasiasten als Arbeitskräfte? Hier werden doch wohl eindeutig die BHS'ler bevorzugt. (Studium ist was anderes, aber studieren können auch Nichtgymnasiasten mit Matura). Sie können auch gerne diesen Ausbildungszweig weiterverfolgen, blöd ist nur, dass nach dem Gym jeder studieren bzw. eine weitere Ausbildung machen muß, um auf dem Arbeitsmarkt Chancen zu haben. Und dann geht's halt in die Orchideenfächer oder zu Jus oder BWL, wo es schon jede Menge arbeitslose Absolventen gibt oder solche, die in studienfremden Jobs arbeiten. Wäre die gymnasiale Ausildung so super, hätten wir wohl mehr StudentInnen in naturwissenschaftlichen/technischen Richtungen, hamma aber nicht. Ergo, stimmt was nicht im Gym.
wissens was mir zu ihnen einfällt - ein zitat aus dem kabarett "freundschaft" von steinhauser/hennig.
"wir haben den arbeiter von langen arbeitstagen befreit, damit er zeit hat ins museum zu gehen und sich weiter zu bilden - und wos mocht er - liest die kronenzeitung und schaut musikantenstadl!"
... Das -Linke- immer wieder die Aufgaben der -Rechten- (eigentlich die selbsternannte Bildungselite) uebernehmen muessen - weil diese unfaehig dazu sind ... Naja wie Immer ist es gut wenn man Beides leben kann - -Links- UND -Rechts- ... (Und nicht nur -Rechts- weil man unfaehig ist -Links- zu leben) ...
sie haben von bildung nicht das erste verstanden. und deswegen treten auch sie und ihre genossen im geiste für eine zerschlagung des wertes bildung ein.
gut für österreich, dass das nicht passieren wird.
ad beruf - was spricht gegen ein studium?
jeder kann man 14 wählen was er machen will, wer gleich nach der schule einen beruf will, darf die bhs wählen. wo liegt das problem?
und das ist auch gut so, denn diese bildungsspießer-romantik aus dem 19. jahrhundert dient doch nur dem distinktionsgewinn der bürgerkinder und dafür sollte der staat keinen cent springen lassen.
die iv will besser ausgebildete arbeitskräfte, keine frage, weil das den wirtschaftsstandort sichert und ihre gewinne. aber auch das lohnniveau hebt, also ist auch der ögb dafür.
die spö möchte die chancengleichheit heben und den zugang zu bildung eleichtern.
all diese ziele können mit ein und derselben maßnahme erreicht werden, was ist also schlecht daran?
der övp geht es doch nur um die pfründe ihrer klientel in der lehrerschaft und die bemäntelung des versagens von gehrer und co.
das gegenwärtige bildungssystem in österreich mit seiner frühzeitigen selektion verhindert, dass kinder aus bildungsfernen schichten die chance auf höhere bildung erhalten. durch so ein system wird dann nur die bereits bestehende kleine bildungselite in der nächsten generation reproduziert. und das genügt nicht mehr im 21. jahrhundert, weder den ansprüchen sozialer gerechtigkeit noch jenen der wirtschaftlichkeit.
wenn das humboldtsche bildungsideal nur zur rechtfertigung eines elitären gesellschaftsmodells dienen soll, braucht das wirklich niemand. außer denen die ihre unverdienten pfründe verteidigen wollen.
das ist ein gutes beispiel für die unterentwickelte diskussionskultur der reaktionäre, die glauben, sie hätten die definitionsmacht über werte.
wenn für andere die gesamtschule ein wert an sich ist, was dann? hören wir zum diskutieren auf und greifen zur keule?
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