Fahrer-Assistenzsysteme bringen viel, nur nicht die Freiheit
Fahrer-Assistenzsysteme sollen Fahrkomfort und Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Das ist möglich, zumal bis jetzt jede technische Aufrüstung einen Sicherheitsgewinn brachte, abgesehen vom Allradantrieb, der eher zu mehr Risiko verleitet.
Die Statistik belegt es eindeutig: Je höher der Lebensstandard eines Landes, desto geringer die Anzahl der Verletzten und Toten im Verkehr. Das heißt, gute Straßen, neue Autos, gute Lenkerausbildung und eine gute medizinische Versorgung lassen die Unfallzahlen und Unfallfolgen schrumpfen.
Eine Art Freiheit
Allerdings wird sich das Verkehrsgeschehen drastisch verändern. Was wir bis jetzt als Freiheit empfanden beim Autofahren, wird nur mehr jenseits der Hauptverkehrsadern möglich sein. Zwischen Prinzendorf und Maustrenk wird sich also nicht viel ändern, da wird man weiter einfach so dahinfahren können und nicht sehr oft auf andere Autofahrer treffen, so ähnlich wie uns die Werbung immer wieder die Freiheit des Autofahrens vorspielt.
Anders schon zwischen Wien, Baden und Wr. Neustadt. Hier geht es künftig ausschließlich um Transport und Fortbewegung, und darum, dass das System ja nicht ins Stocken gerät.
Insofern ist es ja ganz nett, dass uns die Autohersteller mit Elektronik das Leben leichter machen wollen. In letzter Konsequenz erscheint die technische Hochrüstung aber eher wie ein Notprogramm zur Rettung eines Systems, das längst an die eigenen Grenzen stößt.
Noch dichter
Bis jetzt hat sich das Auto erfolgreich weiterentwickelt, indem jedes kommende und erkannte Problem gelöst wurde. Jetzt, da fast alle Straßen dicht sind, stellt sich die Frage, ob es Sinn macht, die Straßen noch dichter zu machen. Die Autoindustrie will das, weil sie hat nur eine Aufgabe, einen Lebensinhalt: Autos verkaufen. So viele wie möglich. Wollen wir das auch? (rs, AUTOMOBIL, 2.11.2007)